Kleinbahn Weidenau–Deuz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weidenau–Deuz
Streckennummer: 9273
Kursbuchstrecke (DB): ehem. 239n (1944)
Streckenlänge: 16,1 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
BSicon STR.svgBSicon .svg
Ruhr-Sieg-Strecke von Siegen
BSicon ABZlg.svgBSicon .svg
Dillstrecke von Gießen
BSicon BHF.svgBSicon .svg
0,00 Siegen-Weidenau
BSicon ABZlf.svgBSicon .svg
Ruhr-Sieg-Strecke nach Hagen
BSicon eDST.svgBSicon .svg
0,23 Weidenau Vorbahnhof
BSicon eHST.svgBSicon .svg
1,00 Weidenau-Kupferwerk
BSicon eHST.svgBSicon .svg
1,40 Weidenau-Wasserwerk
BSicon ABZrg.svgBSicon .svg
2,20 Industriegleis Herrenwiese
BSicon eHST.svgBSicon .svg
2,90 Dreis-Tiefenbach SEAG
BSicon exSTR.svgBSicon .svg
Strecke unterbrochen und abgebaut:
BSicon exBHF.svgBSicon .svg
3,06 Dreis-Tiefenbach
BSicon exHST.svgBSicon .svg
4,49 Dreis-Tiefenbach Ost
BSicon exHST.svgBSicon .svg
6,00 Netphen Siemag
BSicon exBHF.svgBSicon .svg
6,83 Netphen (Sieg)
BSicon exSTR.svgBSicon KBSTa.svg
Walzenwerk Irle, Werk I (ehemaliger Abzweig bei km 11,035)
BSicon exDST.svgBSicon DST.svg
11,49 Deuz (Kr Siegen)
BSicon exSTR.svgBSicon KBSTe.svg
Walzenwerk Irle, Werk II (ehemaliger Abzweig bei km 11,235)
BSicon exBHF.svgBSicon .svg
13,31 Salchendorf
BSicon exBHF.svgBSicon .svg
14,40 Helgersdorf
BSicon exKBHFe.svgBSicon .svg
16,25 Irmgarteichen-Werthenbach

Die Kleinbahn Weidenau–Deuz GmbH war eine Bahngesellschaft, die Eigentümerin der normalspurigen Bahnstrecke von Siegen-Weidenau nach Irmgarteichen-Werthenbach war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinbahn Weidenau–Deuz GmbH wurde am 4. Juni 1904 gegründet. Das Kapital brachten zu gleichen Teilen das Königreich Preußen, die Provinz Westfalen und der Kreis Siegen auf. Ziel war es, das Amt Netphen im oberen Siegtal mit einer Bahn (Johannlandbahn) zu erschließen, nachdem die Omnibuslinie Siegen–Deuz der Netphener Omnibusgesellschaft – eine der ersten in Deutschland überhaupt – die Erwartungen nicht erfüllt hatte.

Der Personen- und Güterverkehr auf dem 11,3 Kilometer langen Teilstück von Weidenau nach Deuz wurde am 1. Dezember 1906 aufgenommen. Die Fortsetzung bis Irmgarteichen-Werthenbach (4,8 km) folgte für Personenzüge am 1. Dezember 1916 und für Güterzüge am 21. Mai 1917. Die Betriebsführung hatte die Kleinbahnabteilung der Provinzialverwaltung Westfalen in Münster übernommen.

Über mehrere Jahrzehnte entwickelten sich die Verkehrsleistungen positiv. Auch nach der Einstellung des Personenverkehrs am 25. Mai 1968 nahm der Güterverkehr noch zu.

Am 1. Januar 1970 wurde die Kleinbahngesellschaft Weidenau–Deuz GmbH aufgelöst und ihr Vermögen auf die Siegener Kreisbahn, jetzt: Kreisbahn Siegen-Wittgenstein übertragen, die mehr als 90 Prozent der Gesellschaftsanteile in Besitz hatte und schon seit dem 1. April 1955 Betriebsführerin war. Die Kreisbahn setzte auch Diesellokomotiven von Jung-Jungenthal (Bauart: R42C) ein. Erst in den Jahren ab 1990 begann der Rückgang. Seitdem werden nur noch eine Reihe von Gleisanschlüssen bedient. Das letzte Stück vom Anschluss der Firma Gräbener bis zum Bahnhof Irmgarteichen-Werthenbach wurde schon 1982 abgebaut. Das Teilstück Deuz–Irmgarteichen-Werthenbach ist am 29. Mai 2004 letztmals befahren worden und wurde Ende 2004 endgültig stillgelegt und bis auf eine Ausnahme in Netphen-Deuz demontiert.

Heutiger Zustand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der alte Bahnhof in Deuz.

Der reguläre Betrieb beschränkt sich heute auf den Bereich Weidenau Vorbahnhof bis Dreis-Tiefenbach, dort werden mehrere Industriebetriebe bedient. Mittlerweile endet das Gleis bei KM 2,9 im Werk Bombardier (ehemals SEAG). Dieses stellt Drehgestelle für Schienenfahrzeuge her, früher ganze Güterwaggons. Außerdem ist von Netphen bis Deuz ein Radweg auf den ehemaligen Gleisen entstanden. In Netphen nimmt die Umgehungsstraße Teile der ehemaligen Bahnstrecke ein.

Industriebahn Walzen-Irle Deuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 29. Mai 2004 wird in Deuz im Walzenwerk Irle ein Inselbetrieb durchgeführt. Bei der Stilllegung blieb die Lok V 33 der Siegener Kreisbahn im Walzenwerk und übernahm den regelmäßigen Betrieb zwischen Werk I und Werk II. Dazu kaufte Irle 200 Meter Bahnhofsgleis in Deuz sowie ein Nebengleis, um eine Umsetzmöglichkeit zu haben. Nach dem Einbau von Weichen wurden die Verbindungen zum ehemaligen Streckengleis demontiert. 2006 wurde V 60 1175 von OnRail aufgearbeitet und von der Fa. Irle gekauft. Am 20. Oktober 2006 erfolgte der Tausch der V 33 gegen die V 60 per Tieflader. Für den Werkverkehr sind acht Güterwagen vorhanden. In der Gießerei im Werk II (Gleislänge 320 Meter) werden die Walzenrohlinge abgeholt und zur Bearbeitung nach Werk I (Gleislänge 500 Meter) gebracht. Nach der Bearbeitung werden die Späne wieder zur Gießerei gefahren und die Fertigwaren kommen zum Versandgleis, ebenfalls in Werk II.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gerd Wolff: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 4: Nordrhein-Westfalen. Südlicher Teil. EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-660-9, S. 375–395.
  • Dieter Höltge: Straßen- und Stadtbahnen in Deutschland, Band 5 Bergisches und Siegerland EK-Verlag, Freiburg i. Br. 2000, ISBN 3-8825-5333-2.
  • Dr. Rolf Löttgers, Gerhard Moll, Friedrich Reuter, Henning Trippe: Die Kleinbahn Weidenau-Deuz. 100 Jahre Johannlandbahn Hrsg.: Siegerländer Heimat- und Geschichtsverein e.V. / Reihe Beiträge zur Geschichte der Stadt Siegen und des Siegerlandes, Bd. 17, Siegen 2006