Kleine Emme

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Dieser Artikel befasst sich mit der Kleinen Emme in den Kantonen Obwalden und Luzern; für den gleichnamigen Fluss in den Kantonen Bern und Solothurn siehe Emme
Kleine Emme
Holzbrücke über die Kleine Emme bei Im Bad, Wolhusen

Holzbrücke über die Kleine Emme bei Im Bad, Wolhusen

Daten
Gewässerkennzahl CH: 707
Lage Kanton Luzern, Kanton Obwalden; Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Reuss → Aare → Rhein → Nordsee
Quelle Emmensprung am Brienzer Rothorn
46° 48′ 5″ N, 8° 4′ 0″ O
Mündung nordwestlich der Stadt Luzern in die ReussKoordinaten: 47° 4′ 2″ N, 8° 17′ 16″ O; CH1903: 664501 / 213260
47° 4′ 2″ N, 8° 17′ 16″ O
Länge 58 km
Einzugsgebiet 478 km²[1]
Abfluss am Pegel Emmen[2]
AEo: 478 km²
Lage: 920 m oberhalb der Mündung
NNQ (2005)
MNQ 1978–2013
MQ 1978–2013
Mq 1978–2013
MHQ 1978–2013
HHQ (2005)
1,29 m³/s
10,2 m³/s
15,7 m³/s
32,8 l/(s km²)
20,5 m³/s
650 m³/s

Die Kleine Emme ist zusammen mit ihrem Quellfluss Waldemme ein 58 km langer linker Nebenfluss der Reuss im Kanton Luzern, in der Zentralschweiz. Ihr Einzugsgebiet umfasst 477 km².

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Quellfluss der Kleinen Emme ist die Waldemme, die am Nordhang des östlichen Teils der Brienzer Rothorn-Kette im äussersten Südwesten des Kantons Obwalden am sogenannten Emmensprung entspringt und sich bald mit mehreren weiteren Quellbächen vereinigt. In ihrem Oberlauf fliesst sie zunächst nach Nordwesten durch den offenen Kessel des Marientals, in dem der Fremdenverkehrsort Sörenberg liegt. Unterhalb von Sörenberg gräbt sich die Waldemme in den Flysch östlich der Schrattenfluh ein und wendet sich dabei nach Norden. Bei Flühli durchfliesst sie einen weiteren Talkessel, durchbricht kurz darauf in der Lammschlucht die Bergkette der subalpinen Molasse, um dann in die Region des Entlebuchs hinauszutreten. Hier mündet von Westen her die wesentlich kürzere Weissemme, die von Quellbächen aus dem südlichen Napfgebiet sowie vom Nordhang der Beichlen gespeist wird.

Waldemmental Juli2007.jpg
Blick von Salwiden auf die Berge des Marientals.

Ab dem Zusammenfluss von Waldemme und Weissemme bei Schüpfheim erhält das Gewässer den Namen Kleine Emme. Der Flussabschnitt mit diesem Namen ist etwa 37 km lang und fliesst zunächst nach Nordnordosten durch das breite, offene Tal des Entlebuchs und trennt dabei im Mittelteil das Hügelland des Napf im Nordwesten von den Voralpen im Südosten. Der untere Teil dieses Abschnitts ist teilweise wieder schluchtartig in die Nagelfluh und Sandsteine der Region eingeschnitten. Bei Wolhusen vollzieht die Kleine Emme einen scharfen Knick nach Osten und fliesst nun parallel zur Pilatuskette, wobei sich das Tal allmählich öffnet und ab Malters eine rund 1 km breite, ebene Talsohle bildet. Rund 2 km nordwestlich der Stadt Luzern mündet die Kleine Emme in die Reuss.

Die bedeutendsten Nebenflüsse von rechts aus den Voralpen sind die Entlen, welche beim Ort Entlebuch mündet, sowie der Rümlig. Das Wasser aus dem östlichen Napfgebiet sammelt die Fontanne und führt es der Kleinen Emme südlich von Wolhusen zu.

Hochwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefürchtet sind die Hochwasser der Kleinen Emme nach langanhaltenden Niederschlägen oder starken Gewittern hauptsächlich im Bereich zwischen Schüpfheim und Wolhusen. Sie richteten immer wieder grössere Schäden an. Der Lauf der Waldemme ist in weitgehend natürlichem bis naturnahem Zustand. Im Mittellauf der Kleinen Emme waren teilweise Kanalisierungen notwendig, es gibt aber zwischen Entlebuch und Wolhusen auch längere natürliche Abschnitte mit Auen und ausgedehnten Kiesbänken. Der Unterlauf der Kleinen Emme wurde kanalisiert, um den flachen Talboden vor Überschwemmungen zu schützen.

Besonderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert wurde in der Kleinen Emme Gold gewaschen. Heute führt zwischen Hasle und Wolhusen der Erlebnispfad Wasserweg Kleine Emme mit Schautafeln entlang dem Flusslauf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleine Emme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geoserver der Schweizer Bundesverwaltung (Hinweise)
  2. Messstation Emmen 2013 (PDF) Bundesanstalt für Umwelt BAFU