Kleiner Bärenstein

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Kleiner Bärenstein
Der Kleine Bärenstein von Weißig aus gesehen

Der Kleine Bärenstein von Weißig aus gesehen

Höhe 337,7 m ü. NHN [1]
Lage bei Weißig, Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Sachsen (Deutschland)
Gebirge Sächsische Schweiz
Koordinaten 50° 56′ 32″ N, 14° 2′ 37″ OKoordinaten: 50° 56′ 32″ N, 14° 2′ 37″ O
Kleiner Bärenstein (Sachsen)
Kleiner Bärenstein
Typ Tafelberg
Gestein Sandstein

Der Kleine Bärenstein ist ein 337,7 m ü. NHN[1] hoher Tafelberg in der Sächsischen Schweiz im sächsischen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Unmittelbar benachbart ist der Große Bärenstein, der mit dem Kleinen Bärenstein das Massiv der Bärensteine bildet.

Lage und Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleine Bärenstein liegt in der Elbschleife von Rathen. Die Bärensteine gehören zur Ortsgemarkung Weißig. Am Fuß des Bärensteins befinden sich die Waldungen des Bauern Fleck aus Weißig. Nahe gelegen sind auch die Ortschaften Thürmsdorf und Naundorf. Am Kleinen Bärenstein finden sich mehrere Klettergipfel. Der bedeutendste von ihnen ist der Thürmsdorfer Stein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kleine Bärenstein wurde 1548 erstmals als „im Behrenstein“ urkundlich erwähnt. Frühere Beschreibungen sprachen auch vom „Thürmsdorfer Bärenstein“.

Von 1851 bis 1881 machte der Revierförster Wilhelm Mahn den Bärenstein für Wanderer zugänglich.[2]

Seit 1847 befand sich auf dem Kleinen Bärenstein ein kleines hölzernes Berggasthaus,[3] welches man nach 1867 massiv ausbaute.[2] Um 1902 wurden sogar zwei Bären in einem Bärenzwinger gehalten.[2] Es gehörte zum Rittergut Kleinstruppen. Nach 1945 verfiel die bis dahin vielbesuchte Ausflugsgaststätte. Ihre Grundmauern sind bis heute sichtbar.

2004 wurde das Waldgebiet um die Bärensteine von privaten Eigentümern erworben.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diebskeller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am südwestlichen Fuß des Kleinen Bärensteins befindet sich eine durch einen Felssturz und Auswaschungen entstandene Einsturzhöhle, die im Volksmund als Diebskeller bezeichnet wird. Im Sächsischen Höhlenkataster wird die Höhle als Diebskeller (Götzinger-Höhle) mit der Katasternummer 5050 PW-15 geführt. Sie hat eine Länge von 25 Metern und ist einfach begehbar.[4][5]

Der im nahen Struppen aufgewachsene Wilhelm Leberecht Götzinger erhielt als Kind nach eigener Aussage bei einer Wanderung zum Kleinen Bärenstein die ersten Anregungen zur Erforschung der Natur der Sächsischen Schweiz. Götzinger verfasste in späteren Jahren die ersten umfassenden Beschreibungen über die Sächsische Schweiz. 1886 brachte der Gebirgsverein für die Sächsische Schweiz im Diebskeller eine Götzinger-Gedenktafel an.

Jungfernsprung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jungfernsprung am Südende des Kleinen Bärensteins beruht auf der Sage, wonach sich hier ein Mädchen vom Felsen gestürzt hatte, das im Dreißigjährigen Krieg von schwedischen Soldaten verfolgt wurde. Zu dessen Erinnerung meißelte man an dieser Stelle ein heute noch sichtbares Kreuz in die senkrechte Wand.[6]

Aussicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gipfel des Kleinen Bärensteines gibt es einen Aussichtspunkt mit Blick auf große Teile der Sächsischen Schweiz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schweizer: Zur Geschichte des Berggasthauses auf dem Kleinen Bärenstein. in: Landkalenderbuch Sächsische Schweiz-Osterzgebirge 2020, SEW-Verlag, Dresden 2019, S. 107–110, ISBN 978-3-936203-37-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kleiner Bärenstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b c Peter Rölke: Stiegen-Wanderführer Sächsische Schweiz. Berg- & Naturverlag Rölke, Dresden 2012, ISBN 978-3-934514-27-0, S. 54–60
  3. Manfred Hickmann: Zum tatsächlichen Alter des ehemaligen Gasthauses auf dem Kleinen Bärenstein. in: Arbeitskreis Sächsische Schweiz im Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Mitteilungsheft 12, Pirna 2013, S. 60–62
  4. Höhlenkataster Sachsen, geführt von Roland H. Winkelhöfer
  5. Roland H. Winkelhöfer: Der Quirl. Ohne Zweiffel... Eine Heimatkunde der 20 linkselbischen Tafelberge der Sächsischen Schweiz. Der Höhlenforscher, Dresden 2010, ISBN 3-00-004380-2
  6. Peter Voigt: Jungfernsprung am Kleinen Bärenstein bei Thürmsdorf auf suehnekreuz.de, abgerufen am 20. Januar 2017