Kleingladenbach

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Kleingladenbach
Gemeinde Breidenbach
Ehemaliges Gemeindewappen von Kleingladenbach
Koordinaten: 50° 53′ 6″ N, 8° 25′ 48″ O
Höhe: 344 (345–350) m ü. NHN
Fläche: 5,31 km²[1]
Einwohner: 599 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 113 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 35236
Vorwahl: 06465
Luftaufnahme von Kleingladenbach
Luftaufnahme von Kleingladenbach

Kleingladenbach ist ein Ortsteil der Gemeinde Breidenbach im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt nördlich von Niederdieten, südlich von Wiesenbach und östlich von Breidenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleingladenbach wurde zum ersten Mal am 16. Juni 913 als Gladenbach urkundlich erwähnt.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Bellnhausen:

„Kleingladenbach (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 514 St. von Battenberg und gehört dem Freiherrn von Breidenstein. Man findet 36 Häuser und 237 Einwohner, die evangelisch sind, so wie eine Mahlmühle. Im Jahr 1693 war hier eine sehr ergiebige Kupfererzgrube im Bau, die aber nun verlassen ist.“[3]

Anfang des 19. Jahrhunderts wird der Ort in Kleingladenbach umbenannt. Wegen der Unbeliebtheit dieses Namens wurde der Ort schließlich wieder in Gladenbach umbenannt und erhielt den Zusatz „Breidenbach“. 1960 wurde der Ort letztendlich in „Kleingladenbach“ umbenannt, da es immer wieder zu Verwechslungen bei der Post mit Gladenbach kam. Deswegen wird der ehemalige Namensvetter von den Einwohnern auch als „Groß-Gladenbach“ bezeichnet.[4]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 1971 wurde Kleingladenbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Nachbargemeinde Breidenbach eingemeindet.[5][6] Für Kleingladenbach wurde, wie für alle in der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden von Breidenbach, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[7]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Kleingladenbach lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[1][8][9]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1577: 018 Hausgesesse
• 1630: 015 Hausgesesse. 4 zweispännige, 10 einspännige Ackerleute, 1 Einläuftige,
• 1742: 026 Haushalte
• 1791: 186 Einwohner[14]
• 1800: 177 Einwohner[15]
• 1806: 199 Einwohner, 31 Häuser[13]
• 1829: 237 Einwohner, 36 Häuser[3]
Kleingladenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
  
186
1800
  
177
1806
  
199
1829
  
237
1834
  
276
1840
  
289
1846
  
296
1852
  
274
1858
  
225
1864
  
243
1871
  
246
1875
  
265
1885
  
206
1895
  
257
1905
  
286
1910
  
297
1925
  
308
1939
  
346
1946
  
493
1950
  
483
1956
  
431
1961
  
459
1967
  
499
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
630
2015
  
607
2018
  
599
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Gemeinde Breitenbach:[2]; Zensus 2011[16]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1829: 237 evangelische (= 100 %) Einwohner[3]
• 1885: 206 evangelische (= 100 %) Einwohner
• 1961: 399 evangelische (= 86,93 %), 59 römisch-katholische (= 12,85 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1867: Erwerbspersonen: 38 Landwirtschaft, 8 Gewerbe und Industrie, 1 Verkehr, 11 persönliche Dienstleistungen.
• 1961: Erwerbspersonen: 123 Land- und Forstwirtschaft, 115 produzierendes Gewerbe, 15 Handel und Verkehr, 14 Dienstleistungen und Sonstiges.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Rot, eine goldene Linde, belegt mit einer auffliegenden silbernen Friedenstaube im schwarzen Kreisfeld.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort besitzt einen Skihang mit Skihütte und Schlepplift samt Skiverein, einen Männergesangsverein und eine Burschenschaft. Des Weiteren gibt es eine Freiwillige Feuerwehr, einen Sportplatz und eine Gemeindebücherei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bis 1823 Patrimonialgericht Grund Breidenbach; 1823: Trennung von Justiz (Landgericht Biedenkopf) und Verwaltung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Kleingladenbach, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Haushalte 2016 und 2020. Haushaltssatzung einschl. Statistik Einwohnerzahlen. Gemeinde Breitenbach, abgerufen im November 2020.
  3. a b c Georg Wilhelm Justin Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt August 1830, OCLC 312528126, S. 146 (Online bei google books).
  4. kleingladenbach.de
  5. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 52 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 350.
  7. Hauptsatzung. (PDF; 73 kB) § 5. In: Webauftritt. Gemeinde Breidenbach, abgerufen im Oktober 2020.
  8. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  9. Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 12 ff. (Online bei google books).
  10. Die Zugehörigkeit des Amtes Blankenstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866.
  11. Wilhelm von der Nahmer: Handbuch des Rheinischen Particular-Rechts: Entwickelung der Territorial- und Verfassungsverhältnisse der deutschen Staaten an beiden Ufern des Rheins : vom ersten Beginnen der französischen Revolution bis in die neueste Zeit. Band 3. Sauerländer, Frankfurt am Main 1832, OCLC 165696316, S. 7, 430 (Online bei google books).
  12. a b Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band 13. G. Jonghause's Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, DNB 013163434, OCLC 162730471, S. 27 ff., § 40 Punkt 6c) (Online bei google books).
  13. a b Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 246 (Online in der HathiTrust digital library).
  14. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 190 (Online in der HathiTrust digital library).
  15. Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 203 (Online in der HathiTrust digital library).
  16. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;