Kleinkahl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kleinkahl
Kleinkahl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kleinkahl hervorgehoben
Koordinaten: 50° 6′ N, 9° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Aschaffenburg
Verwaltungs­gemeinschaft: Schöllkrippen
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 11,86 km²
Einwohner: 1806 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63828
Vorwahl: 06024
Kfz-Kennzeichen: AB, ALZ
Gemeindeschlüssel: 09 6 71 135
Gemeindegliederung: 8 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 1
63825 Schöllkrippen
Webpräsenz: www.gemeinde-kleinkahl.de
Bürgermeisterin: Angelika Krebs (Wählergemeinschaft)
Lage der Gemeinde Kleinkahl im Landkreis Aschaffenburg
Alzenau Kahl am Main Karlstein am Main Kleinostheim Stockstadt am Main Großostheim Mainaschaff Mömbris Johannesberg (Bayern) Glattbach Wiesener Forst Forst Hain im Spessart Huckelheimer Wald Heinrichsthaler Forst Heinrichsthaler Forst Waldaschaffer Forst Schöllkrippener Forst Sailaufer Forst Rohrbrunner Forst Rothenbucher Forst Dammbach Dammbach Goldbach (Unterfranken) Geiselbach Westerngrund Schöllkrippen Kleinkahl Wiesen (Unterfranken) Krombach (Unterfranken) Sommerkahl Blankenbach Hösbach Sailauf Haibach (Unterfranken) Heigenbrücken Heinrichsthal Laufach Weibersbrunn Rothenbuch Waldaschaff Bessenbach Mespelbrunn Heimbuchenthal Dammbach Weibersbrunn Aschaffenburg Hessen Landkreis Miltenberg Landkreis Main-SpessartKarte
Über dieses Bild
Gemeindegebiet mit Ortsteilen von Kleinkahl
Pfarrkirche St. Josef in Kleinkahl

Kleinkahl ist eine Gemeinde im unterfränkischen Landkreis Aschaffenburg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Schöllkrippen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinkahl liegt in der Region Bayerischer Untermain, am westlichen Rande des Spessarts, im oberen Kahlgrund an den beiden Wasserläufen Kahl und Kleine Kahl. Der topographisch höchste Punkt der Gemeindegemarkung befindet sich am Lindenberg 458 m ü. NN, der niedrigste liegt an der Kahl mit 215 m ü. NN.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinkahl hat acht Ortsteile (in Klammern die Zahl der Einwohner[2])[3] auf fünf Gemarkungen:

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Huckelheimer Wald
(Gemeindefreies Gebiet)
Gemeinde
Biebergemünd
Gemeinde
Westerngrund
Nachbargemeinden Wiesener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)
Markt
Schöllkrippen
Schöllkrippener Forst
(Gemeindefreies Gebiet)

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Kleinkahl leitet sich von dem Fluss Kahl ab[4], der durch den Ort fließt. Der Zusatz Klein wurde verwendet, um den Ort von Großkahl, Sommerkahl, Feldkahl und Kahl am Main zu unterscheiden. Im Volksmund wird der Ort "Kloakahl" genannt.[5]

Frühere Schreibweisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühere Schreibweisen des Ortes aus diversen historischen Karten und Urkunden:[4]

  • 1554 Kahl
  • 1564 Kalde
  • 1670 Khal
  • 1681 Kaal
  • 1819 Kahl links vom Kahlfluße
  • 1830 Kaal im Grund
  • 1842 Kahl im Grunde
  • 1850 Oberkahl
  • 1867 Kleinkahl

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil des heutigen Gemeindegebietes lag im Erzstift Mainz und wurde 1803 zugunsten des Erzkanzlers von Dalberg säkularisiert. Der Rest lag in der Herrschaft Krombach der Grafen von Schönborn und fiel bei der Mediatisierung 1806 an das Fürstentum Aschaffenburg. Mit ihm kam der Ort 1814 zum Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die Gemeinde Kleinkahl.

Die Gemeinde Albstadt gehörte zum Bezirksamt Alzenau, das am 1. Juli 1862 gebildet wurde. Dieses wurde am 1. Januar 1939 zum Landkreis Alzenau in Unterfranken. Mit dessen Auflösung kam Kleinkahl am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Aschaffenburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Kleinkahl, Großlaudenbach und Kleinlaudenbach zur neuen Gemeinde Kleinkahl zusammengeschlossen.[6]

Am 1. Januar 1976 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Edelbach eingegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 1469 Einwohner[7]
  • 1970: 1608 Einwohner[7]
  • 1987: 1582 Einwohner
  • 2000: 1842 Einwohner
  • 2011: 1859 Einwohner
  • 2014: 1806 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der letzten Kommunalwahl am 16. März 2014 hat der Gemeinderat zwölf Mitglieder, die alle zur Fraktion Wählergemeinschaft/CSU gehören. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,6 %. Weiteres Mitglied und Vorsitzender des Gemeinderates ist der Bürgermeister.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeisterin ist Angelika Krebs (Wählergemeinschaft).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Domdechant Karl Staab, geb. 17. März 1875, gest. 18. Januar 1954, Priesterweihe am 30. Juli 1899
  • Norbert Geis, deutscher Politiker (CSU), von 1971 bis zur Gebietsreform 1972 Bürgermeister der heutigen Gemarkung Edelbach, von 1972 bis 1978 Gemeinderat von Kleinkahl, seit 1987 Bundestagsabgeordneter

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch einen von Silber und Blau gespaltenen Wellenpfahl gespalten von Rot und Gold, vorne ein silbernes Glas (Spechter), hinten eine rote Burg mit drei Zinnentürmen

Wappengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der von Silber und Blau gespaltene Wellenpfahl weist auf die geografische Lage der Gemeinde am Fluss Kahl hin, der durch die Ortschaft fließt. Seit der Gebietsreform von 1970 besteht die Gemeinde Kleinkahl aus fünf Ortsteilen: Kleinkahl und Kleinlaudenbach am linken Kahlufer, Großkahl und Großlaudenbach am rechten Ufer. Edelbach liegt etwas weiter entfernt. Der Fluss, der seinen Ursprung zwei bis drei Kilometer entfernt hat, war im Mittelalter eine politische Grenze. Das Glas im vorderen Wappenteil ist ein so genannter „Spechter“ und weist auf die örtliche Glasproduktion seit dem Mittelalter hin. Die Farben Silber und Rot sind die Farben des Mainzer Kurstaats, zu dem das Gebiet bis 1803 gehörte. Die hintere Wappenhälfte zeigt das Wappen der Familie Ulner von Dieburg, einer aristokratischen Familie, die vom 15. bis 17. Jahrhundert im Gemeindegebiet nachgewiesen ist. Das Ulnersche Wappen wurde nicht nur für diese Familie in das Wappen genommen, sondern auch als Hinweis auf die Grafen von Rieneck und von Schönberg.

Das Wappen wird seit dem 18. Oktober 1985 geführt.


Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindesteuereinnahmen betrugen im Jahr 1999 umgerechnet 674 T€, davon betrugen die Gewerbesteuereinnahmen (netto) umgerechnet 8 T€.

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 160 und im Bereich Handel und Verkehr keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 27 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 667. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei Betriebe, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 28 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 563 ha, davon waren 162 ha Ackerfläche und 399 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dr.-Karl-Staab-Schulhaus in Kleinkahl

Es gibt folgende Einrichtungen (Stand: Januar 2011):

  • Kindergarten Spatzennest im Ortsteil Edelbach mit drei Gruppen, darunter eine Kleinkindgruppe
  • Pfarrbücherei im Erdgeschoss des Rathauses
  • Grundschule im Dr.-Karl-Staab-Schulhaus (Erbaut 1907, generalsaniert 1997–1998)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Oktober 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Einwohner Kleinkahl (Stand: 20. Juni 2012)
  3. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111122/001602&attr=OBJ&val=1543
  4. a b  Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. C.H.Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59131-0, S. 119.
  5.  Reihold Hein (Hrsg.): Kahlgrünner Wörderbuch. M. Kroeber GmbH, Linsengericht 2015, ISBN 978-3-00-051705-1.
  6.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 418.
  7. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 736.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinkahl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien