Kleinkind

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Kleinkinder können in der Regel laufen, sich aber noch nicht selbst anziehen. Die meisten Kleinkinder brauchen noch Windeln.

Der Begriff Kleinkind bezeichnet die Lebensphase des Menschen des zweiten und dritten Lebensjahres.[1]

Bei Kindern im ersten Lebensjahr spricht man von Säuglingen. Bei Kindern im fünften und sechsten Lebensjahr spricht man von Vorschulkindern. Das vierte Lebensjahr wird von einigen Autoren noch dem Kleinkindalter, von den meisten aber schon dem Vorschulalter zugerechnet.

Körperliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größe und Gewicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten zwei Lebensjahren kann ein körperlicher Minderwuchs des Kindes (Größe und Gewicht), der aus der Entwicklung im Mutterleib resultiert, aufgeholt werden. Jedoch verläuft das Wachstum nach gewissen Gesetzmäßigkeiten, die von Geburtsgewicht und -größe abhängig sind, wobei sich die Werte in aller Regel in einer bestimmten Perzentile bewegen. Mit dem 2. Lebensjahr ist etwa das Vierfache des Geburtsgewichtes erreicht.[2]

Motorik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kleinkindalter erlernen Kinder komplexere motorische Fähigkeiten. Nachdem sie meist bis zum Ende des 12. Monats von selbst aufstehen und zu laufen beginnen, können sie am Ende des 18. Monats Treppen mit Geländer hinaufgehen (Nachführschritt), rückwärts laufen und mit einem Löffel essen; die Fähigkeit, Treppen im Wechselschritt zu besteigen, erfolgt im 3. Lebensjahr. Im Alter von zwei Jahren können sie einen Ball aus dem Stand mit dem Fuß stoßen, ohne sich festzuhalten, und Perlen auffädeln.[3]

Geistige Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der Kleinkindphase lernt das Kind soziales Rollenverhalten und die Sprachfähigkeiten.

Bis zum 7. Lebensmonat besteht beim Säugling eine starke Beziehung zur Bezugsperson, meist der Mutter. Erst ab dem 12. Lebensmonat wird zwischen sich und der Umwelt unterschieden und der Bewegungsdrang nimmt erheblich zu. Gleichzeitig wird der Wortschatz, der mit 1 bis 2 Jahren rasch anwächst, ausgebaut. Er enthält vorerst Gegenstands-, dann Tätigkeits- und letztlich Eigenschaftsbezeichnungen. Zu Ende des 9. Monats ahmen die Kinder Laute nach und sprechen zwischen dem 12. und 18. Monat erste Worte. Erste Zweiwortsätze bildet das Kleinkind frühestens mit 15 bis 18 Monaten,[4] regelmäßig aber mit zwei Jahren.[5] Es gibt allerdings ausgesprochene Frühstarter und ebenso ausgesprochene Spätzünder. „Die Spätsprecher fangen erst gar nicht vor eineinhalb Jahren an,...während Frühsprecher schon mit 10 Monaten ca. 12 Wörter gebrauchen.“[6] Im 2. und 3. Lebensjahr schreitet die Entwicklung von Fantasie und der eigenen Willensbildung voran. Ab etwa dem 4. Lebensjahr steigt der Wunsch nach Selbständigkeit und die Orientierung zu Gleichaltrigen. Das Denken wird anschaulich und findet Betätigung vor allem im Spiel.

Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In die Säuglings- und Kleinkindphase (insbesondere im ersten Lebensjahr) fallen mehrere Impfungen (zum Beispiel gegen Poliomyelitis, gegen Diphtherie und Tetanus, gegen Keuchhusten) und ärztliche Untersuchungen, um Krankheiten vorzubeugen bzw. Fehlentwicklungen zu erkennen und zu verhindern. In Deutschland werden diese unter Kindervorsorgeuntersuchung zusammengefasst. Im Kleinkindalter, vor allem ab dem Zeitpunkt, zu dem die Kinder in Kontakt mit anderen Kindern treten (z.B. Kinderkrippe), treten häufige Infektionen auf. Die meisten dieser Infektionen verlaufen als Erkältung oder als Gastroenteritis (Erbrechen, Durchfall). Dabei haben die Kinder häufig Fieber.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinkinder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Kleinkind – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
  • Trocken und sauber werden – kindergesundheit-info.de: unabhängiges Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Florian Steger: Altern im Leben. Alterstopoi in der antiken Medizin? In: Dorothee Elm, Thorsten Fitzon, Kathrin Liess, Sandra Linden (Hrsg.): Alterstopoi. Das Wissen von den Lebensaltern in Literatur, Kunst und Theologie. De Gruyter, Berlin, New York 2009, ISBN 978-3-11-020845-0, S. 108 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Wilfried de Nève, Wolfgang Presber (Hrsg.): Ergotherapie: Grundlagen und Techniken. Elsevier 2003 (S. 384) (Scan bei Google Buchsuche)
  3. ebendort, S. 387
  4. Remo H. Largo: Babyjahre. Piper 2008 (S. 344)
  5. Familien-Wegweiser - Stichwortverzeichnis. In: www.familien-wegweiser.de. Abgerufen am 19. April 2016.
  6. Wolfgang und Jürgen Butzkamm: Wie Kinder sprechen lernen. Kindliche Entwicklung und die Sprachlichkeit des Menschen. Francke 2008 (S. 103)