Kleinmölsen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kleinmölsen
Kleinmölsen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kleinmölsen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 2′ N, 11° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Sömmerda
Verwaltungs­gemeinschaft: Gramme-Aue
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 4,3 km²
Einwohner: 317 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99198
Vorwahl: 036203
Kfz-Kennzeichen: SÖM
Gemeindeschlüssel: 16 0 68 032
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstr. 16
99195 Großrudestedt
Webpräsenz: www.kleinmoelsen.de
Bürgermeisterin: Monika Poppitz (parteilos)
Lage der Gemeinde Kleinmölsen im Landkreis Sömmerda
Alperstedt Andisleben Beichlingen Bilzingsleben Büchel Buttstädt Buttstädt Eckstedt Ellersleben Elxleben Eßleben-Teutleben Frömmstedt Gangloffsömmern Gebesee Griefstedt Großbrembach Großmölsen Kölleda Großneuhausen Großrudestedt Günstedt Guthmannshausen Hardisleben Haßleben Henschleben Herrnschwende Kannawurf Kindelbrück Kleinbrembach Kleinmölsen Kleinneuhausen Kölleda Mannstedt Markvippach Nöda Olbersleben Ollendorf Ostramondra Rastenberg Riethgen Riethnordhausen (bei Erfurt) Ringleben (bei Gebesee) Rudersdorf Schillingstedt Schloßvippach Schwerstedt Sömmerda Sprötau Straußfurt Udestedt Vogelsberg Walschleben Weißensee Werningshausen Witterda Wundersleben ThüringenKarte
Über dieses Bild

Kleinmölsen ist eine Gemeinde im Landkreis Sömmerda in Thüringen. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Gramme-Aue an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Großrudestedt hat.

Kirche St. Burchardi
Kriegerdenkmal auf dem Kirchplatz

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinmölsen liegt im südöstlichen Teil des Thüringer Beckens. Östlich der Ortslage, allerdings schon in Großmölsener Flur, verläuft der Gramme-Bach, in den der aus Westen kommende Linderbach (entspringt in der "Suhlequelle" südlich von Windischholzhausen und ist Namensgeber für den Ortsteil von Erfurt, Linderbach) einmündet. Durchflossen wird Kleinmölsen vom Mühlgraben, dessen Wasser am westlichen Ortsrand entspringt und im Osten in die Gramme mündet.

In Nord-Süd-Richtung wird der Ort von der Landesstraße L1056 ("Vieselbacher Straße" (ab Ortsmitte nach Süden) bzw. "Udestedter Straße" (ab Ortsmitte nach Norden)) durchzogen, die Kleinmölsen mit der südlich in Ost-West-Richtung verlaufenden Landesstraße L1055 (Töttleben-Großmölsen) verbindet sowie als Kreisstraße K515 mit Vieselbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals wurde die Gemeinde im Jahr 876 als Mulinhus urkundlich erwähnt. 1286 / 1343 kam das Dorf als Wenigenmolhusin an Erfurt, später hieß es auch Kleinmühlhausen.

Der Ort gehörte ursprünglich zur Grafschaft Vieselbach[2] und kam mit deren Verkauf im Jahr 1343 zum Gebiet der Stadt Erfurt. 1802 gelangte er mit dem Erfurter Gebiet an Preußen und zwischen 1807 und 1813 an das französische Fürstentum Erfurt. Mit dem Wiener Kongress kam der Ort 1815 mit dem Amt Azmannsdorf zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (Amt Vieselbach), zu dessen Verwaltungsbezirk Weimar er ab 1850 gehörte.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

  • 1994 - 258
  • 1995 - 255
  • 1996 - 272
  • 1997 - 330
  • 1998 - 372
  • 1999 - 386
  • 2000 - 396
  • 2001 - 386
  • 2002 - 398
  • 2003 - 390
  • 2004 - 367
  • 2005 - 366
  • 2006 - 361
  • 2007 - 354
  • 2008 - 358
  • 2009 - 348
  • 2010 - 337
  • 2011 - 343
  • 2012 - 334
  • 2013 - 324
  • 2014 - 319

Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Kleinmölsen setzt sich aus 6 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Bei den Wahlen 1994 gingen 2 Sitze an die FDP-Kandidaten und 4 Site an die Unabhängige Wählergruppe (UWG).[4] Da die FDP-Fraktion bei den Wahlen 1999 keine Kandidaten aufstellte, gingen alle 6 Sitze an die UWG.[5] Bei den Wahlen 2004[6] trat erstmals die örtliche Freiwillige Feuerwehr (FFw) bei den Gemeinderatswahlen an und erhielt insgesamt 4 Sitze zugesprochen. Auch bei den Wahlen 2009[7] und 2014[8] gingen 4 Sitze an die FFw und die übrigen beiden Sitze an die UWG, wobei die FFw seit 2004 stetig ihren Stimmenanteil bei jeder Wahl gegenüber der UWG ausbauen konnte.

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehrenamtliche Bürgermeisterin Monika Poppitz wurde erstmals am 13. Juni 1999 in das Amt gewählt und löste die langjährige Bürgermeisterin Hedwig Biener ab, die nicht wieder kandidierte. Monika Poppitz wurde am 27. Juni 2004 und zuletzt am 6. Juni 2010 in ihrem Amt bestätigt.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirmes: Die zuletzt vom Heimat- und Traditionsverein ausgerichtete Veranstaltung findet immer Anfang Juli statt. Der ursprüngliche Termin im Monat Oktober wurde bereits zu DDR-Zeiten in den landwirtschaftlich nicht ganz so anspruchsvollen Monat Juli verschoben, um die Erntezeit im Monat Oktober effektiver nutzen zu können. Zeitweise wurde die sogenannte Nachkirmes auf den ursprünglichen Termin gelegt, um diesen Termin in Erinnerung der Einwohner zu halten. Die nach längerer Pause erst im Jahr 2001 wiederbelebte Kirmes pausierte nach 14 Jahren ohne Unterbrechung erneut erstmals 2015.
  • OpenAir Festival: Seit 2001 wurde dieses Event jährlich im Hochsommer (meist Ende Juli oder Anfang August) auf dem Dorfplatz vom Heimat- und Traditionsverein veranstaltet. Die in Dorf und Umland durchaus populäre Veranstaltung wurde auf Grund der Auflösung des Vereins im Jahr 2015 nach 14 Veranstaltungen erstmals ausgesetzt. Eine Neuauflage ist derzeit fraglich.
  • Weihnachtskrippenspiel: immer am 24. Dezember. Das Weihnachtskrippenspiel wurde 2004 anlässlich des 400-jährigen Kirchweihfestes in Kooperation zwischen Kirchgemeinde und dem örtlichen Heimat- und Traditionsverein als Erwachsenenkrippenspiel nach 12 Jahren Pause wiederbelebt. Die insgesamt 7 Aufführungen in den Jahren 2004 bis 2010 genossen nicht nur im Ort selber, sondern auch über die Ortsgrenzen hinaus, durchaus eine Art Kultstatus. Auf Grund unterschiedlicher Auffassungen zwischen Pfarrer, Gemeindekirchenrat und Verein hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung der Aufführungen zogen sich aus Protest sämtliche erwachsene Protagonisten, und damit auch gänzlich der Heimat- und Traditionsverein, aus dem Projekt zurück. Die Kirchgemeinde führte ab 2011 das Krippenspiel in alleiniger Verantwortung als Kinderkrippenspiel fort, jedoch einhergehend mit einem massiven Einbruch der Besucherzahlen und Spendengelder.
  • Maifeuer: das von der Freiwilligen Feuerwehr veranstaltete Fest findet jährlich statt. Ursprünglich wurde es rund um den 1. Mai begangen, 2015 wurde das Fest erstmals auf das Pfingstwochenende verlegt und soll nunmehr regelmäßig an diesen Wochenenden stattfinden.
  • Dorfplatzfest: dieses von der Gemeinde veranstaltete Fest findet, mit Unterbrechungen, seit den 1980er Jahren mit Unterbrechungen jährlich in den Sommermonaten statt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Kleinmölsen befindet sich die 1604 erbaute St. Burchardikirche. Sie wurde 1719 zur Evangelischen Pfarrkirche bestimmt, als deren erster Pfarrer ist J.B. Saltzmann bekannt.

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auf dem Kirchplatz mahnt ein Denkmal an die Gefallenen der beiden Weltkriege.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während des Zweiten Weltkrieges mussten 33 Frauen und Männer aus Polen und Jugoslawien in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Störzner: Kleinmölsen. 876-2001. Festschrift 1125 Jahre Ortsgeschichte. Erfurt 2001, S. 96.
  • Frank Störzner: Burchardi-Kirche Kleinmölsen 1604-2004. Festschrift zum 400. Kirchenbaujubiläum. Erfurt 2004, S. 18.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Beschreibung des Erfurter Gebiets, Orte der Grafschaft Vieselbach S. 247
  3. Orte des Verwaltungsbezirks Weimar im Gemeindeverzeichnis 1900
  4. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  5. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  6. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  7. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  8. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  9. http://www.wahlen.thueringen.de/wahlseite.asp?aktiv=KW01&startbei=kommunalwahlen/KW_wahlergebnisse.asp
  10. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 280, ISBN 3-88864-343-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinmölsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien