Kleinnaundorf (Freital)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Kleinnaundorf
Große Kreisstadt Freital
Koordinaten: 50° 59′ 29″ N, 13° 41′ 48″ O
Höhe: 320 m
Fläche: 1,63 km²
Einwohner: 1072 (29. Sep. 2009)
Bevölkerungsdichte: 658 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 01705
Vorwahl: 0351
WurgwitzKohlsdorfNiederhermsdorfPesterwitzSaalhausenZauckerodeNiederpesterwitzPotschappelDöhlenBirkigtUnterweißigWeißigGroßburgkKleinburgkZschiedgeKleinnaundorfNiederhäslichDeubenHainsbergSchweinsdorfCoßmannsdorfSomsdorfKleinburgkWilsdruffDresdenTharandtKlingenbergRabenauBannewitzKarte
Über dieses Bild
Lage von Kleinnaundorf in Freital

Kleinnaundorf ist ein Stadtteil der sächsischen Großen Kreisstadt Freital im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und hat den Status einer Ortschaft.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinnaundorf befindet sich in einer Talsenke am östlichen Rand Freitals, südlich von Dresden. Umgeben wird es von Freital-Burgk im Westen, Dresden-Gittersee im Norden sowie Cunnersdorf und Welschhufe (beide zu Bannewitz) im Osten. Südlich benachbart liegt der Kiefernberg, der kleine Nachbar des Windbergs oberhalb des Poisentals. In Kleinnaundorf liegt die Quelle des Kaitzbachs, welcher die Kleinnaundorfer Talsenke durchfließt, im Kaitzgrund beim namensgebenden Ort Kaitz in das Dresdner Stadtgebiet eintritt und nach weiteren, teilweise unterirdischen Verlauf durch Dresden in die Elbe mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinnaundorf wurde im Jahr 1144 erstmals erwähnt und ist damit der zweitälteste Stadtteil Freitals. Seit 1831 gibt es die Schule Kleinnaundorf. Mit der zunehmenden Industrialisierung im 19. Jahrhundert entwickelte sich Kleinnaundorf zur Arbeitersiedlung. Wie im gesamten Freitaler Raum war der bis 1930 betriebene Kohlebergbau der wichtigste Arbeitgeber. Am 1. Januar 1974 wurde Kleinnaundorf in die Stadt Freital eingemeindet.[1] Durch Kleinnaundorf führte die ehemalige Windbergbahn, deren Gleise seither entfernt wurden. Die ehemaligen Bahndämme der früheren Kohlebahn liegen südlich um den Ort und sind als Wander- und Radwege ausgebaut worden. Dafür wird der Bahndamm seit Mai 2015 schrittweise asphaltiert und die Brücken erhalten neue Geländer.

2015 nahm Kleinnaundorf am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ teil.[2] Für die nächsten ist am zentral gelegenen Festplatz gegenüber der Schule das Vereinsheim sowie ein Kultur- und Freizeitzentrum einschließlich einer Bowlingbahn geplant.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätte "Bergmannsgrab" am ehem. Segen-Gottes-Schacht in Kleinnaundorf

Südlich des eigentlichen Ortes liegt die kleine Siedlung Am Segen auf dem Bergwerksgelände des Segen-Gottes-Schachtes. Hier befindet sich neben einigen Wohnhäusern, einer Gartensparte und dem ehemaligen LPG-Gelände ein 1870 errichtetes Bergmannsdenkmal. Es erinnert an die 276 Bergleute, die am 2. August 1869 bei einer Schlagwetterexplosion im Segen-Gottes-Schacht und Neuhoffnungsschacht ihr Leben verloren. Anzumerken ist das König-Albert-Denkmal auf dem Windberg, das 1904 eingeweiht wurde und seitdem über Freital steht. Das Denkmal wurde 2008 durch Spenden rekonstruiert. Dieser meist als „Windbergdenkmal“ bezeichnete Obelisk gilt als Wahrzeichen der Stadt Freital und wird verschiedentlich als Symbol gesetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kleinnaundorf wird im Zuge der Kommunalwahlen seit 1999 der Ortschaftsrat gewählt. Der Ortsvorsteher ist seit den letzten Wahlen 2014 Thomas Käfer (Freie Bürger Kleinnaundorf). Es existieren zwei Wahlbezirke (Kleinnaundorf & Briefwahlvorstand 4).[4]

Die ersten Ortschaftsratswahlen in Kleinnaundorf fanden am 13. Juni 1999 statt. Die Freien Bürger Kleinnaundorf erreichten bei der Wahl 61,8 % der Stimmen und damit 5 Mandate im Ortschaftsrat. Die ebenfalls angetretene CDU erhielt 38,2 % und kam damit auf 3 Mandate. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,4 %.[5]

Die zweite Kleinnaundorfer Ortschaftsratswahl am 13. Juni 2004 brachte für die Freien Bürger Kleinnaundorf alle 8 Sitze, da sie 99,9 % der Stimmen erreichten. Ein ebenfalls angetretener Eigenbewerber erhielt nur eine Stimme und damit 0,1 % der Gesamtstimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,7 %.[6]

Am 7. Juni 2009 wurde der dritte Kleinnaundorfer Ortschaftsrat gewählt. Nach der Wahl hatten die Freien Bürger Kleinnaundorf wieder alle 8 Sitze inne. Sie erreichten 89,7 % der Stimmen und setzten sich damit gegen die FDP (10,3 %) durch. Die Wahlbeteiligung stieg auf 53,9 %.[7]

Der vierte Kleinnaundorfer Ortschaftsrat wurde in der Wahl am 25. Mai 2014 ermittelt. Erneut gingen alle Sitze an die Freien Bürger Kleinnaundorf, die 90,4 % der abgegebenen Stimmen auf sich vereinen konnten. Ebenfalls angetreten war die SPD. Sie kam auf 9,6 %, was nicht für einen Sitz im Ortschaftsrat reichte. Es gingen 60,2 % der Kleinnaundorfer wählen, ein erneuter Anstieg im Vergleich zu 2009.[8]

Stimmenanteile in Prozent
Jahr Wahlbeteiligung FBK CDU FDP SPD sonstige
1999 54,4 61,8 38,2
2004 50,7 99,9 0,1
2009 53,9 89,7 10,3
2014 60,2 90,4 9,6
Sitzverteilung
Jahr Gesamt FBK CDU FDP SPD sonstige
1999 8 5 3
2004 8 8 0
2009 8 8 0
2014 8 8 0

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Friedenskapelle zu Kleinnaundorf

An der Saarstraße befindet sich die Friedenskapelle Kleinnaundorf, die am 3. Advent 1950 geweiht wurde. Sie war eine der ersten Kirchenneubauten nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Evangelisch-lutherische Gotteshaus gehört zur Kirchgemeinde Bannewitz. Zum Gelände gehört noch ein Friedhof.[9]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sportgemeinschaft Kleinnaundorf wurde 1869 als „Turnverein Carola“ gegründet.

Anfangs wurde im Saal einer Gaststätte an der Steigerstraße geturnt, 1908 wurde eine eigene Turnhalle errichtet. Für kurze Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war die Sportgemeinschaft sogar der größte und erfolgreichste Sportverein im Dresdner Umland. In den 1920er Jahren wurde ein Sportplatz seiner Bestimmung übergeben. Nach 1945 erhielt der Verein seinen neuen Namen. Die Jugendmannschaft der Sektion Handball erreichte Mitte der 1960er Jahre einen Meistertitel. Mitte der 2000er Jahre wurde ein Beachvolleyballplatz eingerichtet, die Turnhalle wurde 2008 umfassend saniert und erweitert. Derzeit bietet der Verein Tischtennis, Volleyball sowie Tamburello an. Im Tamburello spielt die Mannschaft regelmäßig bei den German open mit und erzielt vordere Plätze.[10][11]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haltepunkt Kleinnaundorf

Der Ort war durch die Windbergbahn über den Haltepunkt Kleinnaundorf bis zur Stilllegung im Jahr 1957 direkt mit dem Dresdner Hauptbahnhof verbunden.[12]

alte Bahnbrücke in Kleinnaundorf

Die Dresdner Verkehrsbetriebe unterhielten die Linie 71 von Dresden-Coschütz nach Kleinnaundorf Steigerstraße im Ortszentrum. Diese Linie wurde trotz Proteste der Anwohner zum 15. Februar 2014 eingestellt.[13] Der Regionalverkehr Dresden betreibt derzeit drei Linien durch den Freitaler Ortsteil.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 fand ein Teil der Dreharbeiten zu Go Trabi Go 2 – Das war der wilde Osten am ehemaligen Freibad statt, die Turnhalle der SG Kleinnaundorf diente als Kulisse für die Gartenzwergfabrik.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleinnaundorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Herausgeber): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Landkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge - „Unser Dorf hat Zukunft“. In: www.landratsamt-pirna.de. Abgerufen am 14. Dezember 2015.
  3. Das fliegende Vereinsheim. In: SZ-Online. Abgerufen am 14. Dezember 2015 (deutsch).
  4. https://session.freital.de/sessionnet/wahl/App/otw2014kl.html
  5. Ortschaftsratswahl 1999, Gemeinde Freital, Stadt, Ortschaft Kleinnaundorf, Endgültiges Ergebnis. In: statistik.sachsen.de. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 3. September 2015.
  6. Wahlberechtigte, Wähler, Stimmzettel, Stimmen- und Sitzverteilung bei der Wahl am 13. Juni 2004 in der Ortschaft Kleinnaundorf; Gemeinde Freital, Stadt; Weißeritzkreis. In: statistik.sachsen.de. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 3. September 2015.
  7. Wahlberechtigte, Wähler, Stimmzettel, Stimmen- und Sitzverteilung bei der Wahl am 7. Juni 2009 in der Ortschaft Kleinnaundorf; kreisangehörige Stadt Freital; Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In: statistik.sachsen.de. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 3. September 2015.
  8. Wahlberechtigte, Wähler, Stimmzettel, Stimmen- und Sitzverteilung bei der Wahl am 25. Mai 2014 in der Ortschaft Kleinnaundorf; kreisangehörige Stadt Freital; Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. In: statistik.sachsen.de. Statistisches Landesamt Sachsen, abgerufen am 3. September 2015.
  9. Gee Master of F8: Kirche Bannewitz | Kapelle Kleinnaundorf. In: www.kirche-bannewitz.de. Abgerufen am 21. Dezember 2016.
  10. http://kleinnaundorf.de/sport.html
  11. http://www.tamburellokleinnaundorf.de/
  12. Point of Interest auf kleinnaundorf.de
  13. http://www.sz-online.de/nachrichten/linie-71-soll-ab-augusteingestellt-werden-2606624.html