Kleinzschachwitz

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Dieser Artikel behandelt den Dresdner Stadtteil Kleinzschachwitz. Zum gleichnamigen statistischen Stadtteil Dresdens siehe Kleinzschachwitz (statistischer Stadtteil).

51.00694444444413.851388888889Koordinaten: 51° 0′ 25″ N, 13° 51′ 5″ O

Kleinzschachwitz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Höhe: 110–120 m ü. NN
Eingemeindung: 1. April 1921
Postleitzahl: 01259
Vorwahl: 0351
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Lage der Gemarkung Kleinzschachwitz in Dresden

Kleinzschachwitzer Ufer und Elbwiesen

Kleinzschachwitz ist ein Stadtteil im Südosten der Landeshauptstadt Dresden im Ortsamtsbereich Leuben. Dieser erstreckt sich entlang des Südufers der Elbe gegenüber dem Stadtteil Pillnitz. Gemeinsam mit Zschieren und Meußlitz bildet er den statistischen Stadtteil Kleinzschachwitz.

Der Stadtteil gehört wegen seiner lockeren Bebauung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Villen zu den besten Wohngegenden der Stadt. Seine Lage gegenüber dem Schloss Pillnitz im Dresdner Elbtal wertet den Stadtteil als Wohnstandort zusätzlich auf.

Kleinzschachwitz ist über die Straßenbahnlinie 2 direkt mit dem Stadtzentrum verbunden. Mittels der Buslinien 86 und 88 sind darüber hinaus nahe gelegene Stadtteile und die Stadt Heidenau erreichbar. Die Schlossfähre, die auch Autos übersetzt, verbindet Kleinzschachwitz mit Pillnitz.

Geschichte[Bearbeiten]

In einer Kaufurkunde des Klosters Altzella wurde Kleinzschachwitz am 6. Juli 1310 erstmals als “villa Schyzewycz” erwähnt.[1] Nach einer zwischenzeitlichen Bezeichnung „Zscheisewitz“ setzte sich Mitte des 19. Jahrhunderts der Name Kleinzschachwitz in Unterscheidung zum benachbarten Großzschachwitz durch.[2]

Zeitweise wüst geworden, entstanden im Ortsbereich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erneut Gebäude.[1] 1721 wurde die Fähre zum auf der anderen Elbseite liegenden Schloss Pillnitz geschaffen. Für die Fährleute, bis 1911 ausschließlich Angehörige der sächsischen Armee, errichtete man die heute als Gaststätte genutzte burgartige Pontonierkaserne am Elbufer. Der russische Fürst Nikolai Abramowitsch Putjatin siedelte sich 1797 in Kleinzschachwitz an, wo er bis zu seinem Tod 1830 lebte. Hier erbaute der Fürst nach eigenen Plänen sein „Storchennest“, ein Landhaus im extravaganten Stil mit 16 Balkonen und minarettartigem Turm.

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts bestand das Dorf lediglich aus wenigen Häusern rund um den heutigen Dorfplatz Altkleinzschachwitz.[2] 1886 erhielt Kleinzschachwitz eine eigene Station der Dampfschifffahrt, womit der ruhig gelegene Ort als Wohnsitz für wohlhabende Dresdner und als Ausflugsziel interessant wurde. Im Jahr 1936 kam die Anbindung an Dresden mit der Straßenbahn hinzu.

Am 1. April 1921 erfolgte die Eingemeindung zur Stadt Dresden.

Gegenwart[Bearbeiten]

Beim Elbhochwasser im August 2002 wurden trotz der Nähe zum Fluss nur Teile des Stadtteils überflutet. Der alte Dorfkern und damit wesentliche Teile des Orts liegen erhöht. Kleinzschachwitz wurde von der Elbe eingeschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Die Storchennestvilla, das Landhaus von Putjatin in Kleinzschachwitz, um 1837
Söhne und Töchter der Gemeinde
  • Martin Weis (1907-1970), NSDAP-Politiker und SA-Führer
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
  • Nikolai Abramowitsch Putjatin, auch: Putiatin, Puttiatin und Poutiatine (1749–1830), lebte in seinem Landhaus in Kleinzschachwitz als Menschenfreund, Stifter, Philosoph und liebenswerter Sonderling. Er gründete 1823 die erste Schule für die Kinder von Kleinzschachwitz, das heutige Putjatinhaus.
  • Anton Rubinstein, (1829-1894), Komponist, Klaviervirtuose und Dirigent, verbrachte hier den Sommer 1892 (Gedenktafel Fanny-Lewald-Straße 1)
  • Otto Försterling (1843–1904), Genre- und Landschaftsmaler
  • Walter Frenzel (1884–1970), Textiltechniker und Hochschullehrer, wurde in Kleinzschachwitz geboren
  • Thomas Rosenlöcher (* 1947), Schriftsteller, u.a. Gedichtband „Ich lag im Garten bei Kleinzschachwitz“ (1982)

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gert Scykalka: Kleinzschachwitz - vom Dorf zum Villenvorort, in: Barlmeyer, Werner: Dresdner Geschichtsbuch, Bd. 10, Altenburg 2004, DZA-Verlag, S. 44-81

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kleinzschachwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gert Scykalka: „Kleinzschachwitz - vom Dorf zum Villenvorort.” In: Barlmeyer, Werner: Dresdner Geschichtsbuch, Bd. 10, Altenburg 2004, DZA-Verlag, S. 44-81.
  2. a b Kleinzschachwitz. Dresdner Stadtteile. 2012. Abgerufen am 6. Juli 2012.