Kleist-Museum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Kleist-Museum Frankfurt (Oder)

Das Kleist-Museum in der Faberstraße 7 in Frankfurt (Oder) widmet sich dem Leben und Werk Heinrich von Kleists.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1922/23 wurde auf Anregung der damaligen Kleist-Gesellschaft im Geburtshaus des Dichters das erste Museum eingerichtet. 1937 wurde die Kleist-Ausstellung in das Oderland-Museum im Lienau-Haus integriert. Sowohl Kleists Geburtshaus als auch das Lienau-Haus brannten im April 1945 nieder.

Nach Kriegsende wurde in der Stadtbibliothek allmählich eine neue Sammlung aufgebaut. Nach dem Umbau der ehemaligen Garnisonsschule konnte die Sammlung dann dorthin umverlagert werden und so wurde am 20. September 1969 offiziell die „Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte“ eröffnet. Am 21. Oktober 1995 wurde der „Kleist- Gedenk- und Forschungsstätte e.V.“ gegründet, der seitdem der Träger des Kleist-Museums ist.

Neben der Pflege des geistigen und literarischen Erbes Heinrich von Kleists widmet sich das Museum auch dem literarischen Erbe Ewald Christian und Franz Alexander von Kleists sowie Caroline und Friedrich de la Motte Fouqués. Regelmäßig finden Lesungen, Vorträge und literarisch-musikalische Veranstaltungen entsprechend der jeweiligen Ausstellung statt wie auch das Sommerfest im Juni und die Kleistfesttage im Oktober.

Die Sammlungen gliedern sich in mehrere Bereiche:

Die Kunstsammlungen umfassen Zeugnisse der Auseinandersetzung bildender Künstler mit Leben und Werk des Autors. Die Theatralia beinhalten Materialien zu Inszenierungen der Werke, in den Musealia sind Gegenstände mit Bezug zu Kleist gesammelt. Mediale Objekte runden die Sammlung ab.

Die Bibliothek des Museums ist eine Spezial- und Forschungsbibliothek zu Heinrich von Kleist und seiner Zeit. Sie enthält etwa 10.000 Bände und ist als Präsenzbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich.

Das alte Museum befindet sich in der ehemaligen Garnisonsschule, die heute denkmalgeschützt ist.[1] Am 17. Oktober 2013 wurde der 5,4 Millionen Euro teure Neubau eröffnet. Er ist direkt mit dem alten Museum mittels einer Glas-Stahl-Konstruktion verbunden.[2] Von 2007 bis 2016 war der Schriftsteller Wolfgang de Bruyn Direktor des Museums. Seitdem leitet die Historikern Hannah Lotte Lund das Haus. Die seit 2013 präsentierte Dauerausstellung des Museums trägt den Titel „Rätsel, Kämpfe, Brüche“[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Barthel: Das Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) 1953–2003. Frankfurt (Oder), Kleist-Museum 2003. ISBN 3-9808900-1-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kleist-Museum Frankfurt (Oder) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Stadt Frankfurt (Oder) (PDF; 808 kB)
  2. Kleists neues Haus ist eröffnet, Abgerufen am 18. Oktober 2013
  3. Auf den Satzbau kommt es an in Süddeutsche Zeitung vom 18. Oktober 2013, Seite 14

Koordinaten: 52° 20′ 37,7″ N, 14° 33′ 26,2″ O