Klima-Bündnis
| Klima-Bündnis (Klima-Bündnis) | |
|---|---|
| Rechtsform | Eingetragener Verein nach deutschem Recht |
| Gründung | 1990, Frankfurt am Main, Deutschland |
| Sitz | Frankfurt am Main |
| Schwerpunkt | Kommunaler Klimaschutz, kommunale Klimaanpassung, Klimagerechtigkeit, Partnerschaft mit indigenen Völkern Amazoniens |
| Aktionsraum | Europa |
| Umsatz | 4.609.655 Euro (2019) |
| Mitglieder | 2.009 (Dezember 2025)[1] |
| Website | https://www.klimabuendnis.org/ |
Das Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder / Alianza del Clima (kurz: Klima-Bündnis) ist ein 1990 gegründetes Netzwerk von Städten, Gemeinden und Landkreisen, die sich verpflichtet haben, das Weltklima zu schützen. Die über 2.000 Mitglieder aus mehr als 25 europäischen Ländern setzen sich für die Reduktion der Treibhausgas-Emissionen vor Ort ein. Ihre Bündnispartner sind die indigenen Völker der Regenwälder im Amazonasgebiet, sie werden von der COICA vertreten, der Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica (dt.: Koordination der Indigenenorganisationen der neun Anrainerstaaten des Amazonasbeckens).
Die Mitglieder verpflichten sich selbst zu einer kontinuierlichen Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen (mindestens 10 % alle fünf Jahre) und streben an, bis 2050 ihre Emissionen um 95 % zu reduzieren (im Vergleich zu 1990), entsprechend der Forderungen des Weltklimarats. Durch den Beschluss zur Mitgliedschaft bekennen sie sich zudem zu einem umfassenden und gerechten Klimaschutz im Einklang mit den Klima-Bündnis-Prinzipien und fördern die Klimagerechtigkeit.
Grundpfeiler des kommunalen Klimaschutzes sind Energieeinsparungen und Energieeffizienz, die Nutzung regenerativer Energiequellen und klimaschonende Mobilität. Das Klima-Bündnis berät dabei Städte und Gemeinden zur Umsetzung von Klimaschutzstrategien und entwickelt anerkannte Werkzeuge zur einheitlichen Messung und Erfassung des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstoßes. Außerdem beteiligt sich die Organisation an Projekten und bietet Kampagnen für Kommunen in den Bereichen Mobilität, wie bspw. Stadtradeln, Bildungsarbeit und Gebäudesanierung an. Neben den eigenen Aktivitäten ist das Klima-Bündnis Partner weiterer Initiativen auf EU- und Deutschland-Ebene und tritt darüber hinaus auch politisch in Aktion; auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene setzt es sich für die Anliegen der im Klimaschutz engagierten europäischen Städte und Gemeinden ein und unterstützt die Organisationen indigener Völker.
In Übereinstimmung mit einem ganzheitlichen Ansatz wurde das Klima-Bündnis als Partnerschaft zwischen europäischen Kommunen und dem Dachverband der indigenen Völker des Amazonas, der COICA gegründet: Diese hat in der Regel einen Platz im Vorstand des Klima-Bündnis und vertritt die Interessen der indigenen Regenwaldvölker bei allen Aktivitäten. Die Klima-Bündnis-Mitglieder haben sich ihrerseits verpflichtet,
- auf die Nutzung von Tropenholz als auch von Holz aus Raubbau zu verzichten,
- Maßnahmen umzusetzen, die die biologische Vielfalt des Regenwaldes erhalten und die Rechte derer, deren Lebensgrundlage von diesen Wäldern abhängt, zu gewährleisten,
- die Rechte indigener Völker als beste „Verwalter“ der Regenwälder in nationalen und internationalen Strategien und Vereinbarungen zu unterstützen sowie
- den Dialog zwischen indigenen Völkern, Regierungen, dem privaten Sektor und internationalen Institutionen bezüglich einer ökologisch und sozial nachhaltigen Nutzung der Regenwälder zu fördern.
Mit dem Climate Star prämiert das Klima-Bündnis die besten Klimaschutzprojekte von Gemeinden in ganz Europa.[2]
Der Hauptsitz des Klima-Bündnis ist in Frankfurt am Main, außerdem gibt es noch Büros in Brüssel und Berlin. In Frankfurt und Berlin wird auch die Klima-Bündnis-Arbeit für Deutschland koordiniert. In Italien, Luxemburg, Österreich (Klimabündnis Österreich), Portugal, der Schweiz und Ungarn existieren nationale Koordinationsstellen; die Mitglieds-Körperschaften sind unter anderem in Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Ecuador, Finnland, Frankreich, Georgien, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Luxemburg, Niederlande, Nordmazedonien, Österreich, Peru, Polen, Portugal, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Ukraine verortet.[1]
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Liste deutscher Orte und Gemeinden, die den Klimanotstand ausgerufen haben
- Folgen der globalen Erwärmung
- Konvent der Bürgermeister
- Klimagerechtigkeit, Klimanotstand
- Stadtradeln
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Homepage des Klima-Bündnis: Deutsch, Englisch
- Klima-Bündnis und der Konvent der Bürgermeister
- Kampagne Kindermeilen - Kleine Klimaschützer unterwegs
- Kampagne STADTRADELN
- Kampagne Energiekarawane
- Bilanzierungsinstrument Klimaschutz-Planer
- Klima-Bündnis Italien (englisch)
- Klima-Bündnis Luxemburg
- Klima-Bündnis Österreich
- Klima-Bündnis Schweiz
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b Mitglieder. Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder / Alianza del Clima e. V., abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ Climate Star – Die beste kommunale Klimaschutzarbeit in Europa anerkennen. Abgerufen am 18. Dezember 2025.