Klimowka (Kaliningrad, Prawdinsk)

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Siedlung
Klimowka/Wicken
Климовка
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Prawdinsk
Frühere Namen Wicken (bis 1947)
Bevölkerung 41 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Postleitzahl 238403
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 233 804 006
Geographische Lage
Koordinaten 54° 22′ N, 20° 55′ OKoordinaten: 54° 22′ 0″ N, 20° 55′ 0″ O
Klimowka (Kaliningrad, Prawdinsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Klimowka (Kaliningrad, Prawdinsk) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Klimowka (russisch Климовка, deutsch Wicken) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Domnowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Domnowo (Domnau)) im Rajon Prawdinsk (Kreis Friedland (Ostpr.)).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimowka liegt zwei Kilometer nördlich der russisch-polnischen Staatsgrenze an einer Nebenstraße (ehemals deutsche Reichsstraße 142), die Prawdinsk (Friedland) (12 km) mit dem heute nicht mehr existenten Ort Schirokoje (Schönbruch) (2 km) verbindet und die vor 1945 weiter bis in das heute polnische Bartenstein (polnisch: Bartoszyce) führte. Schönbruch war bis 1945 die nächste Bahnstation an der Bahnstrecke von Wehlau (heute russisch: Snamensk) nach Heilsberg (heute polnisch: Lidzbark Warmiński), die nicht mehr betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1874 bis 1928 gehörte das einst Wicken genannte Gutsdorf zum damals neu entstandenen Amtsbezirk Groß Sporwitten[2] (russisch: Poddubnoje) im Landkreis Friedland, ab 1927 Landkreis Bartenstein (Ostpr.) im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 waren in Wicken 225 Einwohner registriert[3]. Am 1. November 1928 gab der Gutsbezirk Wicken (der Grafen zu Eulenburg) seine Eigenständigkeit auf und wurde in die Landgemeinde Schönbruch (russischer Teil: Schirokoje, polnischer Teil: Szczurkowo) eingemeindet und kam somit auch zum Amtsbezirk Schönbruch[4].

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Wicken mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt 1947 die Bezeichnung „Klimowka“.[5] Bis zum Jahr 2009 war es in den Domnowski sowjet (Dorfsowjet Domnowo (Domnau)) eingegliedert und ist seither aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[6] eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) eingestufte Ortschaft innerhalb der Domnowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Domnowo) im Rajon Prawdinsk.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohnerschaft Wickens war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession und in das Kirchspiel Schönbruch[7] (russischer Teil: Schirokoje, polnischer Teil: Szczurkowo) eingepfarrt. Es lag im Kirchenkreis Friedland (heute russisch: Prawdinsk), später Kirchenkreis Bartenstein (heute polnisch: Bartoszyce) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Der letzte deutsche Geistliche war Pfarrer Johann Hundsdörffer.

Heute liegt Klimowka im Einzugsbereich der evangelischen Kirchengemeinde in Domnowo (Domnau). Sie ist Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[8] in der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).

Söhne und Töchter des Dorfes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Deutsch Wilten/Groß Sporwitten
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Friedland
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schönbruch
  5. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  6. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 476 vom 21. Dezember 2004, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  7. Ortsverzeichnis/Kirchspiele Kreis Bartenstein
  8. Ev.-luth. Propstei Kaliningrad