Klingsor

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Dieser Artikel erläutert die literarische Figur; zu anderen Bedeutungen siehe Klingsor (Begriffsklärung).
Klingsor prophezeit die Geburt der heiligen Elisabeth von Thüringen, Wartburg (Eisenach/Thüringen)

Klingsor (auch: Klingsohr, Klinschor, Klingesor oder Klinsor) ist eine Zauberergestalt der mittelhochdeutschen Literatur.

Gestalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der deutschen Mythologie spielt Klingsor eine ähnliche Rolle wie der Merlin des anglo-irischen Mythos, wenn er auch nicht dessen Prominenz erreicht hat.

Klinschor (Herzog Terra di Lavoro), Schlossherr von Schastelmarveile (verballhorntes Altfranzösisch für "Schloss der Wunder"), findet sich in Wolframs von Eschenbach mittelalterlichem Versroman Parzival aus dem 13. Jahrhundert[1][2]. Ebenfalls im 13. Jahrhundert tritt König Klingesor von Ungerlant in der Manessischen Liederhandschrift (13. Jahrhundert) auf, wo er im Sängerkrieg auf der Wartburg Wolframs Gegenspieler (und zugleich der fiktive Autor des Werkes) ist.[3]

Wirkungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab der Romantik wird die Figur häufiger aufgegriffen. Während er aber bei Wolfram das Böse an sich verkörpert, nimmt die Figur dann die Züge des goetheschen Mephistopheles oder gar faustischen, zwiespältigen Charakter an:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfram von Eschenbach: Parzival und Titurel. XIII. Klinschor. In: Projekt Gutenberg-DE.
  2. Wolfram von Eschenbach: Parzival und Titurel. §. 21. Klinschor. In: Projekt Gutenberg-DE.
  3. vergl. Cod. Pal. germ. 848 Große Heidelberger Liederhandschrift (Codex Manesse) Zürich, 1305 bis 1340 Seite: 219v, Webfacsimile, Heidelberger historische Bestände – digital, Universitätsbibliothek Heidelberg