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Klingspor-Museum

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Klingspor-Museum (2021)
Detail Schriftteppich Karlgeorg Hoefer

Das Klingspor Museum in Offenbach am Main ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Buch- und Schriftkunst in kommunaler Trägerschaft. 1953 wurde es auf Basis der privaten Sammlung des Schriftgießereibetreibers Karl Klingspor gegründet. Das Museum befindet sich im Südflügel des Büsing-Palais. 2011 wurde das Gebäude nach historischem Vorbild saniert und aufgestockt und das provisorische Flachdach ersetzt.[1]

Rudolf Koch: Kabel

Zusammen mit dem benachbarten Haus der Stadtgeschichte betreibt das Museum auch die Druckwerkstatt im Bernardbau.[2] Alle zwei Jahre wird das Druckfestival Hot Printing vom Museumsteam ausgerichtet.[3]

Schriftprobe Offenbach

Im Rahmen seiner leitenden Tätigkeit bei der Schriftgießerei Gebrüder Klingspor hatte Karl Klingspor eine Sammlung an zeitgenössischen und historischen Objekten des Grafikdesigns und der Buchkunst angelegt. Knapp 3000 bibliophile Bücher der zeitgenössischen Buchkunst sind bis zu seinem Tod 1950 zusammengetragen worden, darunter auch äußerst wertvolle Ausgaben der Kelmscott Press, der Cranach Presse oder der Wiener Werkstätte. Die wertvollsten Ausgaben ließ Karl Klingspor von dem Buchbinder Ignatz Wiemeler mit Handeinbänden versehen, so dass die Sammlung auch eine stattliche Anzahl an Wiemeler-Einbänden enthält. In der Sammlung befinden sich daneben Nachlässe und Teilnachlässe von Werner Klemke, Rudolf Koch, Ernst Schneidler, Rudo Spemann, Marcus Behmer, Hugo Steiner-Prag und Rudolf von Larisch. Daneben erlauben umfangreiche Bestände an Schriftproben, Entwürfen und Korrespondenz aus der Schriftgießerei Gebrüder Klingspor einen Einblick in die Abläufe und Entscheidungen der Schriftgestaltung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Museum besitzt zudem die größte Sammlung von Arbeiten des Typographen Hendrik Nicolaas Werkman außerhalb der Niederlande, der mit seiner experimentellen Zeitschrift „The Next Call“ aus den Jahren 1923–1926 zu den einflussreichsten Avantgardisten der Typographie des 20. Jahrhunderts gehört.

In den letzten Jahren wurde besonderes Augenmerk auf die Dokumentation weiblicher Schriftgestaltung im 20. Jahrhundert gelegt. In der Sammlung befinden sich Type Designs und Entwürfe von Gudrun Zapf-von Hesse, Elisabeth Friedländer, Anna Maria Schildbach oder Ilse Schüle.

Im Klingspor Museum bilden die sogenannten Schriftteppiche daneben ein einzigartiges Konvolut der Schriftkunst des 20. Jahrhunderts. 42 Tapisserien und textile Wandarbeiten ergeben einen besonderen Sammlungsbestand, in dessen Zentrum eine Gruppe aus 11 Schriftteppichen der 1920er Jahre steht, konzipiert und ausgeführt von Rudolf Koch und seiner Werkstatt.

Einen Schwerpunkt bildet auch das zeitgenössische Bilderbuch, das seit 1955 jedes Jahr im Winter zum Inhalt der Internationalen Kinderbuch-Ausstellung im Klingspor Museum wird. Ein Lesesaalbetrieb im Museum macht alle Sammlungsbestände auf Anfrage zugänglich.

Eine umfangreiche Sammlung an Künstlerpublikationen des 20. und 21. Jahrhunderts, darunter auch Zines und Comics, bildet die Entwicklungen des Buches als Kunstwerk ab.

Heute umfasst die Sammlung ca. 85.000 Einheiten aus Künstlerbüchern, Malerbüchern, Pressendrucken, Schriftproben, Kalligrafien, Plakaten, Schriftteppichen und illustrierten Büchern.

Vorgeschichte und Gründung

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Mit der Rudhard’schen Schriftgießerei bestand im 19. Jahrhundert ein kleiner Schriftgießereibetrieb in Offenbach, der 1892 von Karl Klingspor übernommen wurde. 1904 firmierte die Rudhard’sche Schriftgießerei in Schriftgießerei Gebrüder Klingspor um. Die Schriftgießerei arbeitete mit bekannten Künstlern und Gestaltern wie Peter Behrens, Otto Eckmann, Heinrich Vogeler, Rudolf Koch und Walter Tiemann zusammen. Karl Klingspor interessierte sich besonders für die Buch- und Schriftkunst seiner Zeit und legte im Lauf seines Lebens eine bedeutende Sammlung von knapp 3000 Einheiten an, die der Stadt Offenbach nach seinem Tod 1950 gestiftet wurde. 1953 wurde auf dieser Grundlage das Klingspor Museum gegründet und große Nachlässe der Schriftgestalter Rudolf Koch und Rudo Spemann kamen hinzu.[4]

Das Museum sammelt heute zeitgenössische Buch- und Schriftkunst.

Ausstellungen (Auswahl)

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  • Viola Hildebrand-Schat: Die Kunst schlägt zu Buche. Das Künstlerbuch als Grenzphänomen. Mit einem Vorwort von Stefan Soltek. Hrsg. vom Klingspor-Museum Offenbach. Die Neue Sachlichkeit, Lindlar 2013, ISBN 978-3-942139-32-8.
  • Andreas Hansert: Offenbach am Main. Kultur im Sog des Nationalsozialismus. Kunstgewerbeschule, Deutsches Ledermuseum, Schriftgiesserei Klingspor. Böhlau Verlag, Wien 2019, ISBN 978-3-205-20896-9.
  • Beyond the Archive. Von der Gießerei zum Klingspor Type Archive. Hrsg. von Klingspor Museum und Hochschule für Gestaltung Offenbach. Offenbach, 2022.
  • Same Bold Stories. Schriftgestaltung von Frauen und Queers im 20. und 21. Jahrhundert. Hrsg. von Naomi Rado und Klingspor Museum Offenbach. Offenbach, 2024, ISBN 978-3-9826270-1-4.
Commons: Klingspor-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Thomas Kirstein: Neues Dachgeschoss für Klingspormuseum in Offenbach. In: op-online.de. 10. Dezember 2014, abgerufen am 29. April 2015.
  2. Druckwerkstatt im Bernardbau. Abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
  3. Hot Printing! Druckfestival Offenbach am 22. und 23. August 2026. Abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
  4. Der Grundstock des Museums: Privatbibliothek von Karl Klingspor 1868 – 1950. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Auf: klingspor-museum.de, abgerufen am 29. April 2015.
  5. Klingspor Museum: Buch, Schrift und Kunst. 6. November 2022, abgerufen am 10. März 2026.
  6. Jüdisch-christliche Weggemeinschaft. In: FAZ, vom 24. August 2011, Seite 41.
  7. Andreas Hartmann: Großer Gestalter, großer Lehrer. In: fr-online.de. 8. März 2013, abgerufen am 21. Januar 2016.
  8. Die Welt in Händen. In: FAZ, vom 2. Januar 2016, Seite 12.
  9. 15.7. - 29.10.2023: Achtung: enthält Leben. Notizbuch, Bullet Journal, Tagebuch. Abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
  10. 20.7. - 24.11.24: Same Bold Stories? Schriftgestaltung von Frauen und Queers im 20. und 21. Jahrhundert. Abgerufen am 5. Februar 2025.
  11. 23.08. – 16.11.2025: Der Anfang, das Ende und alles dazwischen. Love Stories. Abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
  12. 09.05. - 16.08.2026: Powerful Textures. Sprache in Textil. Abgerufen am 10. März 2026 (deutsch).
  13. Rudo-Spemann-Preis (Memento des Originals vom 30. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf den Seiten der Stadt Offenbach am Main. Abgerufen am 18. Juni 2015.

Koordinaten: 50° 6′ 28″ N,  45′ 40″ O