Klinikum Brandenburg

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Städtisches Klinikum Brandenburg[1]
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Ort Brandenburg an der Havel
Bundesland BrandenburgBrandenburg Brandenburg
Staat DeutschlandDeutschland Deutschland
Koordinaten 52° 24′ 49,9″ N, 12° 32′ 46,6″ OKoordinaten: 52° 24′ 49,9″ N, 12° 32′ 46,6″ O
Geschäftsführerin Gabriele Wolter
Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung
Betten 466
Gründung 1901
Website www.klinikum-brandenburg.de

Das Städtische Klinikum Brandenburg bzw. kurz Klinikum Brandenburg ist ein kommunales Krankenhaus der Schwerpunktversorgung in der Stadt Brandenburg an der Havel und eine der drei Universitätskliniken der Medizinischen Hochschule Brandenburg.

Vormals war das Klinikum akademisches Lehrkrankenhaus der Berliner Charité. Weiterhin kooperiert das Klinikum mit der Technischen Hochschule Brandenburg. Es verfügt über 466 Planbetten. Jährlich werden über 24.500 Patienten stationär behandelt.[2] Betreiber ist das kommunale Unternehmen Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptgebäude (Haus 1)

Die über hundertjährige Geschichte des Krankenhauses an der Hochstraße begann am 1. Juli 1901. An diesem Tag wurde das neue städtische Krankenhaus am zu dieser Zeit außerhalb der Brandenburger Altstadt gelegenen Marienberg der Öffentlichkeit übergeben. Zuvor war das städtische Krankenhaus am Altstädtischen Markt im Sekretariats- und Syndikatshaus und dem sich anschließenden Nebengebäude untergebracht. Das mittlerweile unter Denkmalschutz stehende neue Krankenhausgebäude, heute Sitz der Verwaltung, wurde nach Entwürfen des Architekten Berliner Baurates Heino Schmieden erbaut. Es handelt sich um ein dem Historismus zuzurechnendes Bauwerk, welches überwiegend aus unverputzten roten Mauerziegeln gefertigt wurde. Initial war es mit 150 Betten belegt.

Da die Bevölkerungszahl Brandenburgs in den folgenden Jahrzehnten anstieg und aufgrund der zunehmenden Technisierung der Medizin reichte der Bau nach einigen Jahren nicht mehr aus, sodass Erweiterungen vorgenommen wurden. So wurde im Jahr 1927 östlich vom Haupthaus ein zweiflügeliger Neubau errichtet. Zwischen 1937 und 1939 wurde ein Verwaltungsgebäude und das Gartenhaus, welches Graues Haus genannt wird, errichtet.

Westlich des Hauptgebäudes wurde ab 1939 ein provisorischer Barackenkomplex errichtet, der in der DDR unter anderem eine Kinderstation und die gynäkologisch-onkologische Station F 5 beherbergte. Dieser Komplex wurde erst im Zuge des westlichen Neubaus entfernt.

Ehemalige Außenstelle des Klinikums in Kirchmöser

In der DDR wurde das Klinikum zu einem Bezirkskrankenhaus. Es war zentrales Klinikum für die umliegenden Städte und Gemeinden. In der Folge wurde im nach der Eingemeindung zur Stadt Brandenburg gehörenden Kirchmöser eine Außenstelle mit Kliniken für Orthopädie, für Ophthalmologie und für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde errichtet. Erweiterungsbauten an der Hochstraße waren 1970 ein Kinderbettenhaus und 1975 ein Gebäude für Laboratoriumsmedizin. So verfügte das Klinikum einschließlich seiner Außenstelle in Kirchmöser zur Mitte der 1980er Jahre über mehr als 1000 Betten.

In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fungierte Hans-Georg Großmann als Ärztlicher Direktor und Chef der Frauenklinik am Bezirkskrankenhaus Brandenburg/Havel.

Der Rettungshubschrauber Christoph 35 ist fest am Städtischen Klinikum stationiert.

1992 wurde das Bezirkskrankenhaus in Städtisches Klinikum Brandenburg umbenannt. Im folgenden Jahr wurde der Rettungshubschrauber Christoph 35 am Klinikum auf dem Marienberg stationiert. Das Klinikum besetzt seither den Notarzt für die Luftrettung im westlichen Land Brandenburg und östlichen Sachsen-Anhalt. Größere Modernisierungs-, Umbau- und Neubaumaßnahmen am Klinikum wurden seit den 1990er Jahren durchgeführt. 1994 zog die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik von Kirchmöser in einen Neubau an den Marienberg. Weiterhin wurde eine Klinik für Neurochirurgie neu etabliert. Auf dem Marienberg wurde ein Hubschrauber der Luftrettung stationiert, der direkt an das Klinikum angebunden wurde.

Westlicher Neubau (Haus 2)

2002 wurde westlich des Haupthauses ein Neubau eröffnet. In diesem befindet sich die zentrale Operationsabteilung des Klinikums mit zehn Sälen, einer Entbindungsabteilung mit angeschlossener Neonatologie, einer Intensivstation und der Rettungsstelle für Brandenburg an der Havel uns Umgebung. Weiterhin sind die Institute für Radiologie und Pathologie und ein Funktionstrakt die Inneren Kliniken untergebracht.

Das Klinikgelände vom Marienberg fotografiert; im Vordergrund links der östliche Klinikneubau (Haus 3)

Ein Jahr später, 2003 wurde die Außenstelle in Kirchmöser geschlossen und die Kliniken für Augenheilkunde und für Orthopädie zogen in die Hochstraße. 2011 wurde der Neubau Ost eröffnet. In diesem sind 319 Betten untergebracht. Räumlichkeiten werden von den chirurgischen und orthopädischen Kliniken, den Kliniken für Innere Medizin, der Urologie, der Augenambulanz, der Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde genutzt. Weiterhin befindet sich in diesem Neubau ein interdisziplinäres Aufnahmezentrum und die Physiotherapie.

2014 wurde das Städtische Klinikum Brandenburg, vorher ein Krankenhaus der Regelversorgung, als ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung anerkannt.[3] Das Klinikum ist anteiliger Eigentümer der am 28. Oktober 2014 gegründeten privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg und seit der Gründung dieser Hochschulkrankenhaus.

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Betreiber und Kennzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum wird von der kommunalen Betreibergesellschaft Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH (kurz SKB GmbH) betrieben, deren Alleingesellschafter die Stadt Brandenburg an der Havel ist. Die SKB GmbH ist das Mutterunternehmen des gleichnamigen Konzerns, der per 31. Dezember 2014 die folgenden weiteren Gesellschaften mit Sitz in Brandenburg an der Havel umfasste: Klinik Service Center GmbH (51 %), Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel GmbH (100 %) und Klinik-Labor Brandenburg an der Havel GmbH (100 %). Ferner bestanden seitens der SKB GmbH zum 31. Dezember 2014 folgende bedeutende Beteiligungsverhältnisse (assoziierte Unternehmen): Klinikum Westbrandenburg GmbH mit Sitz Potsdam (50 %; Perinatalzentrum Level 1) und Medizinische Hochschule Brandenburg Campus GmbH mit Sitz Neuruppin (33,33 %).[4]

Mit Stand 31. Dezember 2014 wies der Konzern 92,6 Millionen Euro Umsatz aus, wovon rd. 90 % unmittelbar auf die SKB GmbH entfielen. 2014 waren durchschnittlich 1163 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent) im Konzern beschäftigt.[4]

Die Geschäftsführung der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH obliegt Gabriele Wolter. Vorsitzende des Aufsichtsrats ist seit 2. Oktober 2014 Dietlind Tiemann, die Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel.[4][5] Ärztliche Direktoren sind Roland Becker und Mathias Sprenger, Pflegedirektor ist Lutz Pelchen.[6]

Kliniken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klinikum Brandenburg umfasst folgende Einzelkliniken:

Gesundheitszentrum Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gesundheitszentrum Brandenburg ist eine Tochtergesellschaft der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH. Es ist an drei Standorten, dem Klinikgelände an der Hochstraße, in der Hauptstraße und gegenüber dem Hauptbahnhof, angesiedelt und dient unter anderem der ambulanten medizinischen Versorgung. In diesem Gesundheitszentrum sind die Institute im Klinikum an der Hochstraße und eine Vielzahl weiterer Facharztpraxen an den beiden anderen Standorten in der Stadt in Form eines medizinischen Versorgungszentrums organisiert.[7] So gibt es beispielsweise allgemeinmedizinische, HNO-ärztlich oder kinderärztliche Praxen im Gesundheitszentrum.

Weitere Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Kliniken und Instituten verfügt das Städtische Klinikum über weitere Einrichtungen, so eine zentrale Apotheke. Diese Apotheke versorgt insgesamt rund 1550 Krankenhausbetten, neben jenen des Städtischen Klinikums die weiteren Krankenhäuser in der Stadt Brandenburg, und den Rettungsdienst in Brandenburg an der Havel.[8] Ferner unterhält das Klinikum u. a. eine Abteilung Physiotherapie sowie verschiedene interdisziplinäre Zentren.[9]

Forschung und Lehre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Städtische Klinikum ist in die medizinische Forschung und Lehre eingebunden.

Medizinische Hochschule Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seminargebäude der Hochschule am Nicolaiplatz 19

Die Städtische Klinikum Brandenburg GmbH ist neben den Ruppiner Kliniken in Neuruppin und dem Immanuel Klinikum Bernau (Herzzentrum Brandenburg) in Bernau bei Berlin mit 33,33 Prozent an der Trägergesellschaft der privaten Medizinischen Hochschule Brandenburg beteiligt. Diese Hochschule wurde auf vorrangigem Betreiben von Mitarbeitern des Brandenburger Klinikums und der Ruppiner Kliniken, die ebenfalls 33,33 Prozent an der Trägergesellschaft halten, am 28. Oktober 2014 gegründet. Beide Einrichtungen sind seither Universitätskliniken der Medizinischen Hochschule und an der theoretischen und praktischen Ausbildung der Humanmediziner im Land Brandenburg maßgeblich beteiligt. Neben dem Städtischen Klinikum Brandenburg und den Ruppiner Kliniken ist auch die Immanuel Diakonie als Krankenhauseinrichtung zu 11,12 Prozent Teilhaber. Die ärztliche Ausbildung an der Medizinischen Hochschule startete im April 2015 (Sommersemester).[10] Planmäßig werden 2021 die ersten Brandenburger Absolventen ihr Staatsexamen ablegen. In Brandenburg werden die Studierenden vor allem im klinischen Studienabschnitt theoretisch und praktisch ausgebildet.

Technische Hochschule Brandenburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Städtische Klinikum Brandenburg GmbH kooperiert seit 2007 mit der Technischen Hochschule Brandenburg. Die Hauptaktivitäten im Schwerpunktbereich Gesundheit – Medizininformatik – Telemedizin liegen in den Forschungsfeldern der Bildgebenden Systeme, der Signalverarbeitung, der Bioinformatik, der Künstlichen Intelligenz und der Computervisualisierung. Seit 2010 wird der Bachelorstudiengang Medizininformatik durch eine Stiftungsprofessur der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH unterstützt.[11]

Charité[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krankenhaus war seit den 1990er Jahren als akademisches Lehrkrankenhaus der Berliner Charité in die ärztliche Ausbildung eingebunden. Studenten der Humanmedizin der Charité leisteten beispielsweise Famulaturen und Teile des Praktischen Jahres in Brandenburg ab. Zum 31. Juli 2013 kündigte die Charité den seit Januar 1999 gültigen Vertrag.[12]

Medizinische Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der Medizinischen Schule am Gertrud-Piter-Platz

Die Medizinische Schule am Städtischen Klinikum Brandenburg wurde 1911 gegründet. Sie ist staatlich anerkannt und verfügt über insgesamt 225 genehmigte Ausbildungsplätze in den Fachrichtungen Gesundheits- und Krankenpflege, Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, Operationstechnische Assistenz und in der Physiotherapie. Neben dem Städtischen Klinikum lassen weitere Gesundheitseinrichtungen ihre Mitarbeiter an der Medizinischen Schule in Brandenburg ausbilden. Dies sind beispielsweise die Asklepios Fachkliniken, das Johanniter Kreiskrankenhaus in Bad Belzig und die Neurologische Rehabilitationsklinik in Beelitz-Heilstätten.[13] Leiter der Schule ist seit 2004 der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg Helmut Schliesing.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Städtisches Klinikum Brandenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, Amtsgericht Potsdam, Aktenzeichen HRB 10291 P, Veränderungen vom 13. Juni 2016, bekannt gemacht am 14. Juni 2016, abgerufen im Unternehmensregister am 23. September 2016: „Gegenstand: Der Betrieb des Städtischen Klinikums Brandenburg und sonstigen Nebeneinrichtungen (u. a. Medizinische Schule).“
  2. Statistik. klinikum-brandenburg.de, abgerufen am 21. August 2016.
  3. Geschichte. Eingesehen am 12. November 2014.
  4. a b c Konzernabschluss zum Geschäftsjahr 2014 der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH. In: Bundesanzeiger, 29. Februar 2016, abgerufen im Unternehmensregister am 23. September 2016.
  5. Impressum. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 23. September 2016.
  6. Klinikumsleitung. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 23. September 2016.
  7. Gesundheitszentrum Brandenburg Havel. Eingesehen am 21. November 2014.
  8. Leistungsspektrum. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 23. September 2016.
  9. Sonstige Bereiche. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 23. September 2016.
  10. Historie. Website der Medizinischen Hochschule Brandenburg, abgerufen am 27. Februar 2016.
  11. Städtisches Klinikum stiftet Professur für Medizininformatik. Vertiefung der bereits engen Zusammenarbeit der FH Brandenburg und des Klinikums. In: PresseBox. United News Network GmbH, 3. August 2009; abgerufen am 13. Januar 2015.
  12. Jürgen Lauterbach: Charité stellt plötzlich knallharte Bedingungen. In: Märkische Allgemeine, 21. Mai 2013, abgerufen am 27. Februar 2016.
  13. Die Medizinische Schule. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 12. November 2014.
  14. Mitarbeiter. Website der Städtisches Klinikum Brandenburg GmbH, abgerufen am 3. Dezember 2014.