Bergwitz

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Bergwitz
Stadt Kemberg
Koordinaten: 51° 47′ 41″ N, 12° 35′ 19″ O
Höhe: 69 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Juli 2005
Postleitzahl: 06901
Vorwahl: 034921
Bergwitz (Sachsen-Anhalt)
Bergwitz

Lage von Bergwitz in Sachsen-Anhalt

Luftaufnahme von Bergwitz (2015)
Luftaufnahme von Bergwitz (2015)

Bergwitz ist ein Ortsteil der Stadt Kemberg im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergwitz liegt am Rande des Urstromtals der Elbe in der Dübener Heide. Auf einem Sandrücken gelegen, ist das Dorf im Norden von Auelehm und im Süden vom Bergwitzsee, einem früheren Sumpf- und Torfgelände, umgeben. Der Bergwitzsee entstand aus einer ehemaligen Braunkohlegrube.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Bergwitz war bereits vor ca. 3000 Jahren in der Bronzezeit besiedelt. Seit 1930 wurde eine große Anzahl bronzezeitlicher Funde sowie auch eine Brandstätte mit vielen Gefäßen sichergestellt. Die letzten Funde wurden im Jahr 1988 gemacht.

Im Laufe der zweiten slawischen Siedlungsperiode um 600 n. Chr. wurde die Siedlung „Birkosov“ gegründet. Um 1170 n. Chr. siedelten sich hier friesische Kolonisten an und brachten den Flurnamen „Hoppstall“ mit. Im Jahr 1201 fiel Bergwitz an die Propstei Pratau.

Bis 1555 veränderte sich der Ortsname über Berkgzow zum heutigen Bergwitz.

Der Ort gehörte bis 1952 zum Landkreis Wittenberg, der in Preußen, der SBZ und der DDR von 1815 bis 1952 bestand. 1952–1990 war Bergwitz Teil des Kreises Gräfenhainichen im Bezirk Halle. Seit 1994 gehört der Ort wieder zum Landkreis Wittenberg.

Zu Bergwitz gehört die Ortslage Klitzschena, die am 1. Juli 1950 nach Bergwitz eingemeindet wurde. Zum 1. Juli 2005 verlor Bergwitz den Status einer selbstständigen Gemeinde und wurde in die Stadt Kemberg eingegliedert.[1]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wehrkirche Bergwitz, entstand im 13. Jahrhundert, wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört und 1669 neu errichtet, mit barocken Deckenrundbildern und einem Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert, das äußere Bild ist im 19. Jahrhundert durch Anbau des Kirchturms im Fachwerkstil entstanden
  • Kirche Klitzschena, spätromanisch, liegt inmitten des Friedhofs, reichhaltige barocke Ausmalung aus dem 18. Jahrhundert, Altarbild „Die Auferstehung Christi“

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naherholungsgebiet Bergwitzsee

Im Tagebau Bergwitz wurde von 1908 bis 1955 Braunkohle abgebaut. Aus der Kohlegrube entstand der 180 ha große Bergwitzsee, der sich durch eine hohe Wasserqualität auszeichnet, mit einem Naherholungsgebiet.[2] Der Ort besitzt einen überregional bekannten Campingplatz und zahlreiche Fahrradwege zwischen Elbaue und Dübener Heide[3].

Zwei größere Unternehmen, der Süßwarenhersteller Pfeiffer & Sperl und die Spedition Fenger, haben in Bergwitz ihren Sitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Bergwitz führt die Bundesstraße 100 zwischen Eutzsch und Gräfenhainichen. Der Haltepunkt Bergwitz liegt an der Bahnstrecke Berlin–Halle und wird von Regionalbahnen der DB Regio (S2 / S8) fahrplanmäßig angefahren. Von 1903 bis 1951 begann in Bergwitz die Bahnstrecke Bergwitz–Kemberg.

Der Radweg Berlin–Leipzig sowie der Europaradweg R1 führt an Bergwitz vorbei.

Impressionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bergwitz verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2005
  2. Bergwitzsee (Memento vom 3. Dezember 2008 im Internet Archive)
  3. Homepage des Campingplatzes Bergwitzsee

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergwitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien