Klopslied

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Klopslied ist ein Musikstück von Kurt Weill aus dem Jahre 1925, das er für eine Sopran- oder Tenorstimme komponierte. Begleitet wird die Stimme von zwei Piccoloflöten und einem Fagott. Der in Berliner Mundart verfasste Text stammt aus dem im gleichen Jahr erschienenen Europa-Almanach, herausgegeben von Carl Einstein und Paul Westheim.[1] Die erste dokumentierte Aufführung des Weill-Liedes fand am 14. Dezember 1927 in Berlin anlässlich der Hochzeit von Thea und Hans Heinz Stuckenschmidt statt.[2]

Musikalischer Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück ist im 2/4-Takt geschrieben und trägt die Tempobezeichnung Giocoso (freudig, verspielt). Der Komponist gibt als Metronomwert 1/2 Note = 112 an, die Viertelnote soll also in 112 Schlägen in der Minute gespielt werden. Das Klopslied hat 43 Takte, die ohne Wiederholung erklingen. Es dauert daher, je nach Interpretation, etwa eine Minute. Die musikalische Lautstärke bewegt sich zwischen Music dynamic forte.svg (forte), Music dynamic pianissimo.svg (pianissimo) und im Schlusston der Stimme mit dem letzten Icke! Music dynamic fortissimo.svg (fortissimo). Eine festgelegte durchgehende Tonart gibt es nicht, die Harmonik der Komposition besteht auch aus mehreren offenen Akkorden. Die sich umspielenden Stimmen der Piccoloflöten und des Fagotts erinnern in Rhythmus, Motiven und Melodielinie verfremdet an Berliner Volkslieder des 19. Jahrhunderts.[3]

Text[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ick sitze da un' esse Klops
uff eemal klopp's
Ick kieke, staune, wundre mir,
uff eemal jeht se uff die Tür.
Nanu, denk ick, ick denk nanu
jetz isse uff, erscht war se zu!
Ick jehe raus und blicke
und wer steht draußen? Icke! Icke! Icke!!

Interpretationen (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Torsten Harmsen: Gedichte aus Berlin: Herz, Schnauze und Abgründe. In: Berliner Zeitung. 10. April 2017; abgerufen am 3. Juni 2017 (Rezension einer Anthologie mit Berlinerischen Gedichten von 1830 bis heute).
  2. Internetseite der Kurt-Weill-Foundation
  3. Lys Simonette: The Unknown Kurt Weill, European American Music Corporation, New York 1982, S. 10 ff.