Kloster Altmühlmünster

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Die ehemalige Johanniter-Komturei-Kirche

Das Kloster Altmühlmünster ist ein ehemaliges Kloster im gleichnamigen Ort in der Nähe von Riedenburg im Landkreis Kelheim, von dem nur noch die Kirche, die heutige Pfarrkirche St. Johannes Baptist, existiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 800 soll bereits ein Benediktinerkloster in Altmühlmünster existiert haben, was aber urkundlich nicht belegbar ist. Vermutlich aus dieser Klostersiedlung heraus entwickelte sich ein Pfarrdorf, welches erstmals im Jahr 1154 schriftlich erwähnt wird (Urkunde Papst Hadrians IV). Im Jahr darauf stifteten die Burggrafen von Riedenburg, Heinrich und Otto aus dem Geschlecht der Babonen, ein Kloster, „monasterium ad almonam“, welches sie 1158 dem Templerorden übertrugen. Diese Templer-Niederlassung war mit einem Komtur und 5 Brüdern besetzt. Zu Komturei gehörten 316 Tagwerk Land, die Höfe Laub- und Blauhof, 24 Tagwerk Wiesengrund, das Wasserrecht im Ort und das heutige Gasthaus Gerstner, das Jagdrecht, außerdem 3 Weinberge in Kelheim. Im Rahmen der europaweiten Ausschaltung des Templerordens nach den Beschlüssen des Konzils von Vienne wurde das Kloster Altmühlmünster im Jahr 1312 durch Kaiser Ludwig den Bayern dem Johanniterorden übertragen. Bis in die Neuzeit blieb Altmühlmünster eine der bedeutendsten Johanniterkomtureien der Region. Erst im Jahr 1808 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation vollständig aufgelöst und verfiel.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

"... Vor Alters war Altmühlmünster ein Ordenshaus der Tempelherren. Noch erzählt das Volk, es seien einmal mitten in der Nacht Bewaffnete gekommen und hätten die dahier wohnenden Templer gefesselt fortgeführt. Sie sollen der Nüchternheit nicht sehr beflissen gewesen sein, daher sich das Sprichwort erhalten hat: 'Du saufst wie ein Templer!'..."[1]

Ort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Comenthur Altmühlmünster – Kupferstich von Michael Wening – um 1701

Altmühlmünster liegt im Landkreis Kelheim, in einem idyllischen Seitental der Altmühl, ca. 12 km von Riedenburg entfernt. Die Ortschaft, ein Straßendorf von ca. 1,5 km Länge, ist auf drei Seiten vom Wald umgeben.

Die heutige Pfarrkirche St. Johannes ist der einzige sichtbare Überrest der einstigen Templer-/Johanniter-Komturei. Sie enthält im Kern die romanische Klosterkirche, welche vermutlich mit einem Rechteckchor versehen war und im 15. Jahrhundert unter den Johannitern um einen polygonalen Chor und Seitenkapellen erweitert wurde.

Passionsspiele Altmühlmünster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle fünf Jahre wird in der Pfarrkirche Altmühlmünster das Spiel vom Leiden und Sterben Christi aufgeführt. Die Darsteller sind Mitglieder der Pfarrgemeinde aus den Ortschaften Meihern, Deising, Altmühlmünster, Flügelsberg, St. Gregor und Laubhof. Etwa 200 Laiendarsteller gehen gemeinsam 2000 Jahre zurück. Jede Vorstellung ist ausverkauft; die Passionsspiele sind überregional bekannt.

Faschingsumzug der Besenbinder von MDA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr am Sonntag findet in der Regel vor dem Faschingssonntag in Altmühlmünster der größte Faschingsumzug im Landkreis Kelheim statt. Er beginnt am Ortsende und endet in Meihern, erstreckt sich dabei über eine Länge von 3 km. Die Abkürzung MDA beschreibt die drei Gemeinden Meihern, Deising und Altmühlmünster.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kloster Altmühlmünster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lizenzfreier Text aus: Alexander Schöppner: Sagenbuch der Bayerischen Lande, 1–3, München 1852–1853, S. 120–121.


Koordinaten: 48° 58′ 57,4″ N, 11° 37′ 12,4″ O