Kloster Bergen (Neuburg)

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Heilig-Kreuz-Kirche

Das Kloster Bergen ist ein ehemaliges Kloster der Benediktinerinnen in Bergen bei Neuburg an der Donau in Bayern im Bistum Eichstätt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde 976 durch Wiltrud von Bergen, die Witwe des Herzogs Berthold von Bayern, gegründet. Nachdem durch Wiltrudis 976 ein Benediktinerinnenkloster gegründet wurde, erfolgte am 27. September 988 die Gründungsbestätigung durch Papst Johannes XV.1007 wurde das Kloster durch König Heinrich II. an das Bistum Bamberg abgegeben.

Der Besitz wurde 1542 durch Ottheinrich von Pfalz-Neuburg im Zuge der Reformation eingezogen. Nach der Rekatholisierung des Gebiets übergab Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg das Kloster 1635 an die Jesuiten von Neuburg. Diese brachen die Klostergebäude teilweise ab und verwendeten das Material für das Jesuitenseminar in Neuburg an der Donau.

An der Stelle der romanischen Hallenkirche aus dem 11. Jahrhundert wurde die Kirche 1755 nach Plänen des Eichstätter Baumeisters Giovanni Domenico Barbieri (1704–1764) im Stil des Rokoko neu erbaut. Das Deckengemälde der Heilig-Kreuz-Kirche ist das bedeutendste Werk des Augsburger Malers Johann Wolfgang Baumgartner (1712–1761).

Reste der ursprünglichen Kirche blieben in der Krypta erhalten, ebenso wie der Turm, der allerdings 1799 umgebaut wurde. Außer der ehemaligen Klosterkirche und dem Turm sind heute noch die alte Kaplanei aus dem Jahr 1431 und die einen Kilometer lange Naturstein-Klostermauer aus dem 14. Jahrhundert erhalten.

Münster und Wallfahrtskirche Hl. Kreuz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wallfahrtskirche
Das Kircheninnere

787 wurde die Kirche zum ersten Mal erwähnt. 1095 wurde ein Kirchenneubau von Bischof Ulrich I. von Eichstätt geweiht. Nachdem 1155 ein Brand große Teile der Kirche zerstörte, wurde sie 1190 durch Bischof Otto von Eichstätt nach Wiederherstellung geweiht. 1494 wurde die Pfarrei Bergen dem Kloster inkorporiert. Nach einer ersten Aufhebung 1542 wurde das Kloster 1552 durch Ottheinrich, Pfalzgraf von Neuburg, endgültig aufgehoben. Nach einer Rekatholisierung Bergens 1618 wurde die Kirche mit Teilen des Klostergutes 1635 an die Jesuiten von Neuburg übergeben. 1700 wurden die Kirche und die Krypta renoviert und um 7 Altäre erweitert. Zeitgleich erreichte die Wallfahrt zum Hl. Kreuz eine nicht erwartete Zunahme. Ein durchgreifender Umbau im Rokokostil erfolgte nach Plänen des Eichstätter Baumeisters Giovanni Domenico Barbieri in den Jahren 1755 bis 1758. Der Augsburger Maler Johann Wolfgang Baumgartner schuf in diesem Zug die Deckenfresken. Die Kirche wurde 1758 durch Fürstbischof Raimund Anton von Eichstätt geweiht. 1799 erfolgte ein Umbau des Turmes.

Um 1920 und dann erneut von 2001 bis 2003 wurde die Kirche renoviert. Am 14. September 2003 wurde sie feierlich durch Bischof Walter Mixa wiedereröffnet. 1976 feierte die Pfarrei „1000 Jahre Heiliges Kreuz von Bergen“. Im Jahr 2020 ließ das Bistum Eichstätt die ursprüngliche Bezeichnung der Kirche als Münster wieder aufleben.[2]

Romanische Krypta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Volksaltar in der Krypta
Stele mit dem Kreuzpartikel in der Krypta

Zwei Treppen führen vom Kircheninnern in die Unterkirche, die schon für sich allein ein Schmuckstück bedeutet. Die romanische Krypta ist eine dreischiffige Halle mit einem Kreuzgratgewölbe. Im Jahre 1927 verfugten die Handwerker das romanische Mauerwerk total mit Zementmörtel. Dies war ein Fehler und die Mauer erlitt dadurch Schäden. Bei den Renovierungsarbeiten in den Jahren 2001/2003 durfte nur Kalkmörtel verwandt werden. Die Unterkirche bekam durch die Renovierung den Charakter einer Gnadenkapelle. Die Altarräume wurden neu gestaltet. Ein Volksaltar, den der Eichstätter Künstler Rudolf Ackermann schuf, kam hinzu. Es ist ein schlichter großer Würfel aus Nussbaumholz. In einer Stele ist die Kreuzreliquie zu sehen.

Ziehbrunnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziehbrunnen in der Krypta Bergen

Im nördlichen Seitenraum der Krypta ist das wertvolle Stück ein Ziehbrunnen aus der romanischen Zeit. Als Ottheinrich 1542 die Reformation einführte und das Kloster aufhob, sollen die Nonnen den Kreuzpartikel in einem eichenen Holzblock verschlossen und in dem Wehrbrunnen, der eine Tiefe von 9 Metern besitzt, versenkt haben. Die Neuburger Jesuiten haben 1618 den Kreuzpartikel wieder ans Tageslicht gebracht und in einem Panzerschrank aufbewahrt. Der handgefertigte Tresor wurde tief in die Kirchenwand eingemauert.

Der Holzblock, aber auch der Ziehbrunnen spielten im Wallfahrtsbrauchtum eine besondere Rolle. Im Jahre 1846 war noch ein Stück des Holzblockes vorhanden. Die Wallfahrer haben inzwischen den größten Teil des Holzes abgeschnitten, denn es soll gegen Zahnweh geholfen haben. Augenleidende nahmen das Brunnenwasser und wuschen damit ihre Augen.

Monstranz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch Kurfürst Karl Philipp von der Pfalz-Neuburg schätzte die Baringer Kirche. Er stiftete 1718 eine goldene Monstranz mit 772 Diamanten besetzt, um den Kreuzpartikel neben den Leidenspartikeln aufzubewahren. Der Kurfürst trug das Geschenk zu Fuß nach Bergen. Er beschenkte die Kirche aber auch noch mit einem silbernen Tabernakel, zwei Engeln aus Silber, sechs Leuchtern, einem Baldachin, sowie einem Herz aus Silber und einem Hochzeitskleid aus einem Goldstoff. Die kostbare Monstranz ist der Säkularisation zum Opfer gefallen, sie wurde 1806 veräußert und brachte einen Erlös von dreitausend Gulden. Der eigentliche Wert wird aber auf zwanzigtausend Gulden beziffert.

„Ochsenwunder“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1561 ist in einer Beschreibung der Klostergeschichte von Bergen das „Ochsenwunder“ erwähnt. Zwei Ochsen sollen ohne Treiber die Steine aus dem Steinbruch zum Bauplatz der Basilika transportiert haben. Als die Steine abgeladen waren trabten die Vierbeiner wieder zurück zum Steinbruch und ließen erneut ihr Fahrzeug mit Steinen beladen. Dies soll sich solange wiederholt haben, bis alle notwendigen Steine an Ort und Stelle waren.

Wallfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1700 erreicht die Wallfahrt einen ungeahnten Aufschwung. Die Kinder mit ihren Leiden waren der Antrieb zur Wallfahrt. Eine Frau aus Egweil brachte ihre zwei kranken Kinder und bat um die Auflage des Kreuzpartikels. Eines der Kinder starb hernach, das andere wurde gesund. Die Kunde davon machte die Runde. Viele Kinderkrankheiten waren damals an der Tagesordnung. So schleppten die Angehörigen nun ihre kranken Sprösslinge nach Bergen und erhofften sich eine Heilung. Schon bald verzeichnete der Chronist im Mirakelbuch über zweihundert Kinder, die mit den verschiedensten Krankheiten gebracht wurden. Die Kunde vom wundertätigen Kreuz in Bergen machte sich sehr schnell breit.

1709 erlebte Bergen einen noch nie da gewesenen Wallfahreraufschwung, und auch verschiedene Heilungen. Ein Ziegler aus Rain wurde mit einem Wagen nach Bergen gebracht, er litt an Schlagfluss. Im Beisein vieler Wallfahrer ging er ohne menschliche Hilfe wieder aus der Kirche. Hilfesuchende kamen nun von Augsburg, Scheyern, Landshut, Bettbrunn bei Ingolstadt und Fünfstetten bei Wemding. Prozessionen aus Ingolstadt, Eichstätt und Neuburg kamen im Jahre 1710 nach Bergen. Auch Alexander Sigismund von der Pfalz, ein Sohn des Neuburger Fürsten Philipp Wilhelm, pilgerte in diesem Jahr nach Bergen. Im Jahre 1726 sind bereits 834 Mirakel verzeichnet.

Um 1726 hatte die Wallfahrt nicht mehr den guten Ruf und nahm wieder ab. Dem Wirt Ferdinand Anton Waibel gab man die Schuld. Ihm wurden 1719 verschiedene Räubereien und Einbrüche zur Last gelegt, und er wurde deshalb durch den Strang hingerichtet. Er soll aber auch einige Wallfahrer, die bei ihm übernachteten, ermordet und seinen Gästen Menschenfleisch zum Essen vorgesetzt haben. 1730 war der Wallfahrtsbesuch so gering, dass die angefallenen Opfergelder nicht mehr zum Unterhalt der Kirche ausreichten.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kirchenführer Pfarr- und Wallfahrtskirche Hl. Kreuz in Bergen. 3. Aufl. Verlag Schnell & Steiner, Regensburg 1999.
  • Pfarrer Bigler (Hrsg.) 1000-Jahr-Feier zur Gründung des Benediktinerinnenklosters zum Hl. Kreuz in Bergen. Festschrift. 1976.
  • Bruno Bushart, Friedrich Kaess: Kloster Bergen bei Neuburg an der Donau und seine Fresken von Johann Wolfgang Baumgartner. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 1981, ISBN 3-87437-183-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kloster Bergen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Pfarrei Bergen beim Bistum Eichstätt
  2. Wallfahrtskirche Heilig Kreuz in Bergen ist Münster – Bischof Hanke lässt den erloschenen Titel wieder aufleben. In: Bistum Eichstätt. 12. Februar 2020, abgerufen am 17. Februar 2020.

Koordinaten: 48° 47′ 3,1″ N, 11° 8′ 31,5″ O