Kloster Ebstorf

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Kloster Ebstorf, Ansicht des Innenhofes
Kloster Ebstorf um 1654/1658, Stich von Matthäus Merian

Das Kloster Ebstorf wurde um 1160 als Kloster St. Mauritius in Ebstorf als Kloster (möglicherweise ein Doppelkloster) der Prämonstratenser gegründet. Es ist eines von mehreren Klöstern, die von der Klosterkammer Hannover verwaltet werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde von Volrad von Bodwede, Graf von Dannenberg und Neffe von Heinrich dem Löwen gestiftet. Im Jahre 1197 wurde es das erste Mal urkundlich erwähnt. Es gehört zu den sechs Lüneklöstern, die nach der Reformation evangelische Konvente wurden.

Nach einem Brand im 12. Jahrhundert kamen Benediktinerinnen aus dem Kloster Walsrode nach Ebstorf, und Ebstorf entwickelte sich zu einem Marienwallfahrtsort. Die Klostergebäude aus dem 14. Jahrhundert, im Stil der norddeutschen Backsteingotik, sind bis heute noch vollständig erhalten, ebenso wie die Hallenkirche mit der Nonnenempore. Die Propstei stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Im 15. Jahrhundert veränderte sich das Leben der Nonnen nach der Bursfelder Kloster-Reform, die ein sittenstrengeres Leben forderte.

Im Jahre 1529 wandelte der Celler Welfenherzog Ernst der Bekenner das Kloster in ein evangelisches Frauenkloster um, aber erst 1565 setzte sich die Reformation im Kloster vollständig durch. Bis heute leben hier evangelische Frauen unter der Leitung einer evangelischen Äbtissin.

Berühmt wurde das Kloster durch seine Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert. Das Original ist 1943 in Hannover bei einem der Luftangriffe auf Hannover verbrannt. Im Kloster kann man eine originalgetreue Kopie besichtigen. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die mittelalterlichen Glasfenster im Nonnenchor, die Madonnenstatuen im Kreuzgang aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, eine Figur des Heiligen Mauritius, das Taufbecken von 1310 und eine Renaissancekanzel von 1615, außerdem verschiedene mittelalterliche Truhen und Schränke.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sibylle Appuhn-Radtke: Kloster Ebstorf (= DKV-Kunstführer. Nr. 176, ISSN 2365-1857) 12., neu bearbeitete Auflage. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2002.
  • Marianne Elster, Horst Hoffmann (Red.): „In Treue und Hingabe“. 800 Jahre Kloster Ebstorf (= Schriften zur Uelzener Heimatkunde. H. 13, ISSN 0941-1666). Kloster Ebstorf, Ebstorf 1997.
  • Rainer Figur: Erhaltungsmaßnahmen an Konsolsteinen im Kreuzgang von Kloster Ebstorf. In: Hans-Herbert Möller (Hrsg.): Restaurierung von Kulturdenkmalen. Beispiele aus der niedersächsischen Denkmalpflege (= Berichte zur Denkmalpflege in Niedersachsen. Beiheft 2). Niemeyer, Hameln 1989, ISBN 3-87585-152-8, S. 86–88.
  • Ernst Andreas Friedrich: Das Kloster Ebstorf. In: Ernst Andreas Friedrich: Wenn Steine reden könnten. Band 1. Landbuch-Verlag, Hannover 1989, ISBN 3-7842-0397-3, S. 152–155.
  • Volker Hemmerich: Die mittelalterliche Baugeschichte des Langen Schlafhauses im Kloster Ebstorf. Thomas Helms Verlag Schwerin 2002, ISBN 3-935749-04-X (Zugleich: Hannover, Universität, Dissertation, 2001).
  • Michael Wolfson: Ein Rundgang durch Kloster Ebstorf (= Die Blauen Bücher.) Mit Aufnahmen von Jutta Brüdern. Langewiesche, Königstein im Taunus 2002, ISBN 3-7845-2403-6.
  • Chronik Ebstorf. 3. Teil, S. 6–23, einsehbar im Samtgemeinde Archiv Bad Bevensin – Ebstorf.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Ebstorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 1′ 50,2″ N, 10° 24′ 44″ O