Kloster Himmelthal

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Klosterkirche St. Sebastian
Anna Eisenberger, Äbtissin des Klosters Himmelthal 1552–1568 (links)

Das Kloster Himmelthal ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienserinnen im Markt Elsenfeld, Ortsteil Rück, in Bayern in der Diözese Würzburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster Himmelthal in der Karte des Spessart von Paul Pfinzing von 1594 (Norden ist rechts)

Das Kloster wurde 1232 durch Graf Ludwig II. von Rieneck und seiner Frau Adelheid von Henneberg gegründet. 1568 hob das Erzbistum Mainz das ausgestorbene Kloster auf und machte es zum erzstiftischen Kameralhof.

Letzte Äbtissin war Anna Geipel von Schöllkrippen, die in Erlenbach am 25. Mai 1600 verstarb. Ihre Eltern waren der reitende Spessartförster und Mitglied des Förstergerichtes zu Hösbach Ludwig Geipel von Schöllkrippen und Anna von Wasen. Das Allianzwappen der Geipel von Schöllkrippen und der von Wasen war in der Südmauer der Durchfahrt zu den Wirtschaftsgebäuden des Klosters eingemauert. Die Inschrift: „Als man nach der Geburt Christi zalt 1583 Jar / Anna geborne Geippelin von Schelkrippen Abbatissin war / Verlei Ir Got ein seligs Regiment / Vnd nim Si letzt in Deine Hendt.[1]

Der Klosterhof wurde 1595 den Jesuiten überlassen und 1626 geschenkt.[2] Auf den Grundmauern der gotischen Vorgängerkirche wurde 1753 die bestehende barocke Wallfahrtskirche erbaut und dem Heiligen Sebastian geweiht. Bemerkenswert ist die original erhaltene Ausstattung der Kirche mit der 1757 erbauten Orgel von Johann Conrad Wehr aus Marktheidenfeld.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 fiel das Gut an das Erzstift Mainz zurück und wurde der Studienanstalt Aschaffenburg zugewiesen. Eigentümer der Anlage ist seit 1814 der Gymnasiumsfonds des Stiftungsamtes Aschaffenburg. Auch das Dorf Eichelsbach, das bis 1773 zum Kloster gehörte, wurde dem Erzstift Mainz zugeordnet.

Aktuelle Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pädagogische Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gymnasiumsfonds des Stiftungsamtes Aschaffenburg betreibt seit 1974 die gemeinnützige Berufsbildungsstätte Himmelthal GmbH. Schwerpunkt ist die Arbeit mit jungen Menschen, die im Rahmen eines Internatsschule ganzheitlich betreut werden. Ziel der vom Arbeitsamt geförderten Maßnahmen ist die Eingliederung in das Berufsleben.

Darüber hinaus betreibt der Gymnasiumsfonds die Elsava-Schule zur Erziehungshilfe Himmelthal. Die private Einrichtung setzt sich für Kinder und Jugendliche mit hohem Erziehungsbedarf in der Region des Bayerischen Untermains ein, die sich aber auf Grund ihrer Verhaltensproblematik der Schulpflicht entziehen. Die Einrichtung besteht aus einer Schule zur Erziehungshilfe mit integrierter heilpädagogischer Tagesstätte.

Die Schule zur Erziehungshilfe unterstützt auf Wunsch der verantwortlichen Schulleitungen ortsansässige Hauptschulen, in dem Schüler auf einen erhöhten Erziehungsbedarfes überprüft werden.

Kirchliche und kulturelle Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wallfahrten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich werden am 20. Januar der Sebastinus-Tag und am 14. September das Fest der Kreuzerhöhung im Rahmen eines Gottesdienstes gefeiert. Die ehemals stattfindenden Wallfahrten bestehen in dieser Form nicht mehr.[3]

Konzerte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Klosterkirche werden seit 1984 die „Himmelthaler Sommerkonzerte“ veranstaltet.

Weinbau und Gastronomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weinbauverein Rück e.V. bietet in der Weinprobierstube jeden zweiten Sonntag seine selbst ausgebauten Weine an.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Himmelthal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Büttner: Geschichte des Dorfes Waldaschaff und der Pfarrei Keilberg, Paul Pattloch Verlag, Aschaffenburg 1981, ohne ISBN, S. 52
  2. http://www.vdu.uni-koeln.de/vdu/DE-StAW/AschaffenburgJesuiten/fond
  3. Wallfahrtskirche. Abgerufen am 17. Mai 2018 (englisch).

Koordinaten: 49° 49′ 20″ N, 9° 13′ 10″ O