Kloster Malchow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Klosterkirche

Das Kloster Malchow ist ein ehemaliges Magdalenerinnen-, Zisterzienserinnenkloster in der Ortslage Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Die Klosteranlage liegt am Ostufer des Malchower Sees.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor 1274 in Neu Röbel am Müritzsee als Kloster der Büßerinnen in der Nachfolge Maria Magdalenas (sorores penitentes s. Marie Magdalene) gegründet. Am 29. Mai 1298 ist das Kloster durch Bischof Gottfried I. von Bülow aus der Havelberger Diözese in das Archidiakonat Waren im Dorf Alt Malchow am Südufer des Malchower See neben der dortigen Kirche neu errichtet worden.[1] Der Orden lebte zunächst nach der Regel des Augustinus, später nach den Zisterzienser-Konstitutionen.

Nikolaus von Werle übertrug dem Kloster 1298 die Kirchenpatronate zu Alt- und Neu-Malchow und Lexow.

Nach der Reformation wurde das Kloster mit in Artikel 4 der Sternberger Assekuration vom 2. Juli 1572 in ein adeliges Damenstift umgewandelt und den Landständen überwiesen. Mit dem Kloster Dobbertin und dem Kloster Ribnitz bildete es die drei Landesklöster. Als Folger der Revolution 1918 wurden die Landstände als Körperschaft aufgehoben, die Landesklöster zunächst der staatlichen Aufsicht unterstellt und durch die Verfassung für Mecklenburg-Schwerin und das Einführungsgesetz vom 17. Mai 1920 ganz aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt bestehende Einschreibungen blieben davon jedoch unberührt.

Die ehemalige Klosteranlage wird geprägt durch die Klosterkirche. Diese wurde von 1844 bis 1849 nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels errichtet. So wurde ein 52 Meter hoher Backsteinturm angefügt und dann aus optischen Gründen von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde sie von 1888 bis 1890 im neugotischen Stil nach den Plänen Georg Daniels wieder aufgebaut. Vor dem Neubau der Kirche gab es ab 1235 eine einfache Feldsteinkirche auf dem Klostergelände. Von der alten Klosteranlage existieren noch der historische Kreuzgang und einige Gebäude, die zu Wohnzwecken genutzt werden.

Sonstiges[Bearbeiten]

Zur Klosteranlage gehört auch der sogenannte Engelsche Garten. Dieser wurde von Johann Jacob Christian Engel (1762–1840), Küchenmeister in der Zeit von 1786 bis 1818 im Kloster, angelegt. Erst 1855/56 wurde der Garten dann endgültig fertiggestellt.

In der Klosterkirche und im nahegelegenen Orgelhof befindet sich die Ausstellung zur Geschichte des mecklenburgischen Orgelbaus. Das Mecklenburgische Orgelmuseum ist das erste seiner Art in den neuen Bundesländern. In der Klosterkirche selbst befindet sich eine Orgel von Friedrich Friese III.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julius Wiggers; Moritz Wiggers: Geschichte der drei Mecklenburgischen Landesklöster Dobbertin, Malchow und Ribnitz. Erste Hälfte: Von der Stiftung der drei Klöster bis zur Überweisung derselben an die Stände im Jahre 1572. G. B. Leopoldsche Universitätsbuchhandlung, Rostock 1848. Digitalisat des Exemplars der Bayerischen Staatsbibliothek, mehr nicht erschienen
  • Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide: Die Klöster Dobbertin und Malchow. In: Die Dorf-, Stadt- und Klosterkirchen im Naturpark und seinem Umfeld, Heft 3 (2003), S. 98–107.
  • Axel Attula: Dekorationen für Damen, Evangelische Damenstifte Norddeutschlands und ihre Orden, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2011. ISBN 978-3-940207-21-0

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kloster Malchow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mecklenburgisches Urkundenbuch MUB IV. (1867) Nr. 2505.

53.47151812.431465Koordinaten: 53° 28′ 17″ N, 12° 25′ 53″ O