Kloster Malchow

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Klosterkirche
Ansicht von der Altstadtinsel im See

Das Kloster Malchow ist ein ehemaliges Magdalenerinnenkloster in Alt Malchow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern und liegt auf der Südseite des Malchower Sees.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein erstes Kloster der Magdalenerinnen, „Büßerinnen in der Nachfolge Maria Magdalenas“ (sorores penitentes s. Marie Magdalene), entstand vor 1274 in Neu Röbel am Müritzsee. Zwischen dem 21. Mai und dem 2. Juni 1298 wurde der Konvent vom Orden der Büßerinnen durch Bischof Gottfried I. von Bülow aus der Havelberger Diözese in das Archidiakonat Waren im Dorf Alt Malchow am Südufer des Malchower See verlegt.[1] Die Konventsgebäude in Röbel übernahmen Dominikaner.

Nikolaus von Werle übertrug unter Zustimmung seiner Mutter Sophia dem Frauenkloster 1298 die Kirchenpatronate zu Alt- und Neu-Malchow und Lexow.

Im 15. Jahrhundert galt der Konvent als zisterziensisch.

Nach der Reformation wurde das Kloster mit in Artikel 4 der Sternberger Assekuration vom 2. Juli 1572 in ein adeliges Damenstift umgewandelt und den vereinten Landständen überwiesen. Mit dem Kloster Dobbertin und dem Kloster Ribnitz bildete es die drei Landesklöster der mecklenburgischen Ritterschaft. Die Voraussetzungen für eine Aufnahme waren der Nachweis der Klosterfähigkeit. Zu deren Voraussetzungen zählten die adlige Herkunft mit Ahnenprobe, die Jungfräulichkeit, die christliche Religion und die schriftliche Erklärung zur „inländischen Abstammung“. Nur Angehörige des einheimischen und rezipierten Adels hatten das Recht, ihre Töchter einschreiben zu lassen. Eltern ließen schon wenige Tage nach der Geburt die älteste Tochter in Dobbertin, die zweitgeborene in Malchow und die dritte Tochter in Ribnitz einschreiben. Wenn ein Klosterplatz durch Abgang frei wurde, durfte nach der Einschreibeliste das nächste Fräulein „einrücken“. Bis zur Aufforderung „zum Einrücken in das Kloster“ waren Wartezeiten von 40 bis 50 Jahren auf einen freien Platz üblich.

Als Folge der Revolution 1918 wurden die Landstände als Körperschaft aufgehoben, die Landesklöster zunächst der staatlichen Aufsicht unterstellt und durch die Verfassung für Mecklenburg-Schwerin und das Einführungsgesetz vom 17. Mai 1920 ganz aufgehoben. Zu diesem Zeitpunkt bestehende Einschreibungen blieben davon jedoch unberührt. Die Klosteramtsgeschäfte führte ein Herr von Lücken.

Die ehemalige Klosteranlage wird geprägt durch die Kirche. Diese wurde von 1844 bis 1849 nach Plänen Friedrich Wilhelm Buttels errichtet. So wurde ein 52 Meter hoher Backsteinturm angefügt und dann aus optischen Gründen von 1847 bis 1849 auch das Kirchenschiff erneuert. Nach einem Brand 1888 wurde sie von 1888 bis 1890 im neugotischen Stil nach den Plänen Georg Daniels wieder aufgebaut. Vor dem Neubau der Kirche gab es ab 1235 eine einfache Feldsteinkirche auf dem Klostergelände. Von der alten Klosteranlage existieren noch der historische Kreuzgang und einige Gebäude, die zu Wohnzwecken genutzt werden.

Zur Klosteranlage gehört auch der sogenannte Engelsche Garten. Dieser wurde von Christian Engel (1762–1840), Küchenmeister in der Zeit von 1786 bis 1818 im Kloster, angelegt. Erst 1855/56 wurde der Garten fertiggestellt.

In der Klosterkirche und im nahegelegenen Orgelhof befindet sich die Ausstellung zur Geschichte des mecklenburgischen Orgelbaus. Das Mecklenburgische Orgelmuseum ist das erste seiner Art in den Neuen Ländern. In der Klosterkirche selbst befindet sich eine Orgel von Friedrich Friese III.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Persönlichkeiten des Klosters Malchow.

Pröpste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namen und Jahreszahl bezeichnen die urkundlich nachweisbare Erwähnung als Propst.

  • 1298 Albert
  • 1303 Hermann
  • 1309 Gerhard
  • 1317 - 1318 Heinrich
  • 1332 - 1333 Bodo
  • 1338 - 1341 Johannes
  • 1344 - 0000 Johannes Katzow
  • 1345 - 1348 Herman
  • 1351 - 0000 Johannes Budden
  • 1352 - 0000 Heinrich
  • 1449 - 1520 Johannes Grabow
  • 1534 - 1538 Heinrich von Bülow

Klosterhauptmänner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1786 - 0000 Kammerjunker von Raven auf Necheln.
  • 1845 - 1852 Kammerherr Carl August von Borck auf Möllenbeck
  • 1855 - 1866 Kammerherr Carl Diedrich Nicolai von Oertzen auf Marin
  • 1866 - 1884 Kammerherr August Baron von Maltzahn auf Schloss Grubenhagen
  • 1902 - 1906 Landrat Emil Friedrich August von Gundlach auf Hinrichsberg

Provisoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1786 - 0000 Hauptmann Georg Christoph von Pressentin auf Daschow.
  • 1845 - 1852 Kammerherr Carl August von Borck auf Möllenbeck (Teilherzogtum Schwerin).
  • 1850 - 1854 Theodosius von Levetzow auf Koppelow (Teilherzogtum Güstrow)
  • 1854 - 1858 Major Georg Emil von Bülow auf Rogeez (Teilherzogtum Schwerin)
  • 1853 - 1857 Adolph August Helmuth Albrecht Freiherr von Maltzan auf Groß Luckow (Teilherzogtum Güstrow)
  • 1860 - 1866 Kammerherr August Baron von Maltzahn auf Schloss Grubenhagen (Teilherzogtum Güstrow)
  • 1862 - 1870 Wilhelm von Passow auf Grambow (Teilherzogtum Schwerin)
  • 1866 - 1882 Rittmeister Friedrich Herrmann Otto von Plüskow auf Ahrenshagen (Teilherzogtum Güstrow)
  • 1876 - 1880 Rittmeister Friedrich Christian von Bülow auf Rogeez (Herzogthum Schwerin)
  • 1900 - 1908 Adolf Karl Otto Alexander Graf von Bassewitz-Behr auf Lützow (Herzogthum Schwerin)
  • 1902 - 1906 Henning Wilhelm Julius Ludwig von Lücken auf Massow (Herzogthum Güstrow)

Priorinnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1339 - 1351 Elisabeth
  • 1351 - 0000 Mechthild
  • 1355 - 1374 Mechthild Sabekendorp
  • 1383 - 1387 Ida van dem Hagen
  • 1395 - 1396 Benedikta Gamm
  • 1402 - 0000 Adriane Flotow
  • 1410 - 1414 Ilsebe Pritzbuer
  • 1482 - 1508 Jutta von Hahn
  • 1508 - 1520 Katharina von Hahn
  • 1546 - 0000 Anna von Wangelin
  • 1580 - 0000 Barbara Rostken
  • 0000 - 1942 Hedwig von Flotow

Konventualin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Charlotte von Hobe (1792–1852), Schriftstellerin und Stiftsdame
  • 0000 - 1945 Elisabeth von Preen
  • 0000 - 1945 Martha von Schlieffen
  • 0000 - Helene von Oertzen
  • 0000 - Irmgard von Stenglin
  • 0000 - 1946 Margarethe von Brandenstein

Dominae[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1647 - 0000 Anna von Maltzahn
  • 1786 - 0000 Sophia Dorothea von Pritzbuer
  • 1845 - 1853 Charlotte D. F. von Pressentin
  • 1859 - 1866 C. L. F. von Flotow
  • 1867 - 1878 F. Baronesse von Hammerstein
  • 1902 - 1905 Julie von Mecklenburg
  • 0000 - 1946 Eleonora von Bassewitz
  • 1944 - 1972 Gertrud von Lücken (95 Jahre)

Küchenmeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1786 - 0000 Friedrich Lessen
  • 1845 - 1855 Friedrich Jacob Wilhelm Engel
  • 1855 - 1878 Heinrich Franz Albrecht Engel
  • 1878 - 1902 Heinrich Engel
  • 1902 - 1926 Karl Sent

Syndicus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1786 - 0000 Dr. Hermann Friedrich Beckmann zu Güstrow
  • 1845 - 0000 Hofrat Schmidt zu Waren
  • 1852 vacant
  • 1855 - 1869 Dr. Wilhelm Friedrich August Schmidt zu Waren.
  • 1870 - 1878 Advocat Carl Meyer zu Malchow
  • 1902 - 1905 Bürgermeister Dr. Zelck zu Malchow, Stellvertreter Bürgermeister Warncke zu Röbel

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Damenchor

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Wiggers; Moritz Wiggers: Geschichte der drei Mecklenburgischen Landesklöster Dobbertin, Malchow und Ribnitz. Erste Hälfte: Von der Stiftung der drei Klöster bis zur Überweisung derselben an die Stände im Jahre 1572. G. B. Leopoldsche Universitätsbuchhandlung, Rostock 1848. Digitalisat des Exemplars der Bayerischen Staatsbibliothek, mehr nicht erschienen
  • Naturpark Nossentiner-Schwinzer Heide: Die Klöster Dobbertin und Malchow. In: Die Dorf-, Stadt- und Klosterkirchen im Naturpark und seinem Umfeld, Heft 3 (2003), S. 98–107.
  • Axel Attula: Dekorationen für Damen, Evangelische Damenstifte Norddeutschlands und ihre Orden, Thomas Helms Verlag, Schwerin 2011. ISBN 978-3-940207-21-0
  • Wolfgang Huschner, Ernst Münch, Cornelia Neustadt, Wolfgang Eric Wagner: Mecklenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte, Kommenden und Prioreien (10./11. – 16. Jahrhundert), Band 1 Rostock 2016 ISBN 978-3-356-01514-0 S. 442–475.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ungedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeshauptarchiv Schwerin
    • LHAS 1.5-4/1 Kloster Broda.
    • LHAS 1.5-5 Parchimsche Kirchenbriefe.
    • LHAS 3.12-1/18 Streitsachen der Herzöge untereinander und mit den Ständen.
    • LHAS 2.12-3/2 Klöster und Ritterorden. Kloster Malchow.
    • LHAS 3.2-3/2 Landeskloster/Klosteramt Malchow.
    • LHAS 9.1 Reichskammergericht.
    • LHAS 11.11 Regesten.
  • Landesamt für Kultur und Denkmalpflege
    • Bauarchäologische und Restauratorische Untersuchungen und Gutachten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Malchow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MUB IV. (1867) Nr. 2505.

Koordinaten: 53° 28′ 17,5″ N, 12° 25′ 53,3″ O