Kloster Marienwalde

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Zisterzienserabtei Marienwalde
95 413-92. Klasztor pocysterski Bierzwnik jass sw.jpg
Lage Polen Polen
Woiwodschaft Westpommern
Koordinaten: 53° 2′ 23″ N, 15° 39′ 36″ OKoordinaten: 53° 2′ 23″ N, 15° 39′ 36″ O
Ordnungsnummer
nach Janauschek
690
Patrozinium Hl. Maria
Gründungsjahr 1294
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1539
Mutterkloster Kloster Kolbatz
Primarabtei Kloster Clairvaux

Tochterklöster

keine

Das Kloster Marienwalde (Dorfname seit 1945 Bierzwnik, lateinisch: Nemus S. Mariae) ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in der Gemeinde Bierzwnik (Marienwalde) der polnischen Woiwodschaft Westpommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klosteranlage liegt in der Neumark, etwa 22 Kilometer südöstlich der Stadt Arnswalde (Choszczno) und zwölf Kilometer nordwestlich der Stadt Woldenberg (Dobiegniew).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienwalde nordwestlich der Stadt Posen, südwestlich der Stadt Schneidemühl und nordwestlich der Stadt Woldenberg auf einer Landkarte der Provinz Posen von 1905 (gelb markierte Flächen kennzeichnen Gebiete mit seinerzeit mehrheitlich polnischsprachiger Bevölkerung).

Die Stiftung erfolgte 1286 durch den Markgrafen Otto IV. von Brandenburg, die Besiedelung 1294. Im Jahr 1300 übereignete Markgraf Woldemar dem Kloster Marienwalde einige Nachbardörfer, darunter das Dorf Regenthin.[1]

Marienwalde war ein Tochterkloster von Kloster Kolbatz (Kołbacz) aus der von der Primarabtei Clairvaux über Kloster Esrom in Dänemark ausgehenden Filiation. Wohl 1539 wurde das Kloster durch den Markgrafen Johann von Küstrin aufgehoben. 1607 wurde eine Glashütte gegründet. Der heutige polnische Name stammt wohl erst aus dem Jahr 1945 und leitet sich vom slawischen Wort bierwo (Holzbalken) ab.

Bauten und Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist eine ursprünglich neunjochige Backsteinhalle mit achteckigen Pfeilern ohne Querhaus mit polygonalem (9/12) Chor, sie ist in die Zeit um 1330/50 zu datieren. Erhalten sind nach Bränden 1824 und 1945 und Wiederaufbau um 1960 der Chor und die zwei östlichen Langhausjoche. Die Klausur lag rechts von der Kirche, Ost- und Südflügel sind, um 1820 als Wohnungen verbaut, erhalten. Der Giebel des Brauereigebäudes stürzte zwischen 1988 und 1998 ein.

Verweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Winter: Die Cistercienser des nordöstlichen Deutschlands. Ein Beitrag zur Kirchen- und Culturgeschichte des deutschen Mittelalters. Band 2: Vom Auftreten der Bettelorden bis zum Ende des 13. Jahrhunderts. Gotha 1871, S. 288–291.
  • Ambrosius Schneider: Lexikale Übersicht der Männerklöster der Cistercienser im deutschen Sprach- und Kulturraum. In: Ambrosius Schneider, Adam Wienand, Wolfgang Bickel, Ernst Coester (Hrsg.): Die Cistercienser, Geschichte – Geist – Kunst. 3. Auflage. Wienand Verlag, Köln 1986, ISBN 3-87909-132-3, S. 676.
  • Robert Piotrowski: Kloster Marienwalde – Nemus S. Mariae. In: Ulrich Knefelkamp, Wolfgang F. Reddig: Klöster und Landschaften, Zisterzienser westlich und östlich der Oder. 2. Auflage. scripvaz Verlag, Frankfurt/O. 1999, ISBN 3-931278-19-0, S. 152–156.
  • Christian Gahlbeck: Zisterzienser und Zisterzienserinnen in der Neumark. (= Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs. 47). Berlin Verlag Arno Spitz, Berlin 2002, ISBN 3-8305-0291-5, doi:10.35998/9783830542681, (Open Access, auch: Diss. Berlin 1998) bes. S. 187–196 (Gründung), S. 262–284 (Allgemeine und politische Geschichte des Klosters im Überblick), S. 332–349 (Besitzstandsentwicklung), S. 434–446 (Säkularisierung), S. 632–654 (Anteil an Landesausbau und Landesbesiedlung), 680–695 (Wirtschaftstätigkeit), S. 1104 (Karte 6): Die Güter der Zisterzienser und Zisterzienserinnen in der Neumark, Teil 4: Der Raum um Arnswalde, Marienwalde und Woldenberg, S. 1116–1117 (Karte IV): Vorkoloniale und hochmittelalterliche Besiedlung der Neumark, Teil 4: Der Raum um Arnswalde, Marienwalde und Woldenberg.
  • Christian Gahlbeck, Blandine Wittkopp: Marienwalde (Bierzwnik). Zisterzienser. In: Heinz-Dieter Heimann u. a. (Hrsg.): Brandenburgisches Klosterbuch. Handbuch der Klöster, Stifte und Kommenden bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts. (= Brandenburgische Historische Studien. 14). 2 Bände. be.bra Wissenschaft Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-937233-26-0, hier: Band 2, S. 860–883, mit: Karten zum Klosterbesitz (S. 878–879), Grund- und Aufriss der ehem. Klausuranlage, 1792 (S. 882), Grundriss der ehem. Klausuranlage, 2003 (S. 883).
  • P. Hoffmann: Nordische Cistercienserkirchen unter besonderer Berücksichtigung der Backstein-Baukunst. Dissertation. Dresden/ Essen 1912, S. 67–77, mit Plan der Rekonstruktion.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Band 2: Nordostdeutschland. bearbeitet von Julius Kohte. 2. Auflage. Ernst Wasmuth, Berlin 1922, S. 317.
  • Hanna Faryna-Paszkiewicz, Małgorzata Omilanowska, Robert Pasieczny: Atlas zabytków architektury w Polsce. Wydawnictwo Naukowe PWN, Warszawa 2001, ISBN 83-01-13478-X, S. 74.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kloster Marienwalde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Georg Wilhelm von Raumer: Die Neumark Brandenburg im Jahre 1337 oder Markgraf Ludwig’s des Aelteren Neumärkisches Landbuch aus dieser Zeit. Berlin 1837, S. 34.