Kloster Michelfeld

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Kloster Michelfeld, Luftaufnahme (2016)
Innenansicht der spätbarocken Klosterkirche

Kloster Michelfeld ist ein ehemaliges Kloster der Benediktiner im Ortsteil Michelfeld der Stadt Auerbach in der Diözese Bamberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das St. Michael und St. Johannes Evangelist geweihte Kloster wurde am 6. Mai 1119 durch Bischof Otto I. von Bamberg gegründet. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster 1556 aufgehoben und erst 1669 durch Kurfürst Ferdinand Maria wieder dem Benediktinerorden zurückerstattet.

Durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges und den calvinistischen Bildersturm waren Klosterkirche und Klausur stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Deshalb beschloss der Orden einen Wiederaufbau. Das neue Klostergebäude und die Abteikirche wurden nach Plänen von Johann und Wolfgang Dientzenhofer zwischen 1680 und 1700 neu errichtet. Bei der Kirche handelt es sich um eine Wandpfeilerkirche auf rechteckigem Grundriss. Der Chorraum wird durch ein Holzgewölbe als böhmische Kappe abgeschlossen.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Abt Wolfgang Rinsweger (1707–1721) erfolgte die Ausstattung der Kirche. Rinsweger hatte vorher Profess im Kloster Tegernsee abgelegt. Sein Wappen und seine Initialen befinden sich auf der Orgelempore („17 W A I M 14“ = 1714 Wolfgang, Abt von Michelfeld). Er beauftragte die Brüder Cosmas Damian und Egid Quirin Asam mit den Mal- und Stuckarbeiten. Cosmas Damian Asam malte u. a. die Anbetung der Hirten auf der Orgelempore (Signatur „C. D. Asam, 1717“), das Leiden Christi auf dem mittleren Deckenfresko sowie die Auferstehung Jesu. Auf dem Fresko über dem Hauptaltar ist das Pfingstfest dargestellt, symbolisiert durch eine Taube und die sieben Gaben des Heiligen Geistes (Gabe des Verstandes, des Rates, der Weisheit, der Wissenschaft, der Gottesfurcht, der Frömmigkeit und der Stärke). Der Hochaltar wurde von den Gebrüdern Asam mit gewundenen „Berninisäulen“ gestaltet. Das Altarbild zeigt Jesus inmitten seiner Jünger beim Letzten Abendmahl; links im Bild befindet sich Maria Magdalena. Nach einer Überlieferung sollen die Personen im Vordergrund die Brüder Asam und deren Schwester Maria Salome sowie Giovanni Battista Carlone sein. Das Werk ist mit „C. D. Asam INV (invenit)“ signiert und wurde 1721 fertiggestellt. Die sechs Seitenkapellen sind dem heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastika, der Rosenkranzmadonna, der Schmerzensmutter sowie Sankt Otto und Sankt Nepomuk geweiht. Die Gemälde der Seitenaltäre schufen Otto und Johann Gebhard. Die über die Altäre verteilten Figuren der Vierzehn Nothelfer stammen von Egid Quirin Asam. Der Laienbruder Anton Denzler schuf die Kanzel, den Orgelprospekt und das Chorgestühl oberhalb der Sakristei im ersten Stock.

Kloster Michelfeld heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster wurde am 13. März 1802 unter kurfürstliche Verwaltung gestellt. 1803 erfolgte im Zuge der Säkularisation die endgültige Aufhebung. Letzter Abt des Klosters war Maximilian Prechtl. Die zu Beginn des 18. Jahrhunderts von den Brüdern Asam im Barockstil reich ausgestattete Klosterkirche wurde Pfarrkirche.

Seit 1885 ist in der weiträumigen Klosteranlage eine Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung untergebracht, die Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung betreut.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Luiztpold Dietl; Markus Nowak; Susanne Dietl (2011): Michelfeld in der Oberpfalz. Pfarrkirche St. Johannes Evangelist - Asamkirche, nach den Aufzeichnungen von Pfarrer Franz Wolfring. Katholisches Pfarramt Michelfeld.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Michelfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 42′ 14″ N, 11° 35′ 14″ O