Kloster Ravengiersburg

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Das Kloster Ravengiersburg befindet sich in der Ortsgemeinde Ravengiersburg im zentralen Hunsrück.

Bis 1566 war das Kloster ein Augustiner-Chorherrenstift, heute befindet sich das Kloster im Besitz der katholischen Kirche.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hunsrückdom in Ravengiersburg

Das Kloster wurde 1074 von Graf Berthold und Hedwig von Ravengiersburg, die kinderlos geblieben waren und ihren ganzen Besitz dafür hergaben, als Augustiner-Chorherrenstift gestiftet.[1] Es wurde daraufhin vom Erzbischof Siegfried I. von Mainz für 12 Kanoniker gegründet. Es gilt als das älteste Kloster in der Hunsrückregion. Die Klosterkirche ist dem hl. Christophorus geweiht. Klostervögte waren die Wildgrafen, später die Herren von Heinzenberg (als wildgräfliches Lehen). Nach dem Aussterben der Heinzenberger 1395 und dem Aussterben der Wildgrafen 1408 erhielten die Pfalzgrafen die Vogtei über das Kloster. 1410 wurde das gesamte Propsteigebiet mit dem Kloster an das neu geschaffene Herzogtum Pfalz-Simmern-Zweibrücken (später Pfalz-Simmern) übertragen. Das Propsteigebiet umfasste die Landgerichte Nunkirch und Biebern mit zahlreichen Ortschaften.

Bis zur Reformationszeit entwickelte sich das Kloster zum größten Grundbesitzer zwischen Mosel und Nahe. 1564 endete die klösterliche Tradition, mehrere Versuche der Wiederbelebung schlugen fehl. 1631 brannten es schließlich schwedische Truppen während des Dreißigjährigen Krieges nieder. Das heutige Kirchenschiff wurde zwischen 1718 und 1722 von Kurfürst Karl III. Philipp von der Pfalz errichtet.

1920 erfolgte eine Neugründung als Philosophisch-Theologische Ordenshochschule der Missionare von der Heiligen Familie (Provinzialat in Düren bzw. Mainz). Zwischen 1970 und 2006 betrieb die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung eine Ausbildungsstätte für benachteiligte Jugendliche in den Klostergebäuden.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Gründung des Klosters befand sich auf dem Klostergelände eine Burg. Im 12. Jahrhundert entstanden die beiden romanischen Türme. Das Kirchenschiff wurde nach einem Brand vermutlich gotisch 1497 wieder aufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg erfolgten Zerstörungen. Das Langhaus der heutige Kirche wurde im 18. Jahrhundert als vereinfachende Wiederherstellung des gotischen Kirchenschiffes errichtet, die die alten Umfassungsmauern und Strebepfeiler mit einbezieht.

Propstei Ravengiersburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Gebiet der Propstei Ravengiersburg gehörten 1599 folgende Ortschaften:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Back: Das Kloster Ravengiersburg und seine Umgebungen. Ein Beitrag zur älteren Geschichte des Hundsrückens. 2 Bände. Koblenz 1841/53
  • Fritz Arens: Klosterkirche Ravengiersburg, Große Baudenkmäler, Heft 158, 6. Auflage, München/Berlin 1983
  • Willi Wagner: Das Augustiner-Chorherrenstift Ravengiersburg. Geschichte des Stiftes, der Grundherrschaft und des Besitzes von den Anfängen bis zur Aufhebung 1803. Simmern 1977
  • Willi Wagner: Das ehemalige Augustiner-Chorherrenstift Ravengiersburg und die Nunkirche bei Sargenroth, Rheinische Kunststätten Heft 453, Köln 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. H. Beyer: Urkundenbuch zur Geschichte der jetzt die Preussischen Regierungsbezirke Coblenz und Trier bildenden Mittelrheinischen Territorien. Band 1: Von den ältesten Zeiten bis zum Jahre 1169. Koblenz 1860, S. 431 (Volltext in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Ravengiersburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 56′ 8″ N, 7° 28′ 37″ O