Kloster Seligenporten

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Kloster Seligenporten
Kloster Seligenporten, Kirche von Süden
Kloster Seligenporten, Kirche von Süden
Lage DeutschlandDeutschland Deutschland
Bayern
Liegt im Bistum Bistum Eichstätt
Koordinaten: 49° 16′ N, 11° 18′ OKoordinaten: 49° 15′ 55,4″ N, 11° 18′ 29,5″ O
Gründungsjahr 1242 durch Zisterzienserinnen
zisterziensisch seit 1931
Jahr der Auflösung/
Aufhebung
1967

Das Kloster Seligenporten ist ein ehemaliges Kloster der Zisterzienserinnen, später der Salesianerinnen und dann der Zisterzienser im Markt Pyrbaum in Bayern in der Diözese Eichstätt.

Stich des Klosters aus dem "Churbaierischen Atlas" des Anton Wilhelm Ertl 1687

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das der Heiligen Jungfrau Maria geweihte Kloster wurde 1242 durch Gottfried den Älteren von Sulzbürg und seine Frau Adelheid von Hohenfels als Nonnenkloster gegründet. 1247 wurde das damals „Felix Porta“ („glückliche/selige Pforte“) genannte Kloster dem Zisterzienserorden inkorporiert, bestätigt 1249 durch den Bischof Heinrich von Eichstätt. 1299 erhielt das Kloster von König Albrecht die niedere Gerichtsbarkeit zugeteilt. 1500 umfasste der Klosterbesitz 350 Anwesen mit 650 Untertanen in über 20 Orten als Abgabenpflichtige. Es hatte das Patronatsrecht für 7 Pfarreien und 2 Kaplaneien. 1550 musste die letzte Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters Seligenporten, Anna von Kuedorf, die kurpfälzisch-protestantische Kirchenordnung annehmen. 1576 wurde Seligenporten evangelisch und Anna von Kuedorf starb. Seligenporten ging nunmehr als letztes Stift der Oberpfalz endgültig in den Besitz des Landesherrn über.

Im Zuge der Gegenreformation wurde Seligenporten 1625 rekatholiziert. 1671 wurde das Kloster dem Konvent des Salesianerinnen-Klosters zu Amberg übergeben. Ein Richter und Kastner verwalteten im Namen der Amberger Superiorin das Klosteramt.

Das Kloster ist eine Zweiflügelanlage (Ost- und Nordtrakt) als unvollendeter Teil der Kreuzganganlage mit gotischem Kreuzgang. Während der Osttrakt aus dem Mittelalter stammt, sind das Obergeschoss und der Nordtrakt aus dem 17./18. Jahrhundert.

Im Zuge der Säkularisation 1803 gingen Gebäude und Besitzungen in private Hände über. Die Gebäude wurden größtenteils abgebrochen. Die erhaltenen Klostergebäude übernahmen 1931 die Zisterzienser aus Kloster Bronnbach, welche die Niederlassung 1967 wieder aufgaben. 2003 wurde das ehemalige Sudhaus der alten Klosterbrauerei renoviert und eine neue Kleinbrauerei eingerichtet.[1]

In der Klosterkirche, die ursprünglich als Patrozinium „Mariä Heimsuchung“ hatte und heute das Patrozinium Mariä Himmelfahrt hat, befindet sich im Nonnenchor das älteste Chorgestühl Deutschlands aus dem 13. Jahrhundert. Des Weiteren findet man hier Totenschilder und Grabdenkmäler zum Teil aus Wolfsteiner Zeit.

Heute ist die ehemalige Klosterkirche Pfarrkirche der Pfarrei Seligenporten. Am ehemaligen Klostergasthaus ist eine Inschrifttafel von 1493 angebracht. Der Torturm am Klosterhof aus Quadersteinen mit Fachwerkobergeschoss und Pyramidendach stammt aus dem 15./16. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Brun Appel, Emanuel Braun: Ehemalige Zisterzienserinnen-Klosterkirche Seligenporten, Regensburg 2007

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloster Seligenporten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Streck: »Natur-Biere« von der Klosterbrauerei Seligenporten. In: meier-magazin.de. Abgerufen am 13. Oktober 2017.