Kloster St. Georg (Naumburg)

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Das Benediktinerkloster St. Georg bei Naumburg (Saale) war das älteste Kloster des Bistums Naumburg und Hauskloster der Markgrafen von Meißen aus dem Adelsgeschlecht der Ekkehardiner. Die Patrone waren Maria und Georg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge des ältesten Benediktinerklosters der Naumburg-Zeitzer Diözese liegen im Dunkel, ein Nachweis ist wohl um 1046 gegeben[1]. Als Hauskloster des bedeutenden nordthüringischen Geschlechts der Ekkehardiner könnte es noch im 10. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe des Stammsitzes in Gene nahe der Unstrutmündung in die Saale gelegen haben. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass für die Lage dieses Stammsitzes nur das südlich der Unstrut gelegene Kleinjena mit dem Areal des Kapellenberges in Frage kommt.[2][3] Damit lag das Kloster im Sprengel der Mainzer Diözese. Als Gründer gilt Markgraf Ekkehard I.

Im Zuge der Verlegung des Stammsitzes der Ekkehardiner auf das östliche Saaleufer in die Neue Burg (dem späteren Naumburg) nach 1000 erfolgte auch die Translozierung des Klosters dorthin. Damit gehörte das Kloster zum 968 durch Kaiser Otto I. begründeten Bistum Zeitz. St. Georg war zu diesem Zeitpunkt das einzige Kloster der Diözese und die erste Benediktinerabtei im Gebiet östlich der Saale. Im Jahre 1028 bzw. 1032 erwirkten die Markgrafen die Verlegung des bischöflichen Sitzes der Diözese von Zeitz nach Naumburg.

Im Jahr 1532 brannte das Kloster bis auf wenige Gebäudeteile ab.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joh. Martin Schamel: Historische Beschreibung von dem ehemals beruehmten Benediktiner-Kloster zu St. Georgen vor der Stadt Naumburg, Enthält u.a. Von d. Klosters Stifftung u. Ordens-Personen; Von d. Gestalt u. d. Gebäuden d. Klosters; Von d. Klosters Land-Güthern, Einkünfften u. Zugehörungen; Von denen Aebten, so in d. Kloster gelebet haben. Martini, Naumburg 1728 (books.google.de).
  • Theologische Realenzyklopädie. Walter de Gruyter, 1977, ISBN 3-11-002218-4, S. 563.
  • Frank Schleicher: Die Ekkehardiner unter den Stiftern. Hrsg.: Friedrich-Schiller-Universität Jena (Historisches Institut). Grin Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-75789-8, urn:nbn:de:101:1-2010081212633.
  • Matthias Ludwig: Zur Bau- und Kunstgeschichte des Naumburger Benediktinerklosters St. Georg. In: Saale-Unstrut-Jahrbuch. 15, 2010, S. 109–114.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die ältesten nachweisbaren Klöster in Thüringen und Sachsen. In: Bonifatius in Thüringen. bonifatius-in-thueringen.de, abgerufen am 14. Januar 2009.
  2. Die Bistümer der Kirchenprovinz Magdeburg: Das Bistum Naumburg 1,1: Die Diözese. In: Heinz Wießner, Max-Planck-Institut für Geschichte (Hrsg.): Germania sacra. Historisch-statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches. Neue Folge Auflage. Band 35, Nr. 1. de Gruyter, Berlin 1997, ISBN 978-3-11-015193-0 (books.google.de).
  3. Bistum Naumburg. In: Lexikon des Mittelalters. VI, Sp. 1055 (manfred-hiebl.de).
  4. Johann Paul Christian Philipp: Geschichte des Stifts Naumburg und Zeitz. Zeitz 1800, S. 17. (books.google.de).

Koordinaten: 51° 10′ 45″ N, 11° 46′ 36″ O