Klosterheide

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Koordinaten: 52° 59′ 21″ N, 12° 58′ 22″ O

Klosterheide
Höhe: 50 m ü. NN
Einwohner: 179 (2001)
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 16835
Vorwahl: 033933

Klosterheide ist ein Ortsteil der Gemeinde Lindow (Mark) im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Land Brandenburg. Hier lebten im Jahre 2001 179 Einwohner.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klosterheide liegt drei Kilometer nördlich von Lindow (Mark). Der Ort liegt inmitten von Wäldern und landwirtschaftlich genutzten Feldern. Westlich von Klosterheide liegt der Gudelacksee.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf einer Halbinsel, etwa zwei Kilometer westlich von Klosterheide gab es eine slawische Siedlung, Funde deuten auf einen Bestand der Siedlung im 11./12. Jahrhundert hin. Die Ortschaft Klosterheide wird das erste Mal im Jahre 1574 im Lindower Erbregister erwähnt. Der damalige Name war „uff der Kloster Heide“. Im Jahre 1691 gründeten fünf Kolonisten und ein Hirte aus der Schweiz den heutigen Ort. Im Jahre 1752 brannte es im Dorf, über die Schäden ist nichts weiter bekannt.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Lungensanatorium erbaut. 1953 wurde die LPG Typ I gegründet, die bis 1960 dann in die LPG Typ III „Neues Leben“ umgewandelt wurde. Im Jahre 1967 fusionierte diese LPG mit der LPG „Vorwärts“ aus Lindow (Mark).

Baudenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Klosterheide gibt es vier Baudenkmale.[1]

Gedenktafel an den Todesmarsch

Der Rosenhof liegt am Gudelacksee in einem Waldgebiet westlich von Klosterheide. Die Anlage Rosenhof besteht aus einem Landhaus und einem Park. Das Haus wurde 1928 von Wilhelm Ernst Zoellner nach einem Entwurf des Architekten Otto Rudolf Salvisberg erbaut. Zoellner war bis 1933 Geschäftsführer der „Zoellner-Werke“ in Berlin-Neukölln. Im Jahre 1936 ging der Besitz an Fritz Jay über. Dieser ließ das Haus wesentlich umbauen. Das Haus ist ein zweigeschossiges Haus mit Seitenflügeln. Die Fassade ist im Stil des Neobarocks gehalten. Die drei mittleren Achsen bilden ein Risalit, in der Mitte befindet sich der Eingang. Vor dem Eingang steht ein Altan mit Säulen.

In der Klosterheider Straße an der Ecke Kramnitzer Weg befindet sich eine Gedenktafel für die Opfer des Todesmarschs. Die Tafel wurde 1976 aufgestellt. Die Inschrift lautet: „Todesmarsch April 1945 der Häftlinge des KZ Sachsenhausen. Über 6000 wurden auf diesem Marsch durch die SS ermordet. Ihr Vermächtnis lebe in unseren Taten fort.“

Das Stallgebäude Klosterheide Straße 14 steht unter Denkmalschutz. Das Wohnhaus des ehemaligen Vierseithofes wurde 1752 erbaut. Es ist ein zweigeschossiges, traufständiges Haus mit einem Satteldach. Das Stallgebäude wurde 1890 erbaut.

Das Klinikum Klosterheide wurde ab 1910 als Lungensanatorium erbaut. Heute gehört das Klinikum zur Ruppiner Kliniken GmbH. In den 1930er Jahren wurde die Klinik zu einem der Hauptorte des Lebensborn e. V., einer nationalsozialistischen Organisation. Die Häuser B und G wurden 1910 erbaut, die Häuser A, D und F im Jahre 1940.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg, Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 2: Gemeinde Fehrbellin, Amt Lindow (Mark) und Stadt Rheinsberg, Ulrike Schwarz und Matthias Metzler und andere, Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein, 2003, ISBN 3-88462-191-2, Seite 281–288

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum: Denkmalliste des Landes Brandenburg: Landkreis Märkisch-Oderland (PDF; 1365 kB)