Klostermarienberg

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Klostermarienberg (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Klostermarienberg
Klostermarienberg (Österreich)
(47° 25′ 23″ N, 16° 33′ 53″O)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Oberpullendorf (OP), Burgenland
Gerichtsbezirk Oberpullendorf
Pol. Gemeinde Mannersdorf an der Rabnitz
Koordinaten 47° 25′ 23″ N, 16° 33′ 53″ OKoordinaten: 47° 25′ 23″ N, 16° 33′ 53″ Of1
Höhe 236 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 330 (1. Jän. 2020)
Gebäudestand 183 (2001f1)
Fläche d. KG 7,72 km²
Postleitzahl 7444 Mannersdorf
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 00199
Katastralgemeinde-Nummer 33020
Zählsprengel/ -bezirk Klostermarienberg (10811 005)
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; GIS-Bgld
f0
330

BW

Klostermarienberg (bis 1894 Klastrom, ungarisch: Borsmonostor) ist ein Ortsteil in der Gemeinde Mannersdorf an der Rabnitz im Burgenland in Österreich, der nach dem Kloster Marienberg benannt wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätte Zweiter Weltkrieg

Erste Besiedelungsspuren reichen bis in die Steinzeit zurück.

Am nördlichen Rabnitzufer, etwa 400 m nordöstlich des Ortes, wurden spätlatènezeitliche (190 v. Ch. bis Christi Geburt) Funde lokalisiert. Grabungen von 1972 bis 1975 durch das Landesmuseum Burgenland ergaben Silbermünzen, Keramiken, eine Glasperle sowie große Mengen von Eisenschlacke und geröstetem Erz. Mehrere Kuppelöfen vom Typ „eingetiefter Burgenländischer Rennofen“ wurden freigelegt, einer davon ist im Landesmuseum ausgestellt. Die Funde sind in die letzten Jahrzehnte v. Chr. zu datieren.[1] Aus späterer Zeit stammt ein römischer Grabstein.

Die 1197 durch Dominik Bors, den Banus von Slawonien, aufgrund eines Gelübdes bei einem Kreuzzug gegründete Zisterzienserabtei Marienberg war ein Tochterkloster von Stift Heiligenkreuz aus der Filiation von Morimond. Sie wurde erstmals um 1240 und erneut um 1440 beschädigt. Im Jahr 1532 wurde sie während der Türkeneinfälle zerstört und bald danach von den Mönchen verlassen. In der Folge wurde die Abtei als Steinbruch benutzt.

Im Jahr 1680 wurde das Kloster Marienberg von Zisterziensermönchen aus Lilienfeld im Auftrag von Abt Matthäus Kolweiß wieder errichtet und war bis 1865 eine Propstei; bis zu drei Mitbrüder waren dort stationiert. Der Neubau der Pfarrkirche Klostermarienberg und der Propstei erfolgte zwischen 1741 und 1780, im Kreuzgang befinden sich Reste des mittelalterlichen Baus. Bis heute wird die Pfarre vom Stift Lilienfeld betreut. Der Pfarrer trägt den Amtstitel Superior.

Am 29. März 1945 drang die Rote Armee im Raum Klostermarienberg erstmals auf österreichisches Gebiet (damals deutsches Reichsgebiet) vor.

Die Ortschaft Klostermarienberg ist auch wegen des Obstbaues bekannt. Rund um den Ort befinden sich umfangreiche Apfel- und Pfirsich-Plantagen. Jährlich findet am 26. Oktober, dem österreichischen Nationalfeiertag, ein Kastanienfest statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Trenovatz, * 28.06.1912, Klostermarienberg, † 29.12.2004, Bürgermeister der Gemeinde Klostermarienberg 1950–1970.

Der Landwirt, Ökonomierat Stefan Trenovatz war dazu Abgeordneter zum Burgenländischen Landtag 1953–1970, Mitglied des Bundesrates der SPÖ vom 17.06.1970 – 31.12.1973, und Vorsitzender des Bundesrates, 01.07.1973 – 31.12.1973[2].

Kunst im Kloster[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Titel „KiK - Kunst im Kloster“ dient das Kloster auch Ausstellungen und musealen Zwecken.

Hundemuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kloster beherbergte das Europäische Hundemuseum, das aus der Sonderausstellung „Mensch & Hund – eine Beziehungsgeschichte“ entstanden ist, die im Jahr 2001 im Kloster Marienberg gezeigt wurde. Es ist jedoch seit 2014 geschlossen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferenc Leontius Hervay: Repertorium Historicum Ordinis Cisterciensis in Hungaria (Bibliotheca Cisterciensis 7, Rom 1984), S. 63–79.
  • Peter Pfister (Hrsg.): „Klosterführer aller Zisterzienserklöster im deutschsprachigen Raum“, Strasbourg: Éditions du Signe, 2. Aufl. 1998, S. 524–525, ISBN 2-87718-596-6.
  • Josef Littsteuer: Zisterzienser in Klostermarienberg, in: Jahrbuch der Diözese Eisenstadt (1968), S. 119–122.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Klostermarienberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 937.
  2. Stefan Trenovatz. Republik Österreich, Parlamentsdirektion Wien, 1. Mai 2001, abgerufen am 30. April 2021.