Kloten

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kloten (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kloten
Wappen von Kloten
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Bülachw
BFS-Nr.: 0062i1f3f4
Postleitzahl: 8302
UN/LOCODE: CH KTN
Koordinaten: 686325 / 255953Koordinaten: 47° 26′ 55″ N, 8° 35′ 0″ O; CH1903: 686325 / 255953
Höhe: 435 m ü. M.
Fläche: 19,28 km²
Einwohner: i18'412 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 955 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne Bürgerrecht)
31,7 % (31. Dezember 2015)[2]
Stadtpräsident: René Huber (SVP)
Website: www.kloten.ch
Spielplatz, Bauernhaus undreformierte Kirche in Kloten.

Spielplatz, Bauernhaus und
reformierte Kirche in Kloten.

Karte
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Kloten (in einheimischer Mundart: Chloote [ˈχloːtə])[3][4] ist eine Stadt im Bezirk Bülach des Schweizer Kantons Zürich.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein halber silberner Löwe

Das Wappen geht auf die Herren von Kloten zurück, die als Zeichen der Zugehörigkeit zu Habsburg seit 1331 einen halben Löwen im Siegel trugen. Im Jahr 1793 wurde es erstmals als Gemeindewappen eingesetzt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloten liegt etwa 10 km nordöstlich vom Zentrum der Stadt Zürich in der Ebene des Glatttals. Aus dem Altbachtal mündet hier der von Bassersdorf kommende Altbach nach der Unterquerung des Flughafenareals unterhalb von Glattbrugg in die Glatt. Das Gemeindegebiet zieht von der bewaldeten Kuppe im Hard und vom Balsberg im Süden über die Höhenzüge der Weiler Gerlisberg und Bänikon bis über das schmale Eigental, ein bedeutendes regionales Naturschutzgebiet,[5] hinaus. In der Ebene an der Glatt im Westen des Gemeindegebiets und im anschliessenden Rümlanger Ried liegt der Flughafen Zürich, der einen bedeutenden Teil des Klotener Gemeindegebiets beansprucht. Nördlich der Stadtsiedlung liegen die Wälder Homberg, Buehalm und Schlatt, aus denen der Ruebisbach und der Himmelbach zur Glatt fliessen.

Vom 1'928 ha grossen Gemeindeareal entfallen 34 % auf Landwirtschaftsflächen, 26 % auf Wald, 22 % auf Verkehrsinfrastrukturen und 17 % auf Siedlungsgebiete.

Die politische Stadtgemeinde Kloten umfasst neben den Stadtvierteln Zentrum, Geissberg, Hostrass, Oberfeld, Rütlen, Spitz, Bramen, Balsberg, Holberg, Hohrainli, Kaserne, Chaseren und Freienberg auch die Siedlungen Egetswil, Geerlisberg, Bänikon, Obholz, im Eigental, im Rank und am Aalbühl sowie einen Grossteil des Flughafens Zürich.

Die Nachbargemeinden von Kloten sind Winkel, Lufingen, Oberembrach, Nürensdorf, Bassersdorf, Dietlikon, Wallisellen und Opfikon im Bezirk Bülach sowie Rümlang im Bezirk Dielsdorf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1467 370
1634 842
1710 1328
1850 1524
1900 1363
1950 3429
1970 16'388
2000 17'190
2010 17'995

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloten auf der Wild-Karte von 1848

Auf dem Gebiet des Flughafens wurden Spuren steinzeitlicher Besiedlung gefunden, beim Aalbühl Reste einer Siedlung aus der frühen Bronzezeit und eines römischen Gutshofs, im Hagenholz und im Homberg Steinkistengräber aus der Hallstattzeit. In römischer Zeit lag Kloten an der Kreuzung der Römerstrasse von Vindonissa (Windisch) nach Brigantium (Bregenz) mit einem von Norden her gegen Turicum (Zürich) führenden Weg; bei der reformierten Kirche im heutigen Stadtkern gab es zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert n. Chr. eine römische Siedlung, im 4. Jahrhundert n. Chr. auch ein Kastell. Legionsziegel bezeugen die Anwesenheit der Legionen XXI Rapax und XI Claudia. Vielleicht geht der seit Mitte des 12. Jahrhunderts als Chlotun belegte Ortsname auf eine Bildung *Claudiodunum aus dem Legionsnamen mit gall. dunon ‚Befestigung, Anhöh, Berg‘ zurück;[3] eine andere Deutung sieht im Namen eine rein keltische Zusammensetzung mit dem Vordergliede *klau̯o- ‚Riegel, Nagel‘ > air. cló ‚Nagel‘.[6]

Nah der Glatt stand im 13./14. Jahrhundert die Burg Rohr als Sitz der Herren von Rümlang, die im Sempacherkrieg zerstört, von den Zürchern aber wiederaufgebaut und erst 1892 abgetragen wurde. Als Teil der Herrschaft Kyburg gelangte das Hoch- und Niedergericht von Kloten 1264 an die Habsburger, 1424/52 an die Stadt Zürich. Kloten blieb bis 1510 Zollstätte und bis 1798 Gerichtsort des Kyburger Unteramts. In der Helvetik kam die Gemeinde Kloten zunächst zum neu geschaffenen Distrikt Bassersdorf, 1803/1831 dann zum Bezirk Bülach. Am 2. September 1839 fand im Vorfeld des Züriputschs zu Kloten eine Volksversammlung statt. 1872 wurde die Zivilgemeinde Geerlisberg aufgelöst, 1922 jene von Kloten; 1927 erfolgte der Anschluss der vorher zu Oberembrach gehörenden Weiler Bänikon und Eigenthal.

Der 1911 eingerichtete Artillerie-Waffenplatz dient seit 1950 zur Ausbildung von Übermittlungstruppen.

1961 erreichte Kloten mit 10'000 Einwohnern Stadtgrösse.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kloten liegt an den Hauptstrassen von Zürich über Bülach nach Eglisau und nach Rorbas im Tösstal. Mit der Eröffnung der Nationalbahnstrecke WinterthurWettingen erhielt Kloten 1877 eine Haltestelle. Unter dem Flughafen liegt der Tiefbahnhof Zürich-Flughafen der 1980 eröffneten Flughafenlinie der Bahnstrecke Zürich–Winterthur mit den beiden Bahntunnels Flughafentunnel und Hagenholztunnel. Die Glattalbahn verbindet Kloten mit dem Verkehrsnetz von Zürich.

1946–1948 wurde westlich des Dorfs der Flughafen Zürich-Kloten erstellt, der seither in mehreren Etappen ausgebaut worden ist.[7] Beim Flughafen haben verschiedene Unternehmen und Institutionen ihren Sitz, zum Beispiel das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, die Fluggesellschaften Swiss, Helvetic Airways und Edelweiss Air, das technische Dienstleistungsunternehmen SR Technics, die Cateringfirma Gategroup Holding und die Schweizerische Rettungsflugwacht. 1969 fand auf dem Flughafengelände das Attentat in Kloten statt.

Die Flughafenautobahn und die Autobahn 51 binden das Verkehrsnetz von Kloten an die nationalen Autostrassen an.

Im Jahr 2009 wurde Kloten das Label Energiestadt für seine nachhaltige und effiziente Energiepolitik verliehen. Die Energiestadt Kloten zeichne vor allem die hohe und durch ein grosses Angebot an öffentlichem Verkehr umweltfreundliche Mobilität aus.[8]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kloten haben mehrere grosse Unternehmen ihren Sitz, so die Firme Nobel Biocare, das Handelsunternehmen OPO Oeschger, der Logistikkonzern Via Mat und die Baustoffirma Weiacher Kies.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 1970 als Legislative eingerichtete Grosse Gemeinderat besteht aus 32 Mitgliedern; die Stadtverwaltung untersteht einem siebenköpfigen Stadtrat.

2
5
2
2
3
4
1
13
13 
Von 32 Sitzen entfallen auf:

Stadtpräsident ist René Huber (SVP, Stand 2014).

Parteien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Nationalratswahlen 2015 betrugen die Wähleranteile in Kloten: SVP 43.5 %, SP 17.8 %, FDP 10.5 %, glp 5.7 %, CVP 5.1 %, BDP 4.8 %, Grüne 4.5 %, EVP 3.0 %, EDU 2.1 %.[9]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cape Canaveral, Florida, USA

Namensverwandtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im US-Bundesstaat Wisconsin liegt die nach dem zürcherischen Kloten benannte Stadt Kloten (Wisconsin).

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum Schluefweg mit der Eissporthalle Swiss Arena befinden sich ausserdem eine Turnhalle sowie ein Frei- und Hallenbad. Das Freibad wurde nach Renovation für 7.5 Mio Franken im Jahr 2016 wiedereröffnet.[10]

Der 1934 gegründete EHC Kloten ist ein Eishockeyverein, der in der schweizerischen Nationalliga NLA spielt.

Die Kloten-Bülach Jets spielen Unihockey in der Nationalliga A.

Über die Sportvereine von Kloten informiert das Vereinsnetz Kloten.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Kläui, Alfred Pfister, Heinrich Jäckli & al.: Kloten. Vom Bauerndorf zur Flughafenstadt, Zürich 1964.
  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kloten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. a b Andres Kristol: Kloten ZH (Bülach). In: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 485.
  4. Kloten unter ortsnamen.ch.
  5. Naturschutzgebiet Eigental.
  6. Hans Kläui, Das alte Kloten in: Kloten. Vom Bauerndorf zur Flughafenstadt, Zürich 1964.
  7. Geschichte des Flughafens Kloten
  8. Energiestadt in: kloten.ch, abgerufen am 12. November 2010
  9. http://www.statistik.zh.ch/internet/justiz_inneres/statistik/de/wahlen_abstimmungen/wahlen_2015/NRW_2015/resultate.html, Vergleich zur letzten Wahl, zuletzt abgerufen am 15. November 2015
  10. http://www.zuonline.ch/buelach/Die-Badi-Kloten-praesentiert-sich-in-neuem-Glanz-/story/28106876
  11. Sportvereine von Kloten