Knalltrauma

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CV RM 11:49, 8. Okt. 2015 (CEST)

Von einem Knalltrauma spricht man, wenn die Einwirkung eines sehr hohen Schalldrucks auf das Ohr zu einer Schädigung des Innenohres führt. Das ist dann der Fall, wenn der schädigende Schall nur sehr kurz einwirkt (1 bis 3 ms). Längeres Einwirken eines sehr hohen Schalldrucks führt primär zur Verletzung von Trommelfell und Gehörknöchelchen. Das bezeichnet man als Explosionstrauma. Allerdings kann beim Explosionstrauma zusätzlich auch eine Schädigung des Innenohres erfolgen. In der Otologie wird also zwischen Knalltrauma und Explosionstrauma auf Grund der Folgen der Schalleinwirkung und nicht der physikalischen Eigenschaften des einwirkenden Schalls unterschieden.

Ursachen[Bearbeiten]

Jedes kurze Schallereignis, das einen gewissen Schalldruckpegel übersteigt, kann ein Knalltrauma verursachen. Beispiele sind Pistolen- oder Gewehrschüsse, Schreckschusswaffen, Knallkörper, Airbag, Sprengungen, Tierschreckgeräte (Katzenschreck, Marderschreck usw.), Schlag auf das Ohr, zufallende Türen, platzende Reifen und nahe Blitzeinschläge.

Symptome[Bearbeiten]

  • Gefühl eines verstopften Ohres
  • Hörverlust
  • Tinnitus
  • Eventuell kurzer, stechender Schmerz
  • Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit)
  • Schwindel bzw. Gleichgewichtsstörungen

Gehörgang und Trommelfell sind nicht beeinträchtigt, das Knalltrauma betrifft allein das Innenohr. Im Tonaudiogramm findet man eine meistens asymmetrische Schallempfindungsschwerhörigkeit in Form einer Senke der Hörschwellenkurve im Hochtonbereich. In der Regel verbessert sich das Hörvermögen wieder in den ersten Stunden und Tagen nach dem Ereignis, häufig bleibt aber eine dauernde Hörstörung bestehen.

Therapie und Prognose[Bearbeiten]

Wie bei einem Hörsturz wird als Erstmaßnahme eine hämorheologische Infusionstherapie mit HAAES (Hydroxyethylstärke) und Procain angewandt. Cortison kann ebenfalls angewandt werden. Versagen beide Behandlungsmethoden, ist eine hyperbare Sauerstofftherapie angebracht. Ein frühzeitiger Therapiebeginn ist auf jeden Fall für eine günstige Prognose angezeigt. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto geringer ist das Risiko für bleibende Schäden. Operativ muss nur eingegriffen werden, wenn eines oder beide Fenster des Innenohres beschädigt sind, oder sich eine Perilympfistel gebildet hat.

Die Prognose eines Knalltraumas ist generell sehr gut. In der Regel erfolgt eine Besserung innerhalb von 6 Wochen nach dem Ereignis - häufig bis zur völligen Wiederherstellung. Schlechte Prognosen und zumeist nicht therapierbar sind jedoch Beschwerden, die noch nach Ablauf der 6 Wochen bestehen.

Siehe auch[Bearbeiten]

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