Knaus Tabbert

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Knaus Tabbert GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 2009
Sitz Jandelsbrunn, Deutschland
Leitung Wolfgang Speck (Vors.), Marc Hundsdorf, Werner Vaterl, Gerd Adamietzki
Mitarbeiterzahl 1896 (2017)
Umsatz 590 Mio. Euro (2017)
Website www.knaustabbert.de

Die Knaus Tabbert GmbH ist ein Hersteller von Freizeitfahrzeugen in Europa mit dem Hauptsitz im niederbayerischen Jandelsbrunn. Zu den weiteren Standorten gehören Mottgers, Hessen sowie Nagyoroszi in Ungarn und Schlüsselfeld. Seit Ende 2017 gehört auch die MORELO Reisemobilbau GmbH als Hersteller von First Class Reisemobilen zur Knaus Tabbert Gruppe. Das Unternehmen mit seinen Marken KNAUS, TABBERT, WEINSBERG, RENT AND TRAVEL und MORELO erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von über 590 Millionen Euro[1] und produzierte mit 1896 Beschäftigten 20 823 Caravans und Reisemobile.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabbert Ideal: erstes Serienfahrzeug der Marke Tabbert

Tabbert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Karosseriebau Alfred Tabbert wurde 1934 durch den Karosseriebaumeister Alfred Tabbert (1908–1973) in Schweinfurt gegründet. Der Betrieb wurde 1943 im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört und fertigte dennoch nach dem Krieg im Jahr 1946 wieder mit rund 80 Beschäftigten Plateauwagen für die Landwirtschaft. Im Jahr 1948 wurde das Werk durch einen Großbrand zerstört. Als Fränkische Fahrzeug- und Möbelwerke wurde daraufhin eine neue Halle errichtet, in welcher Einachsanhänger und Möbel hergestellt wurden.

1953 wurde der erste Wohnwagen der Marke Tabbert produziert und ab 1955 wurde der Ideal-Caravan in Serie produziert. Fünf Jahre später geht das erste Vorzelt in Produktion. 1959 wird die TABBERT Wohnwagen GmbH im hessischen Mottgers gegründet. 1971 ist Tabbert mit inzwischen 14 Modellen wie „Kurfüst“, „Exzellenz“, „Comtesse“ und „Gouverneur“ der deutsche Marktführer.

Im Jahr 1984 wurde das Unternehmen als Tabbert Caravan GmbH mit Stammsitz in Sinntal firmiert, welche 1987 zusammen mit der FFB und der CI Wilk Bad Kreuznach GmbH unter der neuen TIAG - TABBERT Industrie AG als Holdinggesellschaft der Unternehmensgruppe zusammengeschlossen wurde. 1990 folgte die Börsennotierung des Unternehmens und 1997 wurde es von der KNAUS AG übernommen.[2]

Wilk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1952, zwei Jahre nach seiner Rückkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft, gründete Helmut Wilk die CI Wilk in Bad Kreuznach. Mit seiner Erfindung – einem aus Polsterkeilen bestehenden Autobett – trat er erstmals in der Caravaning-Branche auf. 1959 baute er seine ersten Wohnwagen.

Das Unternehmen Caravans International Wilk Bad Kreuznach meldete 1986 Konkurs an. Nach dem tödlichen Unfall des Firmengründers Helmut Wilk im Jahr 1979 konnten die Geschäftsführer den Erfolg des angeschlagenen Unternehmens nicht mehr fortführen. Die Tabbert Caravan GmbH wurde daraufhin alleiniger Gesellschafter und führte mit der Übernahme von Belegschaft, Gebäuden und Grundstücken das bisherige Geschäft weiter.

Knaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Architekt Helmut Knaus, der Ingenieur- und Baumeisterwesen studiert hatte, gründete im Jahr 1960 das Wohnwagenunternehmen Knaus KG in Marktbreit. Mit einem Wohnwagen mit dem Namen Schwalbennest begann 1961 die Geschichte der Marke Knaus, die von Anfang an als Markenzeichen das fliegende Schwalbenpaar führte, das vom Firmengründer selbst entworfen wurde.

In den Fertigungsstätten in Marktbreit und später Ochsenfurt bei Würzburg wurde eines der bis heute meistverkauften Knaus-Modelle, der Südwind, produziert.

Knaus Südwind auf einer Teststrecke in den 70er Jahren

Das heutige Knaus-Stammwerk in Jandelsbrunn bei Passau entstand 1970. In den 1970er Jahren wurde der Vertrieb europaweit ausgebaut – Vertriebstochterfirmen, selbstständige Händler und Vertragsimporteure arbeiteten mit Knaus zusammen. Es entstand ein flächendeckendes Handels-, Vertriebs- und Servicenetz mit fast 600 Partnerfirmen.

Die Knaus GmbH Jandelsbrunn ging 1981 aus der Knaus KG hervor. Alle Produktions- und Vertriebsaktivitäten wurden auf den Standort Jandelsbrunn konzentriert. Während der 1980er Jahre erreichte Knaus mit der Fortentwicklung seiner Produkte Südwind und Azur sowie der Einführung von Produktneuheiten einen führenden Platz unter den europäischen Herstellern von Freizeitfahrzeugen.

Mit der Gründung der Knaus AG im Jahr 1996 entstand eine enge Kooperation mit der Tiag Tabbert-Industrie AG.

Eifelland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1962 wurde das Wohnwagenwerk Eifelland von Günther Hennerici gegründet.

In Ungarn wurde des Weiteren das heutige Produktionswerk Knaus Tabbert Ungarn Kft. zur Herstellung von Wohnwagen errichtet, das zunächst die Produkte der Marke Eifelland für den niederländischen Markt produzieren sollte.

Weinsberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1912 gründeten Gustav Alt und Wilhelm Schuhmacher die Karosseriewerke Weinsberg, welche 1938 an das Unternehmen Fiat verkauft wurden. Das erste Wohnmobil wurde 1969 auf Basis eines Fiat 328 produziert. Nachdem Fiat 1970 beschloss die Fahrzeugproduktion in Deutschland einzustellen, gingen die Karosseriewerke Weinsberg an eine deutsche Treuhandgesellschaft, welche die Wohnmobilproduktion unter der Marke Weinsberg fortführten.

Der Geschäftszweig Fahrzeugbau von den Karosseriewerken Weinsberg GmbH wurde 1992 durch die Tiag Tabbert-Industrie AG unter Fortführung des Firmennamens Weinsberg Mobile GmbH übernommen. Die Produktion wurde nach Sinntal/Mottgers verlegt.[3]

Morelo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die MORELO Reisemobil GmbH wurde am 1. Februar 2010 von Jochen Reimann in Schlüsselfeld gegründet. Morelo ist ein Kunstwort aus Mobile und Reimann.[4] Der Schwerpunkt sollte im Luxusbereich liegen, wo bereits im ersten Jahr 12 % Marktanteile erschlossen wurden.[5] Im Februar 2011 gingen die ersten Modelle in Serie. Im Juli 2011 stieg die HTP Investments bei Morelo ein. 2015 bis 2016 wird das Werk in Schlüsselfeld erweitert. 2017 wurde Morelo in die Holding Knaus Tabbert integriert.[6]

Knaus Tabbert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Unternehmensteile der Tiag Tabbert-Industrie AG fusionierten 2001 mit Knaus AG. Dabei wurden die Produktionsgesellschaften sowie Großteile der Vertriebsgesellschaften der Tiag Tabbert-Industrie AG auf die Knaus GmbH Jandelsbrunn verschmolzen. Außerdem wurde eine grundlegende Restrukturierung eingeleitet.

2002 firmierte das Unternehmen von Knaus GmbH Jandelsbrunn in Knaus Tabbert Group GmbH um und im Jahr 2004 wurde die Ca-Mo Fahrzeug GmbH mit der Knaus Tabbert Group GmbH verschmolzen.

Im Jahr 2006 begann die Kooperation der Knaus Tabbert Group mit dem ADAC, indem die Reisemobile der Marken Knaus und Weinsberg unter der Flagge des ADACs vermietet wurden, so dass sich aus dem Projekt Deutschlands größtes Vermietnetz für Reisemobile entwickelte.

Das Unternehmen gab am 9. Oktober 2008 seine Insolvenz bekannt.[7]

Knaus Tabbert wurde ab 1. Januar 2009 von der niederländischen Investmentgesellschaft HTP Investments BV aus der Provinz Zeeland übernommen. Diese wollte Knaus Tabbert zum führenden Wohnwagenhersteller in Europa machen und alle drei Werke weiter betreiben.[8] Die Rechte an der Marke „Eifelland“ wurden nicht übernommen.

Im April 2011 gab der Investor HTP die Beteiligung an der Morelo Reisemobile GmbH bekannt. Zusammen mit der Knaus Tabbert GmbH agiert Morelo im Bereich der Reisemobile. Die Eigenständigkeit beider Unternehmen blieb dabei erhalten. Die Unternehmen und die Marken werden weiterhin selbstständig geführt.

Im Sommer 2014 wurde die Produktion von Wilk eingestellt und die Marke wird für Neuerscheinungen nicht weiter verwendet.[9]

Das Unternehmen mit seinen sechs Marken erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von über 590 Millionen Euro und produzierte mit etwa 1.896 Beschäftigten 20.823 Caravans und Reisemobile.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Deutsche Caravaning Handels‐Verband (DCHV) verlieh der Knaus Tabbert GmbH 2017 den LUPO und würdigte damit deren Betriebskultur, die geprägt ist von kommunikativem Miteinander, Respekt und Hilfsbereitschaft. Und diese Philosophie gilt nicht nur intern – auch die Handelspartner sind Teil davon.

Auch der Große Preis des Mittelstandes ging 2017 an die Knaus Tabbert GmbH. Mit hervorragenden Leistungen in den Kategorien "Gesamtentwicklung des Unternehmens", "Schaffung/ Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen", "Modernisierung und Innovation", "Engagement in der Region" sowie "Service, Kundennähe und Marketing" konnte sich Knaus Tabbert gegen mehr als 5000 deutschlandweit nominierte Unternehmen durchsetzen.

Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marke Markenspruch Baureihen Logo
KNAUS Freiheit, die bewegt. Wohnwagen
Wohnmobile
Knaus-Logo
TABBERT Bewegende Momente Wohnwagen Knaus-Logo
T@B Wohnwagen Knaus-Logo
WEINSBERG Dein Urlaub! Wohnwagen
Wohnmobile
Knaus-Logo
MORELO First Class Reisemobile Wohnmobile
RENT AND TRAVEL URLAUB MIT DEM WOHNMOBIL Wohnmobile

Ehemalige Marken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilk
  • Eifelland

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Knaus Tabbert Group – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Passauer Neue Presse: Knaus Tabbert peilt die Umsatzmilliarde an - auch ohne AG. In: PNP. (pnp.de [abgerufen am 26. Mai 2018]).
  2. tabbert.com − Unternehmensgeschichte, 2018.
  3. weinsberg.com − Unternehmensgeschichte, 2018.
  4. morelo-reisemobile.de − Unternehmensphilosophie, 2018.
  5. morelo-reisemobile.de − Unternehmen, 2018.
  6. morelo-reisemobile.de − Unternehmensgeschichte, 2018
  7. Welt Online, Miriam Zerbel: Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert ist pleite (Memento vom 14. April 2009 im Internet Archive), 11. Oktober 2008, arkiviert am 14. April 2009
  8. Insolvenz: Niederländer retten Wohnwagenbauer Knaus Tabbert. In: Spiegel Online. 2. Januar 2009.
  9. wilk.de − Häufig gestellte Fragen, 2018