Knickhagen

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Koordinaten: 51° 23′ 47″ N, 9° 33′ 13″ O

Knickhagen
Gemeinde Fuldatal
Höhe: 157 m ü. NHN
Fläche: 2,41 km²[1]
Einwohner: 252 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 105 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1970
Postleitzahl: 34233
Vorwahl: 05607
Blick auf Knickhagen
Kreisstraße südlich von Knickhagen
Kreisstraße südlich von Knickhagen, nahe Spiegelmühle
Friedhof und Burgstall Knickhagen

Knickhagen ist der kleinste Ortsteil von Fuldatal im nordhessischen Landkreis Kassel, Deutschland.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knickhagen liegt an der Südabdachung des Reinhardswalds. Das Dorf befindet sich zwischen den Fuldataler Gemeindeteilen Wahnhausen im Süden, Rothwesten im Westsüdwesten und Wilhelmshausen im Ostnordosten. Nordnordwestlich von Knickhagen liegt das zur Kleinstadt Immenhausen gehörende Holzhausen und südsüdöstlich der Ortschaft bzw. jenseits der nahen Fulda das zu Staufenberg in Niedersachsen zählende Speele. Das Dorf wird vom Osterbach durchflossen, einem nördlichen Fulda-Zufluss. Etwas nördlich von Knickhagen fließt der Krummbach in den Osterbach ein. Unweit nordöstlich davon erhebt sich der Steinkopf mit dem Naturschutzgebiet Termenei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knickhagen wurde im Jahr 1458 erstmals als Gnyghagen in den Güterregistern des Erzbistum Mainz urkundlich erwähnt. Im Jahr 1458 war der Ort hessisches Lehen Ludwig Hases. Später war es im Besitz von Hermann Lugelin und im Besitz der von Meisenbug. 1576 wurde der Ort Lehen der von Calenberg. Die Niedere Gerichtsbarkeit übten die von Calenberg, die ihren Stammsitz auf der Burg Calenberg in Calenberg hatten. Die Blutgerichtsbarkeit übten hingegen das Amt Ahna der Hessischen Landgrafen aus. Im Jahre 1773 verkaufen die von Calenberg Knickhagen an die Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Die erste Schule im Ort wurde 1829 in der ehemaligen Obermühle eingerichtet, vorher mussten die Kinder die Schule in Holzhausen besuchen. 1836 erbaute man gegenüber der ersten Schule ein neues Schulhaus. Dieses wurde bis etwa 1905 genutzt und danach in eine Gastwirtschaft umgebaut. Die danach, 1904/1905 erbaute Schule wurde bis Mitte der 1960er Jahre genutzt und danach in ein Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Am 1. Januar 1970 wurde Knickhagen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen ein Ortsteil der Gemeinde Fuldatal.[3]

Burg Knickhagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Flanke des Steinkopfs im Bereich des heutigen Dorffriedhofs befand sich im Mittelalter die Burg Knickhagen. Wann und von wem die Burg erbaut wurde, ist urkundlich nicht überliefert. Sie wurde vermutlich anstelle einer karolingischen Vorgängerburg erbaut.

Spiegelmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1594 entstand an der Mündung des Osterbaches in die Fulda eine Mühle, die als Eisenhütte verwendet wurde. Nachdem diese Eisenhütte nach Veckerhagen verlegt wurde, ließ 1699 Landgraf Karl von Hessen-Kassel in der „Spiegelmühle“ eine Glashütte errichten, die auf die Herstellung von Kristallglas und Spiegeln spezialisiert war.[4][5]

Anmerkung: In Knickhagen gab es noch drei weitere Mühlen, die Ober- Mittel und Untermühle. Um die Obermühle herum bildete sich der Ort. Lediglich die Untermühle lässt ihre frühere Bedeutung noch erkennen.

Historische Ortsnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In erhaltenen Urkunden wurde Knickhagen unter den folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[6]

  • Gnyghagen, (1458)
  • Gnykhagen, (1493) Güterregister Rothwesten
  • Knickhagen, (1664) Hütteroth, Reinhardswalddörfer,S. 192.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wall- und Grabenreste der einstigen Burg Knickhagen
  • Spiegelmühle von Knickhagen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Landau: Beschreibung des Hessengaus Erschienen 1866, Nachdruck 1974, S. 78.
  • Heinrich Reimer: Historisches Ortslexikon für Kurhessen, 1926, S. 283.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen und Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Fuldatal, abgerufen im März 2016.
  2. Einwohnerzahlen (Haupt- und Nebenwohnungen) im Vorbericht des Haushaltsplans 2016 der Gemeinde Fuldatal. Seite 21, abgerufen im März 2016.
  3. Erlass des Hessischen Ministers des Innern vom 17. Dezember 1969 — IV A 22 — 3 k 08/05 — 4/69 — Betrifft: Zusammenschluß der Gemeinde Ihringshausen, Knickhagen, Simmershausen, Wahnhausen und Wilhelmshausen im Landkreis Kassel zu der neuen Gemeinde „Fuldatal“ (StAnz. 1/1970 S. 6)
  4. „Spiegelmühle, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  5. Orthofoto der Spiegelmühle im Historischen Ortslexikon Hessen
  6. „Knickhagen, Landkreis Kassel“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 29. Juli 2015)