Knockout (Sport)

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Knockout beim Kickboxen
Knockout nach Niederschlag im Kickboxen

Ein Knockout (K. o.) des Gegners ist bei vielen Kampfsportarten eine Möglichkeit zum Sieg. Der Begriff leitet sich von dem englischen Verb „to knock out (of time)“ ab und bedeutet wörtlich übersetzt „jemanden aus der Zeit herausschlagen“ im Sinne von „bewusstlos“ schlagen.[1]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boxsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knockout[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einem Knockout (K. o.) spricht man, wenn ein angeschlagener Kämpfer nicht in der physischen oder psychischen Verfassung ist, den Kampf nach einer ihm zugestandenen Erholungspause (in der Regel 10 Sekunden) wieder aufzunehmen. Beim klassischen K. o. gelingt es dem zu Boden geschlagenen Kämpfer nicht, nach der vorgeschriebenen Zeit wieder sicher auf den Beinen zu stehen, woraufhin er vom Ringrichter ausgezählt wird. In manchen Fällen kann ein Kämpfer auch im Stehen an- bzw. ausgezählt werden. Die Regeln unterscheiden sich dabei im Detail zwischen dem Amateurboxen[2] und dem Profiboxen.[3]

Die Entscheidung, ob ein Kämpfer kampfunfähig ist, unterliegt in der Regel dem Ermessen des Ringrichters oder eines Ringarztes.[2]

Technischer Knockout[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einem Technischen Knockout (TKO) spricht man, wenn ein Kämpfer vom Ringrichter ohne Anzählen aus dem Kampf genommen wird. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Ringrichter einem angeschlagenen Kämpfer eine mögliche Ruhepause nicht mehr gewährt, da diese nach seiner Einschätzung für eine notwendige Regeneration nicht mehr ausreicht. So werden in der Regel die äußerlich verheerendsten Knockouts als Technischer K. o. gewertet. Als Technischer Knockout werden außerdem gewertet:

  • die Aufgabe eines Kämpfers wegen deutlicher Unterlegenheit (Nichtantreten zur nächsten Runde, Handtuchwerfen der Betreuer etc.),
  • die Herausnahme eines Kämpfers wegen Verletzung,
  • ein dreimaliges Anzählen eines Kämpfers innerhalb einer Runde (bei einigen Verbänden im Boxen angewandt).

Um nachhaltige gesundheitliche Beeinträchtigungen des Sportlers zu verhindern, ist der Ringrichter durch diese Regel dazu gezwungen, äußerlich angeschlagene Kämpfer – unabhängig von der Schwere ihrer Beeinträchtigungen – ohne Anzählen aus dem Kampf zu nehmen.

Mixed Martial Arts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da im Mixed Martial Arts eine Kampf nicht unterbrochen wird, wenn ein Kämpfer zu Boden geht, ist die Unterscheidung zwischen K.o. und technischem K.o. etwas anders. Als K.o. wird ein Kampf nur gewertet, wenn der Gegner durch erlaubte Schläge oder Tritte bewusstlos wird. Alle anderen Gründe für das Ende eines Kampfes (Verletzung, Abbruch durch den Ringrichter oder Aufgabe) führen zu einer Wertung als technischer K.o. (TKO).[4]

Physiologische Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage für die physiologische Entstehung des Knockout sind meist Schläge oder Tritte im Bereich des Kopfes und besonders im Bereich des Unterkiefers und Halses. Bei bestimmten Hals-, Kopf- oder Kiefertreffern wirkt plötzlicher starker Druck von außen auf den Sinus caroticus im vorderen Hals unter den Kiefergelenken. Dies löst den Karotissinusreflex aus, der einen plötzlichen Blutdruckabfall im Gehirn verursacht und das Gehirn bekommt nicht genügend Blut und damit auch zu wenig Sauerstoff und Glucose; Folge sind Ohnmacht und Bewusstlosigkeit. Bei Treffern auf den Unterkiefer wird dieser im Gelenk in Richtung des Halses gestaucht und drückt so direkt auf die Barorezeptoren des Sinus caroticus. Bei Treffern, die ein Verdrehen, Heben oder Runterdrücken des Kopfes bewirken, entsteht Druck auf die Barorezeptoren durch Torsion, Streckung oder Stauchung der Halsmuskelstränge (ähnlich wie beim Auswringen, Ziehen oder Zusammendrücken eines feuchten Lappens, wobei durch Torsionsdruck das Wasser ausgetrieben wird).

Gesundheitliche Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meisten Verletzungen beim K. o. entstehen, wenn der betreffende Kämpfer mit dem Kopf unkontrolliert auf den Boden aufschlägt oder durch Schläge wiederholt hart am Kopf getroffen wird. Dies kann Schäden im Großhirn verursachen, wie beispielsweise Gehirnerschütterungen, in extremen Fällen sogar Gehirnblutungen oder Boxerdemenz. Die Bundesärztekammer spricht sich daher im Deutschen Ärzteblatt gegen Sportarten aus, insbesondere das Profiboxen und Mixed Martial Arts, bei denen der Knockout das wichtigste Ziel für einen Sieg ist.[5]

Bedeutung außerhalb des Kampfsports[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da der K. o. beim Kampfsport als eindeutigstes Ergebnis gilt, hat die Bezeichnung auch in anderen Bereichen Verwendung gefunden. So spricht man auch in anderen Sportarten bzw. über den Sport hinaus von einem „Knockout“, wenn es zu einer alles entscheidenden Entwicklung kommt. So werden in vielen Sportarten die Turnierformate, welche als Eliminationsverfahren in einem direkten Duell entschieden werden, als K.-o.-System bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Knock-out – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knock-out. In: Der Duden. Abgerufen am 16. April 2016.
  2. a b §32 Entscheidungen. In: Wettkampfbestimmungen des Deutschen Boxsport-Verbandes. Abgerufen am 16. April 2016.
  3. Uniform Rules of Boxing. In: Association of Boxing Commision. 25. August 2001, abgerufen am 16. April 2016 (englisch).
  4. 17. Types of Contest Results. In: UFC Rules and Regulations. Abgerufen am 16. April 2016 (englisch).
  5. Boxen – akute Komplikationen und Spätfolgen. In: Deutsches Ärzteblatt. Bundesäztekammer, 2010, abgerufen am 16. April 2016.