Knoppix

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KNOPPIX
Logo von Knoppix
Bildschirmfoto
Bildschirmfoto von Knoppix 7.0.3
Knoppix 7.0.3 mit LXDE
Basisdaten
Entwickler Klaus Knopper
Sprache(n) Deutsch, Englisch
Aktuelle Version 7.3[1]
(10. März 2014)
Abstammung GNU/Linux
↳ Debian GNU/Linux
↳ KNOPPIX
Architekturen IA-32 (DVD auch AMD64)
Lizenz GPL (Freie Software)
Website www.knopper.net/knoppix

Knoppix ist eine freie GNU/Linux-Distribution, deren Fokus auf dem Live-Betrieb liegt. Sie wird von Klaus Knopper entwickelt, von dessen Namen sich die Benennung Knoppix ableitet. Knoppix liegt hin und wieder Computerzeitschriften bei und basiert auf einer Mischung aus Debian unstable und testing. Sie wurde vom deutschen Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik unterstützt und verteilt.

Geschichte[Bearbeiten]

Knoppix war die erste Live-CD-Distribution, die eine große Popularität erlangte.[2]

In der Version 5.2, die auf der CeBIT 2007 vorgestellt wurde, sind erstmals der 3D-Fenstermanager Beryl sowie verschiedene Virtualisierungslösungen integriert.[3]

Die auf der CeBIT 2008 vorgestellte Version 5.3[4] enthält erstmals Adriane Audio Desktop, ein Sprachausgabe-unterstütztes Desktop-System, das sich vor allem an blinde Anwender richtet.

Version 6.0 wurde komplett neu geschrieben, sie bekam ein neues Bootsystem und ist um einiges ressourcensparender. Auch die Softwareauswahl hat sich geändert, so kommt anstelle von KDE jetzt LXDE als voreingestellte Arbeitsumgebung zum Einsatz.[5] Im August 2011 ist Knoppix 6.7 erschienen, die auf Debian 6.0.0 alias Squeeze basiert [6] und die größte Aktualisierung des Paketbestands seit zwei Jahren darstellt. Den Sprung zur Version 7.x im Jahr 2012 begründet Klaus Knopper u. a. mit einer kompletten Umstellung des Boot-Systems und der Umstellung des Systems vom reinen 8-Bit-ISO-Encoding auf UTF-8.[7] Ab Version 7.01 kam als weitere Neuheit die „zram-RAM-Kompression“ hinzu.[8]

Grundprinzip von Knoppix[Bearbeiten]

Das Grundprinzip eines Live-Systems ist zunächst der gänzliche Verzicht auf eine Installation; die benötigten Komponenten des Systems werden statt dessen in den Arbeitsspeicher geladen. So kann neben der gängigen Nutzung beispielsweise schon vorab getestet werden, ob die vorhandene Hardware zu der jeweiligen Linux-Kernel-Version kompatibel ist. Andere spezielle Anwendungsgebiete sind Notfall- sowie Diagnosearbeiten am Computer, etwa im Falle einer Virusinfektion oder eines Hardwaredefekts. Auch generelle Sicherheitsaspekte können eine Rolle spielen, da ein Betriebssystem, welches von einem nicht-beschreibbaren Medium aus gestartet wird, höchstens für die Dauer einer Sitzung kompromittiert werden kann (beim nächsten Start also wieder in den Ursprung zurückversetzt ist).

Knoppix führt eine ausführliche Hardware-Erkennung durch, die auch Braille-Geräte mit einschließt. Ein eventuell auf der Festplatte installiertes Betriebssystem bleibt standardmäßig unangetastet, Knoppix kann jedoch auch konventionell installiert werden. Auch ist es möglich, im Live-Betrieb eine Swap-Partition auf einem beschreibbaren Datenträger festzulegen. Wenn genügend Arbeitsspeicher vorhanden ist, kann das System auch komplett darin zwischengelagert werden, was besonders schnelle Reaktionszeiten ermöglicht. Ferner lässt sich Knoppix auch komplett auf einen USB-Stick kopieren, sodass dieser anstelle der CD zum Einsatz kommt. Das ab Version 3.8 unterstützte Overlay-Dateisystem UnionFS wurde mit Version 5.1.0 wegen Problemen durch das Derivataufs“ (Another UnionFS) ersetzt. Damit können die schreibgeschützten Inhalte der CD mit dem laufenden System gemischt und somit verändert oder ergänzt werden. So ist beispielsweise die Installation zusätzlicher Software auf dem Live-System möglich.

Bestandteile[Bearbeiten]

Bestandteile sind unter anderem:

Im Installationspaket sind außerdem über 200 weitere Programme verfügbar.

Derivate[Bearbeiten]

Knoppix bietet sich durch seine gute Hardware-Erkennung und den in neueren Versionen modularen Aufbau zum Erzeugen weiterer Derivate und Distributionen an. Knoppix-Derivate sind in der Regel Live-CDs:

  • Berry Linux – eine japanische Distribution, die Knoppix mit Fedora kombiniert
  • Damn Small Linux – nur 50 MB groß, bootfähig von CD, USB, HDD, …; auch embedded zu erhalten
  • Dreamlinux – vereint Fähigkeiten von Knoppix, Morphix, Kanotix für LiveCD- und Multimediaproduktion
  • Grml – basierte ursprünglich auf Knoppix; enthält eine ausgewählte Sammlung an GNU/Linux-Software für Systemadministratoren und Freunde der Kommandozeile
  • Kanotix – enthält Knoppix-Technik, basierte zunächst aber rein auf Debian Sid, seit 2007 auf Debian stable und verbessert dadurch vor allem die Festplatteninstallation und die automatische Programm-Aktualisierung („dist-upgrade“). Neben der 32-Bit-Variante gibt es eine 64-Bit-Variante; damit kann man auch mehr als 4 GB Speicher verwenden
  • Desinfec’t (ehemals Knoppicillin) – fand sich bis Anfang 2010 regelmäßig auf der Heft-CD der c't, wurde um die Virenscan-Funktionen ergänzt und auf Textmodus reduziert
  • LAMPPIX – um auf der CD gespeicherte Webseiten zu betrachten
  • Morphix – erste modulare Knoppix-basierte Distribution zum Erzeugen von Live-CDs
  • Oralux – für Sehbehinderte
  • TYPO3-Live – vollständig lauffähiges CMS TYPO3
  • kademar – Live-CD mit KDE als Desktopumgebung mit eigenem Konfigurationstool namens CADI
  • LINBO – PXE-Bootloader für paedML Linux

Versionen[Bearbeiten]

Knoppix
Version Datum CD DVD
2.1 14. März 2002

Verfügbar

Nicht verfügbar

2.2 27. Juli 2002

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.1 19. Januar 2003

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.2 26. Juli 2003

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.3 16. Februar 2004

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.4 17. Mai 2004

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.5 20. Juni 2004

Nicht verfügbar

Verfügbar

3.6 16. August 2004

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.7 8. Dezember 2004

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.8 zur CeBIT 2005

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.8.1 12. April 2005

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.8.2 17. Mai 2005

Verfügbar

Nicht verfügbar

3.9 1. Juni 2005

Verfügbar

Nicht verfügbar

4.0 22. Juni 2005

Nicht verfügbar

Verfügbar

4.0.1 28. August 2005

Nicht verfügbar

Verfügbar

4.0.2 24. September 2005

Verfügbar

Verfügbar

5.0 (*) zur CeBIT 2006

Nicht verfügbar

Verfügbar

5.0.1 2. Juni 2006

Verfügbar

Verfügbar

5.1.0 30. Dezember 2006

Verfügbar

Verfügbar

5.1.1 4. Januar 2007

Verfügbar

Verfügbar

5.2 (*) zur CeBIT 2007

Nicht verfügbar

Verfügbar

5.3 (*) zur CeBIT 2008

Nicht verfügbar

Verfügbar

5.3.1 27. März 2008

Nicht verfügbar

Verfügbar

6.0.0 28. Januar 2009

Verfügbar

Nicht verfügbar

6.0.1 10. Februar 2009

Verfügbar

Nicht verfügbar

6.1 (*) zur CeBIT 2009

Nicht bekannt

Verfügbar

6.2 18. November 2009

Verfügbar

Verfügbar

6.2.1 31. Januar 2010

Verfügbar

Verfügbar

6.3 (*) zur CeBIT 2010

Nicht verfügbar

Verfügbar

6.4.3 20. Dezember 2010

Verfügbar

Verfügbar

6.4.4 1. Februar 2011

Verfügbar

Verfügbar

6.5 (*) zur CeBIT 2011

Nicht verfügbar

Verfügbar

6.7 2. August 2011

Verfügbar

Verfügbar

6.7.1 14. September 2011

Verfügbar

Verfügbar

7.0 (*) zur CeBIT 2012

Nicht verfügbar

Verfügbar

7.0.1 24. Mai 2012

Nicht verfügbar

Verfügbar

7.0.2 31. Mai 2012

Nicht verfügbar

Verfügbar

7.0.3 1. Juli 2012

Verfügbar

Verfügbar

7.0.4 20. August 2012

Verfügbar

Verfügbar

7.0.5 21. Dezember 2012

Verfügbar

Verfügbar

7.1 (*) zur CeBIT 2013

Nicht verfügbar

Verfügbar

7.2.0 24. Juni 2013

Verfügbar

Verfügbar

7.3 (*) zur CeBIT 2014

Nicht bekannt

Verfügbar

* Nicht als Download verfügbar

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Knoppix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. „Knoppix 7.3.0 / ADRIANE 1.7 (CeBIT) Release“
  2. polishlinux.org – Live CD (englisch)
  3. Heise.de Newsticker vom 13. März 2007
  4. Knopper.net 2. März 2008
  5. knopper.net
  6. Knoppix 6.7: Chromium, LibreOffice und aktueller Kernel
  7. knopper.net
  8. knopper.net