Knotenfestigkeit

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Jedes Knoten verringert die Zugfestigkeit eines Seiles, das heißt ein unter Zug stehendes Seil reißt am wahrscheinlichsten an oder in einem Knoten. Die Knotenfestigkeit ist in der Knotenkunde jene Größe, die angibt, wie viele Prozent der ursprünglichen Reißfestigkeit einem Seil mit Knoten noch verbleiben. Der Wert ist abhängig von der Art des Knotens und dem verwendeten Seil. Je höher der Prozentwert, desto besser ist die Reißfestigkeit. Typische Knoten reduzieren die Festigkeit um 3 bis 5 Zehntel, die Knotenfestigkeiten liegen also hier bei 50 bis 70 Prozent.

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Zerreißversuchen wird ein geknotetes Seil immer im Knoten reißen – vorausgesetzt, das Seil hat keinen Fabrikationsfehler, ist nicht vorbeschädigt (Abriebfestigkeit, UV-Beständigkeit, chemische Beständigkeit, Sturzfestigkeit) und läuft nicht über scharfe Kanten (Kantenfestigkeit). Denn die Seilfasern werden im Knoten stark und ungleichmäßig belastet. Sowohl Streckung wie Quetschung verringern den wirksamen Durchmesser (Querkontraktion) und damit die Reißfestigkeit.

Durch Streckung können einzelne Fasern reißen. Das Material erreicht abhängig von der angelegten Kraft und vom Elastizitätskoeffizient die Streckgrenze und beginnt zu fließen. Durch einen hohen Quetschdruck kann das Material die Quetschgrenze überschreiten und ebenfalls zu fließen beginnen. Sind einzelne Fasern beschädigt, müssen die restlichen die gesamte Belastung übernehmen, was die Reißfestigkeit des verbleibenden Faserbündels dann überschreiten kann.

Vergleich verschiedener Knoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knotenfestigkeit wird in Prozent von der Festigkeit des unverknoteten Einzelstranges angegeben. Bei den Zerreißversuchen wird eine Last quasistatisch erhöht.

Schlaufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle erstellte der Deutsche Alpenverein im Jahr 1999 bei Versuchen mit einem dynamischen 10,5 mm Kletterseil und Edelrids 11 mm Statikseil „Everdry“.

Knoten Dynamisch Statik Klettername
Neunerknoten Neunerknoten.jpg 77 %
Bulin 1.5 Bulin 1.5 DAV.jpg 67 % 64 % Bulin 1.5
Achterknoten (Schlaufe) Achterknoten2.JPG 63 % 65 %
Palstek Palstek aussen.jpg 64 % Bulin
Führerknoten Führerknoten.JPG 58 % 59 % Sackstich
Doppelter Palstek Doppelter Palstek.jpg 56 % Doppelter Bulin
Spierenstich Spierenstich.jpg 56 % 58 % Spierenstich
Webeleinenstek Mastwurf complete.jpg 52 % Mastwurf

Seilverbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Werte ermittelte der Deutsche Alpenverein für Seilverbindungen. Dabei erstellten die Tester eine Endlosschlinge, indem die Enden eines Seilstücks mit dem zu prüfenden Knoten verbunden wurden. Die so entstandene Schlinge wurde mit zwei Karabinern gespannt und die Last quasistatisch erhöht. Die ermittelten Belastungswerte gelten somit für das als Schlinge doppelt geführte Seil und wurden daher halbiert für die Angabe der jeweils auf die Reißfestigkeit des Einzelstrangs bezogenen Knotenfestigkeit.

Knoten in Endlosschlinge 10,5 mm 7 mm
Achterknoten gesteckt Doppelter Achtknoten gesteckt.jpg 58 % > 72 %
Achterknoten in Tropfenform Doppelter Achknoten Tropfen.jpg 59 % > 73 %
Sackstich gesteckt Sackstich gesteckt.jpg 63 % > 66 %
Sackstich in Tropfenform Sackstich Tropfen.jpg 44 % 52 %

Als Prüfseile diente ein 10,5 mm Kletterseil und eine 7 mm Reepschnur. Die ungenauen Angaben bei der 7-mm-Schnur kommt daher, dass die Reepschnur bei dieser Belastung am Karabiner gerissen ist. Die Festigkeit im Knoten liegt demnach höher.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]