Knottenried (Immenstadt im Allgäu)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Knottenried (Immenstadt im Allgäu)
Wappen von Knottenried (Immenstadt im Allgäu)
Koordinaten: 47° 36′ 0″ N, 10° 11′ 0″ O
Höhe: 1003 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 87509
Vorwahl: 08320
Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble der Pfarrkirche St. Oswald mit dem Pfarrhof
„Bauer mit Milchbutte“. Bronzeskulptur am Dorfplatz zur Erinnerung an die Flurbereinigung 1983–1984

Das Pfarrdorf Knottenried ist ein Ortsteil der Stadt Immenstadt im Allgäu im Landkreis Oberallgäu. Das Gebiet von Knottenried liegt im sogenannten Bergstättgebiet und ist ein Teil der Gemarkung Diepolz.

Pfarrei Knottenried[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Pfarrgemeinde Knottenried gehören neben dem Pfarrdorf Knottenried auch das Dorf Reute, einige Aussiedlerhöfe, darunter der als Westenried bekannte Aussiedlerhof.

Der Aussiedlerhof Oberstixner gehörte ursprünglich ebenfalls zu Knottenried, wurde aber am 1. Oktober 1949 auf eigenen Antrag in die Gemeinde Missen eingemeindet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knottenried liegt im Bergland der Faltenmolasse zwischen Buchenberg und Oberstaufen im Hügelland von Akams.

Der Höhenfestpunkt für Knottenried ist in die Mauer der Pfarrkirche eingeschlagen und liegt auf 1003 m über NHN.

Das Gebiet von Knottenried wird von der Europäischen Hauptwasserscheide durchzogen. Im Westen entspringen Luibach, Haselbach, Haustobelbach und Westenrieder Bach (Rhein), im Osten der Mühlbach (Donau).

Ortsnamen im Wandel der Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knottenried:

Riet (1143), predium Riet (1153), in dem Riet (2. Hälfte des 13 Jhd.), Clottenried (1275), predium de Knottenunrieht (1278), Knottenriet (1353) – Rodung eines Knot

Reute:

in der Ruoti (2. Hälfte des 13. Jahrhunderts), in der Rüti (1451), in der Reuthin (1567), in der Reute (1676), auf der Reite (1792) – Rodung

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet von Knottenried wurde durch Rodung urbar gemacht. Als herrschaftliche Träger der Rodungstätigkeit kommen die Welfen in Betracht.

Im Jahr 1090 kam Knottenried vermutlich zusammen mit Zaumberg als Schenkung an das Welfenkloster Weingarten.

Die erste bekannte Erwähnung der Pfarrei Knottenried stammt aus dem Jahr 1143. Am 9. April 1143 nahm Papst Innozenz II. das Kloster Weingarten samt dessen Besitzungen, worunter eine Anzahl namentlich aufgezählt werden, unter seinen besonderen Schutz. Darin heißt es: Zunberc cum suis appendiciis. Ecclesiam in Riet cum investitura (Zaumberg mit seinen Anhängen, die Kirche in Knottenried mit dem Einsetzungsrecht des Pfarrers).

Weitere urkundliche Erwähnungen der Pfarrei Knottenried sind 1153, 1275, 1278 und 1349 belegt.

Knottenried wurde 1520 zusammen mit anderen Gütern ein Lehen der Edlen von Prassberg und ging schließlich 1538 in das Eigentum der Herrschaft Rothenfels über.

1805 wurde Knottenried bayerisch. Von 1818 bis 1971 war Knottenried ein Ortsteil der politischen Gemeinde Diepolz. Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde Knottenried am 1. Januar 1972 in die Stadt Immenstadt im Allgäu eingegliedert.

Besondere Vorkommnisse, Daseinsvorsorge, Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1766: Vereinödung Reute
  • 1789: Vereinödung Knottenried
  • 1792: Graf Ernest von Königsegg – Rothenfels erlegt im Forstbezirk Knottenried den letzten Luchs in der Bergstätte
  • 1894: Gesetz zur Einführung der Hausnummern
  • 1905–1906: Bau der neuen Straße nach Diepolz durch italienische Arbeiter
  • 1905: Einrichtung einer öffentlichen Telefonstelle
  • 1909: Schulhausstreit mit der Pfarrei Diepolz
  • 1912: Bau eines Schulhauses (Schulbetrieb wurde 1963 eingestellt)
  • Erster Weltkrieg: Ablieferung von 2 Kirchenglocken zu Kriegszwecken, die Pfarrei beklagt 5 Gefallene.
  • 1920er Jahre: Bau eines Raiffeisen Lagerhauses. Darin ist auch ein Raum für die Feuerwehr untergebracht.
  • 1921: Elektrifizierung
  • 1927: Anschaffung von zwei neuen Kirchenglocken
  • 1938: Errichtung der Flugwache Knottenried (am 13. Oktober 1944 aufgelöst)
  • Zweiter Weltkrieg: Ablieferung einer Kirchenglocke zu Kriegszwecken, die Pfarrei beklagt 4 Gefallene.
  • Mai 1945: Serbische Zwangsarbeiter beschützen in Reute die Bevölkerung vor Übergriffen der französischen Soldaten
  • 1949: Einrichtung der Busverbindung nach Immenstadt
  • 1959: Bau einer neuen Sennerei (Käsereibetrieb wurde 1971 eingestellt)
  • 1959/1962: Beschaffung einer Tragkraftspritze/eines Tragkraftspritzenanhängers für die Feuerwehrlöschgruppe
  • 1965–1969: Bau der Wasserversorgung
  • 1972: Eröffnung der Langlaufloipe Knottenried
  • 1972: Kapellenrenovierung Reute mit Erneuerung des Dachreiters
  • 1983–1984: Flurbereinigung
  • 1984/1985: Umfangreiche Kirchenrenovierung Knottenried
  • 1988: Anschaffung von zwei neuen Kirchenglocken
  • 1993: Umbau des denkmalgeschützten Pfarrhofes zum Pfarrheim
  • 1995: Anschluss an das Gruppenklärwerk des Abwasserzweckverbandes Obere Iller
  • 1999: Eröffnung der Sternwarte
  • 2001: Anschaffung von einer neuen Kirchenglocke
  • 2002–2019: Dorferneuerung
  • 2011: Erweiterung Friedhof
  • 2017: Umfangreiche Kapellenrenovierung Reute
  • 2018: Einweihung Leichenhaus
  • 2018–2023: Breitbandausbau
  • 2019–2020: Erneuerung der Stromversorgung (Transformatoren & Erdverkabelung)
  • 2019–2020: Erneuerung der Wasserversorgungsleitungen

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienkapelle Reute

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Vogel: Stadt Immenstadt im Allgäu, Immenstadt, 1996.
  • Max Spindler: Handbuch der bayerischen Geschichte Band III, 2: Geschichte Schwabens bis zum Ausgang des 18. Jahrhunderts, München, 2017.
  • WUB; Band II., Nr. 317, Seite 19–24
  • Correspondenzblatt des Zoologisch-Mineralogischen Vereines in Regensburg, Band 7, Zoologisch-Mineralogischer Verein, Regensburg, 1853.
  • Michael Heinrich: St. Blasius und St. Oswald, Immenstadt, 2017.
  • Geschichte und Geschichten aus der oberen Bergstätte, Immenstadt, 2019.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]