Know-how

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Know-how [ˈnoʊhaʊ, noʊˈhaʊ] (englisch für wissen-wie oder gewusst wie) ist Wissen über prozedurale Vorgänge (sog. Handlungswissen). Darunter fallen Lösungswege zu den verschiedensten Problemen, wie z. B. in der Wissenschaft, im Bankwesen, in der Verwaltung, bei Dienstleistungen und in der Technik. Zu einem großen Teil ist es implizites Wissen, das aus Erfahrung gewonnen worden sein kann. Verschiedene Fachbereiche befassen sich mit dem Know-how, darunter das Wissensmanagement.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich hielt der Begriff Anfang der 1940er Jahr Eingang in die US-amerikanische Umgangssprache, wurde dann zunehmend in den deutschen Sprachgebrauch übernommen und ist heute ein fester Bestandteil derselben. Sein Gebrauch im Wirtschaftsleben nimmt mitunter inflationäre Züge an.[1]

Der britische Philosoph Gilbert Ryles unterschied in seiner einflussreichen Studie The Concept of Mind (1949) das klassische Wissen („knowing that“; Wissen, dass) vom Können („knowing how“, Wissen, wie).[2]

Begriffsbestimmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ursprünglich aus der Philosophie stammende Begriff wird heute hauptsächlich in der Betriebswirtschaftslehre und verwandten Disziplinen diskutiert. Eine eindeutige Abgrenunzg von Know-how zu anderen Wissensarten gibt es nicht.

Das Know-how als immaterielle Ressource ist ein Vermögensgegenstand einer Organisation, wenn

  • dieses einzeln oder in Kombination wertvoll, selten, dauerhaft und schwer imitierbar bzw. substituierbar („sustainable“) ist, und
  • das Unternehmen in der Lage ist, die entsprechende Ressourcenbasis durch organisatorische Gestaltung in Leistungspotenziale zu überführen und proaktiv zu nutzen („Capability“).

Das Know-how gilt dann als immaterielle bzw. intangible Ressource und wird innerhalb dieses Bereiches den Human Resources zugerechnet. Im Unternehmenswert drückt sich das Know-how im Goodwill aus.

Rechtliche Betrachtung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl der Begriff schwer abzugrenzen ist, hat er praktische, insbesondere vertragspraktische Relevanz.[1] Gesondert werden die Begriffe Know-how-Vertrag oder Know-how-Vereinbarung betrachtet.[3]

Im Rechtssinne stellt Know-how kein Rechtsobjekt dar, über das verfügt werden könnte. Deutlich wird dies, wenn man z. B. Patente dem Know-how gegenüberstellt: Ein Patent ist ein in der Rechtsordnung anerkannter Verfügungsgegenstand (oder besser: ein Rechtsobjekt), der wie eine Sache oder andere Rechte veräußert werden kann. Know-how kann nicht im Rechtssinne übertragen, sondern nur mitgeteilt werden. Demgegenüber kann Know-how genau wie gewerbliche Schutzrechte Gegenstand eines schuldrechtlichen Lizenzvertrages sein.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Knoff-Hoff-Show (Fernsehsendung, ZDF, 1986–2004), ist eine Verballhornung des Begriffes Know-how (in deutscher Aussprache). Ein verwandter Begriff ist ein Howto (dt. gewusst wie), als Beschreibung einer kurzen Anleitung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kai Kochmann: Schutz des „Know-how“ gegen ausspähende Produktanalysen („Reverse Engineering“) (= Schriften zum europäischen Urheberrecht. Band 8). Walter de Gruyter, 2009, S. 19–20..
  2. Ryle, Gilbert. The concept of mind. Routledge, 2009.
  3. Know-how-Vereinbarungen – Definition im Gabler Wirtschaftslexikon

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Know-how – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen