Knut Berger

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Knut Berger (* 1975 in Gelsenkirchen[1][2]) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausbildung und Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Knut Berger studierte von August 1999 bis Mai 2003 Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin.[1] Anschließend ging er kein festes, klassisches Theaterengagement ein, sondern arbeitete seitdem als freischaffender Schauspieler.[3] Berger wirkte fast ausschließlich in zeitgenössischen, oft auch experimentellen, Theaterproduktionen mit.[4] Mehrfach trat er in Inszenierungen der Choreografin Constanza Macras und der israelischen Regisseurin Yael Ronen auf.[3][4] Seine erste Zusammenarbeit mit Macras war im Jahre 2000; 2001 gastierte er in ihrer Produktion Dolce Vita beim Down Town Arts Festival in New York City.[1][5]

Berger hatte seit der Spielzeit 2003/04 zahlreiche Gastengagements an der Berliner Schaubühne, wo er in mehreren Uraufführungen von Constanza Macras und Yael Ronen mitwirkte.[5] Mit Ronens Produktion Dritte Generation, einer Koproduktion der Berliner Schaubühne mit dem Habima National Theatre of Israel, gastierte Berger zwischen 2008 und 2013 u. a. in Tel-Aviv, in Italien (Parma), Polen (Łódź), Schweden (Stockholm, Malmö), Dänemark (Arhus) und Griechenland (Thessaloniki).[6]

Weitere Engagements hatte er an der Volksbühne Berlin (2005 und 2006), am Schauspielhaus Wien (2006; als Knut in I’m not the only one von Constanza Macras), im DOCK 11 in Berlin (2007), im Hebbel am Ufer (2010; als Soldat in Die letzten Tage der Menschheit, 2011–2012, jeweils am HAU 2/HAU 3) und am Ballhaus Naunynstraße (2012; 2013 in Thelemachos von Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris).[1][4]

In der Spielzeit 2012/13 war Knut Berger am Schauspielhaus Graz als Gast in der Uraufführung von Hakoah Wien (Regie/Konzept: Yael Ronen) in der Rolle des Ehemanns Oliver zu sehen.[7][8] In der Saison 2013/14 wirkte Berger in der Uraufführung von Niemandsland, der zweiten Inszenierung von Yael Ronen am Schauspielhaus Graz, mit. Weiters spielte er in dieser Spielzeit in der Wiederaufnahme von Hakoah Wien.[8] In der Spielzeit 2014/15 war Berger erneut am Schauspielhaus Graz in den Wiederaufnahmen von Yael Ronens Inszenierungen Hakoah Wien und Niemandsland zu sehen.[8]

In der Spielzeit 2013/14 gastierte Berger am Maxim Gorki Theater in Berlin als Elias/Ismael in der Uraufführung von Der Russe ist einer, der Birken liebt von Olga Grjasnowa (Bühnenfassung und Regie: Yael Ronen).[9] Der Russe ist einer, der Birken liebt ist Bergers insgesamt fünfte Zusammenarbeit mit Yael Ronen.[4] In der Spielzeit 2015/16 trat er am Maxim Gorki Theater erneut in dieser Produktion auf.[4] Außerdem wirkte er in dieser Spielzeit in dem Theaterprojekt Small Town Boy von Falk Richter mit.[4][10]

In der Spielzeit 2015/16 gastierte Berger mit Hakoah Wien am Volkstheater Wien.[3] Außerdem wirkt er in dieser Spielzeit in der Uraufführung von Lost and Found (Regie/Konzept: Yael Ronen) mit.[3]

Film und Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2000 übernahm Berger auch Rollen in verschiedenen Kino- und Fernsehproduktionen.[5] Zu seinen ersten wichtigen Filmarbeiten gehörte der Kinofilm Wir (2003) von Martin Gypkens, der beim Max-Ophüls-Festival mit dem „Förderpreis Langfilm“ ausgezeichnet wurde. Berger spielte den jungen bisexuellen, gelegentlich Kokain schnupfenden Berliner Carsten, der sich mittlerweile mehr zu Männern hingezogen fühlt.[11] 2003 spielte er die männliche Hauptrolle in dem israelischen Kinofilm Walk on Water (2004) von Eytan Fox, einer Geschichte über das deutsch-israelische Verhältnis. Berger verkörperte einen homosexuellen Deutschen und den Enkel eines untergetauchten Alt-Nazis.

In dem Spielfilm This Is Love (2009) spielte er, an der Seite von Margarita Broich, den männlichen Part eines unsympathischen Yuppie-Ehepaars.[12] 2012 war er neben Fabian Stumm in 56 zu sehen, der als bester Kurzfilm für den Max Ophüls Preis nominiert wurde. In der Kinokomödie Marry Me! (2015) hatte er eine Nebenrolle als Dominik.

Er hatte außerdem Episodenrollen in den Fernsehserien Sternenfänger (2002), SK Kölsch (2004), Großstadtrevier (2005; als Krimineller Leo Brocken), SOKO Wismar (2008; als tatverdächtiger Musiker und Ex-Freund Martin Neuville), SOKO Leipzig (2009; als Kindsvater Kevin Weuth und Ex-Freund einer ermordeten Polizeischülerin) und In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte (2015; als alkoholkranker Patient Mark Schmitz). Im Januar 2016 war Berger erneut in der ZDF-Krimiserie SOKO Leipzig zu sehen. Er spielte in einer Episodenhauptrolle die Rolle von Bertram Schöffel; er verkörperte den Ehemann einer ermordeten jungen Frau und Mutter. Im April 2016 war Berger in der ZDF-Serie Notruf Hafenkante in einer Episodenhauptrolle als Ladenbesitzer Frank Wehner zu sehen. Im Bremer Tatort: Der hundertste Affe war Berger im Mai 2016 in einer Nebenrolle zu sehen; er spielte Rolf Brosig, den Manager eines Biotechnologie-Konzerns. Im Oktober 2016 war er in der ZDF-Serie SOKO München als Musikproduzent Vince Porter in einer Episodenrolle zu sehen.

Im Oktober 2017 war er in der ARD-Serie In aller Freundschaft in einer Episodenhauptrolle zu sehen; er spielte den vielbeschäftigten Wirtschaftsanwalt Björn Gerdes, den Nachbarn von Professor Simoni, dessen Sohn mit schweren Verätzungen in die Sachsenklinik eingeliefert wird.[13] In der 8. Staffel der ZDF-Serie Letzte Spur Berlin (2019) übernahm Berger eine der Episodenrollen als Krankenhausarzt Dr. Tim Bender, der eine Affäre mit einer verschwundenen Hebamme hatte.[14] In der 20. Staffel der ZDF-Serie SOKO Leipzig (2019) hatte er eine Episodenhauptrolle als Sozialarbeiter und Pflegevater eimes Problemschülers.[15]

Berger lebt in Berlin.[1][2] Im Februar 2021 outete er sich im Rahmen der Initiative #actout im SZ-Magazin mit 185 anderen lesbischen, schwulen, bisexuellen, queeren, nicht-binären und trans* Schauspielern.[16]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Knut Berger. Profil und Vita bei Schauspielervideos.de. Abgerufen am 8. Februar 2016
  2. a b Knut Berger. Profil bei CASTFORWARD. Abgerufen am 8. Februar 2016
  3. a b c d Knut Berger. Vita; Offizielle Internetpräsenz Volkstheater Wien. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  4. a b c d e f Knut Berger (Memento des Originals vom 8. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gorki.de. Vita; Offizielle Internetpräsenz Maxim Gorki Theater. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  5. a b c Knut Berger. Vita; Offizielle Internetpräsenz Schaubühne. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  6. Dritte Generation. Offizielle Internetpräsenz Schaubühne. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  7. Hakoah Wien – In Graz spürt Yael Ronen ihrer israelisch-österreichischen Familiengeschichte nach: Heimat als Begriff und Gefühl. Aufführungskritik bei Nachtkritik.de vom 13. Oktober 2012. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  8. a b c Knut Berger. Vita; Offizielle Internetpräsenz Schauspielhaus Graz. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  9. Der Russe ist einer, der Birken liebt – Yael Ronen inszeniert Olga Grjasnowas Roman am Maxim Gorki Theater Berlin: Keks ist nicht gleich Keks. Aufführungskritik bei Nachtkritik.de vom 16. November 2013. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  10. Small Town Boy. Offizielle Internetpräsenz Maxim Gorki Theater. Abgerufen am 8. Februar 2016.
  11. WIR (Filmtipp). Abgerufen am 8. Februar 2016.
  12. This Is Love (Filmtipp). Abgerufen am 8. Februar 2016.
  13. Folge 788: Nur ein Moment. Handlung, Besetzung und Bildergalerie. Offizielle Internetpräsenz des MDR. Abgerufen am 11. Oktober 2017
  14. Letzte Spur Berlin: Happy Birthday. Handlung und Besetzung. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  15. SOKO Leipzig: Mord im Klassenzimmer. Handlung und Besetzung. Abgerufen am 25. Oktober 2019.
  16. Carolin Emcke, Lara Fritzsche: »Ich komme aus einer Welt, die mir nicht von mir erzählt hat«. In: Süddeutsche Zeitung Magazin, 5. Februar 2021, S. 8–21.