Koaxiallautsprecher

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Ein Koaxiallautsprecher (auch als Koax-Chassis bezeichnet) ist ein Lautsprecher, bei dem mehrere schallabstrahlende Einheiten konzentrisch verschachtelt sind. Dabei werden auf unterschiedliche Frequenzbereiche spezialisierte Wandler entlang der gleichen akustischen Achse (koaxial) positioniert.

Funktionsprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koaxiallautsprecher im Gehäuse; mittig ist die Hochton-Einheit erkennbar
Auto-Lautsprecher mit aufgesetztem Hochtöner

Das gesamte menschliche Hörspektrum lässt sich nur schwer mit einem einzelnen Lautsprecher wiedergeben, da unter anderem Form und Größe der Membran Einfluss auf das linear reproduzierbare Frequenzspektrum, die erzielbare Lautstärke und den jeweiligen Abstrahlwinkel nehmen – Probleme, mit denen alle Breitbandlautsprecher zu kämpfen haben. Aus diesem Grund werden in HiFi-Boxen zumeist mehrere Lautsprecher eingesetzt. Solche Mehrwegsysteme irritieren das Gehör jedoch insofern, als die Klanganteile von verschiedenen Orten ausgehen.

Koaxiallautsprecher bestehen meist aus einem Hochtöner, der im Zentrum eines Tief/Mitteltöners angebracht ist. Während die große Membran für entsprechenden Schalldruck bei tieferen Frequenzen sorgt, kann die kleine Membran ihre Vorteile bezüglich Auflösungsvermögen und Impulsschnelle ausspielen.

Im Gegensatz zu Breitbandlautsprechern benötigen Koax-Systeme zwingend eine Frequenzweiche (Lautsprecher), da die beiden schallerzeugenden Einheiten wie separate Chassis agieren – weshalb Koaxiallautsprecher auch über mehr als zwei Anschlüsse verfügen.

Varianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für qualitativ hochwertige Wiedergabe werden meist zwei verschiedene Schwingspulen/Membran-Einheiten eingesetzt, die sich der Feldlinien desselben Magneten bedienen. Die resultierende „Rückversetzung“ der Hochtoneinheit (in Relation zur Schallwand) ist dabei vorteilhaft, weil ihr Signal dann trotz des schnelleren Einschwingvorganges nicht früher als jenes der großen Membran beim Hörer eintrifft.

Ein ähnliches Prinzip ist auch bei Auto-Lautsprechern verbreitet. Hier dient es jedoch mehr der Platzersparnis: Ein separater Hochtöner (also mit eigenem Magneten) wird vor dem Tief/Mitteltöner montiert. Die „Zeitrichtigkeit“ der oben beschriebenen Bauweise geht dabei verloren; außerdem kommen Klangverfälschungen hinzu, die den Beugungseffekten des von der größeren Membran abgestrahlten Schalls entlang jenes Aufsatzes geschuldet sind.

Grenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den Problemen, welche ein simples „Doppelsystem“ (siehe oben: Auto-Lautsprecher) mit sich bringt, sind auch hochwertige Koaxiallautsprecher nicht ganz einfach in der akustischen Abstimmung. Für die im Zentrum des Bass/Mitten-Töners gelegene Hochtoneinheit wirkt die umgebende Konusmembran nämlich wie ein Horn, mit all seinen klangbeeinflussenden Eigenschaften; da sich diese Schallführung im Betrieb zudem bewegt, werden Intermodulationen begünstigt.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • G. Schwamkrug und R. Römer, Lautsprecher – Dichtung und Wahrheit, Elektor Verlag, Aachen 1986, ISBN 3-921608-45-7.
  • Hans Herbert Klinger, Lautsprecher und Lautsprechergehäuse für HiFi, Franzis' Verlag, München 1981, ISBN 3-7723-1051-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. B. Timmermanns, in Hobby Hifi 6/2012, S. 50f