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Koblenz (Meteorit)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Koblenz (prov.)
Fragment des Meteoriten, der in ein Dach in Koblenz-Güls eingeschlagen ist.
Offizieller Name
nach MBD
 
Lokalität
Land Deutschland
Bundesland Rheinland-Pfalz
Stadtteil Koblenz-Güls
Stadt Koblenz
Fall und Bergung
Datum (Fall) 8. März 2026 18:55
beobachtet ja
Datum (Fund) 8. März 2026
Sammlung Finder (Hauptmasse),
Universität Münster (1 g),
Meteoriten-Museum Oberwesel (3,5 g)
Beschreibung
Typ Achondrit
Klasse Eukrit
Gruppe HED
Masse (total) unbekannt, > 190,5 g
Größe Fragmente bis zu mehrere cm,
Hauptfragment ca. tennisballgroß
Herkunft ?Vesta[1]

Koblenz (prov.) ist ein Steinmeteorit, der 2026 über der Stadt Koblenz niederging.

Am 8. März 2026 um 18:55 Uhr wurde eine helle Feuerkugel über Westdeutschland und angrenzenden Ländern (Belgien, Frankreich, Luxemburg, Niederlande) beobachtet. Die International Meteor Organisation konnte mehr als 3000 Augenzeugenberichte sowie über 100 Fotos der Feuerkugel sammeln.[2] Die Feuerkugel wurde zudem von den AllSky7-Kameras, die vom Arbeitskreis Meteore betrieben werden, aufgezeichnet.[3]

Wenige Minuten später schlug ein Meteorit in das Dach eines Wohnhauses im Koblenzer Stadtteil Güls ein. Der Einschlag verursachte ein Loch in der Größe eines Fußballs und durchschlug das Dach bis in das Schlafzimmer.[4] Weitere kleinere Fragmente gingen zudem im Hunsrück und in der Eifel nieder.[5][6]

Merkmale des Meteoriten

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Nach Untersuchungen von Polizei und Experten des Hauses der Astronomie in Heidelberg lassen sich folgende Fakten festhalten:

  • Die ESA schätzt, dass der ursprüngliche Asteroid vor dem Eintritt in die Atmosphäre einen Durchmesser von etwas mehr als einem Meter bis zu einigen Metern hatte.[7]
  • Mehrere zentimetergroße Fragmente wurden rasch aus dem beschädigten Gebäude geborgen.[8]
  • Die Polizei Koblenz bestätigte den Fund von insgesamt elf Gesteinsteilen.[9]
  • Die einzelnen Fragmente haben eine Masse zwischen 6 und 161 Gramm. Eines der Bruchstücke hat eine Masse von ca. 20 Gramm. Das größte gefundene Stück wurde als etwa tennisballgroß beschrieben.[10][11]
  • Vor dem Einschlag waren über weiten Teilen Westdeutschlands eine helle Feuerkugel mit leuchtendem Schweif und ein lauter Knall wahrnehmbar. Der Feuerball zerfiel bei der Luftdetonation in einer Höhe von etwa 50 Kilometern und verteilte Fragmente über Westdeutschland.[5]

Der Koblenz-Meteorit wurde an der Universität Münster von Markus Patzek und Addi Bischoff wissen­schaft­lich untersucht und als brekziierter Eukrit klassifiziert.[12]

Die wissenschaftlichen Untersuchungen basieren bislang nur auf sehr kleinen Fragmenten des Meteoriten. Nach Angaben von Markus Patzek standen den Forschern von der Universität Münster lediglich etwa ein Gramm Material zur Verfügung, das von Splittern stammt, die nach dem Einschlag auf einen Weg oder Vorplatz gefallen waren.[1]

Das Meteoriten-Museum in Oberwesel besitzt 26 kleinere Fragmente mit einer Gesamtmasse von insgesamt auch nur ca. 3,5 Gramm.[1]

Für eine offizielle Klassifizierung und Aufnahme in die Meteoritical Bulletin Database wären nach den internationalen Richtlinien mindestens 20 Gramm sogenanntes Typmaterial erforderlich, das in einer wissenschaftlichen Sammlung hinterlegt werden muss. Die Hauptmasse des Meteoriten befindet sich nach Angaben von Markus Patzek weiterhin im Besitz des Finders, der sie bislang nicht für wissenschaftliche Untersuchungen oder eine Hinterlegung in einer öffentlichen Sammlung zur Verfügung gestellt hat.[1]

Meteoriten werden üblicherweise nach dem Ort benannt, an dem sie gefunden werden. Der Meteorit besitzt derzeit noch keinen offiziellen Namen, da er noch nicht klassifiziert und noch nicht im Meteoritical Bulletin veröffentlicht wurde. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass er den Namen „Koblenz“ erhalten wird. Eine offizielle Benennung kann erst nach der Aufnahme in die Meteoritical Bulletin Database erfolgen.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 Alina Grünky, dpa: Klassifizierung des Koblenz-Meteoriten unmöglich: Hauptmasse fehlt. In: heise online. 4. Juni 2026, abgerufen am 4. Juni 2026.
  2. International Meteor Organization (IMO): Fireball events. 8. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.
  3. AllSky7: AllSky7 Fireball Network Archive. Arbeitskreis Meteore e.V., 8. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.
  4. Alex Talash: Meteorit knallte durchs Dach ins Schlafzimmer. BILD (bild.de), 9. März 2026, abgerufen am 10. März 2026.
  5. 1 2 Bjarne Kommnick, Teresa Toth, Tanja Banner: Heller Meteor über Deutschland gesichtet – Himmelskörper oder Weltraumschrott?, Frankfurter Rundschau (fr.de), 9. März 2026 
  6. Rafael Beraz: Nach Einschlag in Koblenz: So sieht der Meteorit aus, Merkurist (merkurist.de), Koblenz, 8. März 2026. Abgerufen am 9. März 2026 
  7. ESA analysing fireball over Europe on 8 March 2026. ESA, 9. März 2026, abgerufen am 10. März 2026 (englisch).
  8. Maik Mosheim: "Feuerblitz" über Koblenz: Erstes Meteoriten-Stück gefunden, Focus (focus.de), 8. März 2026. Abgerufen am 9. März 2026 
  9. Elf Gesteinsteile nach Meteoriteneinschlag gefunden. ZEIT Online, 10. März 2026, abgerufen am 11. Mai 2026.
  10. Nach Einschlag in Koblenz – Jagd auf Meteoritenteile: "Ich habe vielleicht 20 Gramm". Auf: zdfheute.de vom 10. März 2026.
  11. Maike König: Schatzsuche im Hinterhof – Nach Einschlag in Koblenz: Meteoritenjäger suchen nach Fundstücken. Auf: swr.de, Stand: 17. März 2026. Dazu:
  12. Andreas Moeller: Meteoritenfall Koblenz 08.03.2026. In: Meteorite - Mineralien - Gold - Forum (jgr-apolda.eu). 2. April 2026, abgerufen am 8. April 2026.