Koblenzer Hof (Koblenz)

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Das ehemalige Grand-Hotel „Koblenzer Hof“ in den Rheinanlagen von Koblenz

Das ehemalige Grand-Hotel Koblenzer Hof ist ein monumentales Hotelgebäude in den Rheinanlagen von Koblenz. Heute ist in dem Gebäude das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) untergebracht. Es bildet zusammen mit dem benachbarten Preußischen Regierungsgebäude ein stadtbildprägendes Ensemble am Rheinufer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Koblenzer Hof wurde von 1912 bis 1913 im Auftrag der Aktiengesellschaft für Grundbesitz, Wohnbauten & Grand-Hotel Esplanade Bellevue nach Plänen des Kölner Architekten Heinrich Müller-Erkelenz am Rheinufer errichtet. An gleicher Stelle standen vorher das Hotel Diesinger und Gebäude der Rheinstromverwaltung. Hinter dem Hotel entstanden mehrere Wohnhäuser. Das neue Gebäude erhielt zunächst den Namen Grand-Hotel Esplanade-Bellevue. Da es Widerstand gegen den französischen Namen gab, wurde es noch im Eröffnungsjahr in Hotel Koblenzer Hof umbenannt. 1914 wurde ein Lichtspielhaus eingebaut.

Bei den Luftangriffen auf Koblenz im Zweiten Weltkrieg wurde das Hotel schwer beschädigt. Es wurde vor allem im Dach- und Innenbereich nur noch vereinfacht wiederaufgebaut. Danach bezog das neu gegründete Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) das Gebäude sowie das benachbarte Preußische Regierungsgebäude.

Wegen Einsturzgefahr musste der Koblenzer Hof am 9. Dezember 2011 kurzfristig geräumt werden. Die Bediensteten wurden auf andere Gebäudekomplexe des BWB (heute: BAAINBw) verteilt.[1] Grund für die Räumung war, dass das Gebäude auf einer rostigen Stahlkonstruktion ruht, die bei einem Erdbeben einstürzen könnte. Das ehemalige Grand-Hotel muss nun grundlegend saniert werden.[2] In der öffentlichen Diskussion im Zuge der Sanierung steht, das Gebäude wieder (seiner ursprünglichen Nutzung entsprechend) in ein Fünfsterne-Hotel zu verwandeln.[3] Da allerdings ein mit dem Koblenzer Hof verbundenes Nachbargebäude weiterhin vom derzeitigen Nutzer (BAAINBw) benötigt wird, konnten bislang keine konkreten Planungen gemacht werden.[4] Anfang 2015 wurde allerdings auch der Umzug des derzeitigen Nutzers in einen Neubau wieder in Frage gestellt, so dass die Zukunft der Immobilie vermutlich noch länger offen bleiben müsse[5]. Im Mai 2016 wurde jedoch bekannt, dass die nach wie vor im angrenzenden Gebäude untergebrachte Dienststelle nach Lahnstein verlegt werden soll, als Termin für den Umzug wurde das Jahr 2019 genannt. Der Plan einer anschließenden Rückumwandlung des nach wie vor leerstehenden Koblenzer Hofs in ein Hotel dürfte allerdings erhebliche Kosten verursachen, alleine die statische Stabilisierung des Gebäudes soll 15 Millionen Euro erfordern.[6]

Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das lang gestreckte Hotelgebäude wurde auf Wunsch der preußischen Bezirksregierung in Einklang mit dem benachbarten Preußischen Regierungsgebäude unter Betonung der Vertikalen errichtet und hat deshalb eine ebenfalls historisch-monumentale Wirkung. Der fünfgeschossige Bau mit Attikageschoss wurde in neoklassizistischen Formen, mit einem pilastergegliederten achtachsigen Mittelrisaliten und einer vorgelegten zweigeschossigen Veranda errichtet. Unter dem Vorbau im Erdgeschoss schließt eine Arkadenstellung mit polygonalen Wandpfeilern an, die einen Durchgang bilden. An den Seiten befinden sich zwei abgerundete Eckbauten, die ursprünglich in Rundtürme ausliefen, mit Erkern. Das erste Obergeschoss, hier befanden sich die Salons und Speisesäle, hat große, liegende Fenster. Die restlichen Geschosse haben einfache Fenster mit Sohlbänken, die zum Teil Brüstungsgitter besitzen. Nicht mehr erhalten ist der ursprüngliche Dreiecksgiebel.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Koblenzer Hof ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in der Denkmalliste des Landes Rheinland-Pfalz eingetragen. Es liegt am Konrad-Adenauer-Ufer 2–6.[7]

Seit 2002 ist der Koblenzer Hof Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Energieversorgung Mittelrhein GmbH (Hrsg.): Geschichte der Stadt Koblenz. (Gesamtredaktion: Ingrid Bátori in Verbindung mit Dieter Kerber und Hans Josef Schmidt)
    • Band 1: Von den Anfängen bis zum Ende der kurfürstlichen Zeit. Theiss, Stuttgart 1992, ISBN 3-8062-0876-X.
    • Band 2: Von der französischen Stadt bis zur Gegenwart. Theiss, Stuttgart 1993, ISBN 3-8062-1036-5.
  • Fritz Michel: Die Kunstdenkmäler der Stadt Koblenz. Die profanen Denkmäler und die Vororte. München / Berlin 1954. (= Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Pfalz, Band 1.)
  • Herbert Dellwing, Reinhard Kallenbach (Bearb.): Stadt Koblenz. Innenstadt. (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 3.2.) Speyer 2004, ISBN 3-88462-198-X, S. 158ff.
  • Presse- und Fremdenverkehrsamt der Stadt Koblenz (Hrsg.): Die Rheinanlagen Koblenz. Von den Anfängen bis heute. (Broschüre mit Beiträgen von Willi Hörter, Franz-Josef Heyen, Katharina Richter, Detlef Wahl u. a.) Koblenz 1992.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Koblenzer Hof (Koblenz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einsturzgefahr: BWB muss "Koblenzer Hof" räumen in: Rhein-Zeitung, 9. Dezember 2011
  2. Einsturzgefahr: "Koblenzer Hof" wird monatelang leerstehen in: Rhein-Zeitung, 12. Dezember 2011
  3. Der Koblenzer Hof soll wieder zum Luxushotel werden in: Rhein-Zeitung, 21. Januar 2012
  4. Bauruine in Toplage: Koblenzer Hof bleibt noch Jahre abgesperrt in: Rhein-Zeitung, 18. Mai 2013
  5. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-Beim-Koblenzer-Hof-scheint-wieder-alles-offen-_arid,1264332.html
  6. http://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-bund-raeumt-koblenzer-hof-2019-komplett-_arid,1485606.html
  7. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler - Kreisfreie Stadt Koblenz (PDF; 1,3 MB), Koblenz 2011

Koordinaten: 50° 21′ 33,3″ N, 7° 36′ 15,1″ O