Kobrow

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde Kobrow im Landkreis Ludwigslust-Parchim, für den Wardower Ortsteil im Landkreis Rostock siehe Wardow.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kobrow
Kobrow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kobrow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 41′ N, 11° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Sternberger Seenlandschaft
Höhe: 35 m ü. NHN
Fläche: 37,48 km2
Einwohner: 417 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 11 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19406
Vorwahl: 03847
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 072
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Am Markt 1
19406 Sternberg
Webpräsenz: www.amt-ssl.de
Bürgermeister: Olaf Schröder
Lage der Gemeinde Kobrow im Landkreis Ludwigslust-Parchim
Brandenburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Rostock Landkreis Nordwestmecklenburg Banzkow Plate Plate Sukow Bengerstorf Besitz (Mecklenburg) Brahlstorf Dersenow Gresse Greven (Mecklenburg) Neu Gülze Nostorf Schwanheide Teldau Tessin b. Boizenburg Barnin Bülow (bei Crivitz) Crivitz Crivitz Demen Friedrichsruhe Tramm (Mecklenburg) Zapel Dömitz Grebs-Niendorf Karenz (Mecklenburg) Malk Göhren Malliß Neu Kaliß Vielank Gallin-Kuppentin Gischow Granzin Obere Warnow Gehlsbach (Gemeinde) Kreien Kritzow Lübz Lübz Marnitz Passow (Mecklenburg) Siggelkow Suckow Tessenow Gehlsbach (Gemeinde) Werder (bei Lübz) Goldberg (Mecklenburg) Dobbertin Goldberg (Mecklenburg) Mestlin Neu Poserin Techentin Goldberg (Mecklenburg) Balow Brunow Dambeck Eldena Gorlosen Grabow (Elde) Karstädt (Mecklenburg) Kremmin Milow (bei Grabow) Möllenbeck (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Muchow Prislich Grabow (Elde) Zierzow Alt Zachun Bandenitz Belsch Bobzin Bresegard bei Picher Gammelin Groß Krams Hoort Hülseburg Kirch Jesar Kuhstorf Moraas Pätow-Steegen Picher Pritzier Redefin Setzin Strohkirchen Toddin Warlitz Alt Krenzlin Bresegard bei Eldena Göhlen Groß Laasch Leussow Lübesse Lüblow Rastow Sülstorf Uelitz Warlow Wöbbelin Blievenstorf Brenz (Mecklenburg) Neustadt-Glewe Neustadt-Glewe Cambs Dobin am See Gneven Pinnow (bei Schwerin) Langen Brütz Leezen (Mecklenburg) Pinnow (bei Schwerin) Raben Steinfeld Domsühl Domsühl Obere Warnow Groß Godems Zölkow Karrenzin Lewitzrand Rom (Mecklenburg) Spornitz Stolpe (Mecklenburg) Ziegendorf Zölkow Barkhagen Ganzlin Ganzlin Ganzlin Plau am See Blankenberg (Mecklenburg) Borkow Brüel Dabel Hohen Pritz Kobrow Kuhlen-Wendorf Kloster Tempzin Mustin (Mecklenburg) Sternberg Sternberg Weitendorf (bei Brüel) Witzin Dümmer (Gemeinde) Holthusen Klein Rogahn Klein Rogahn Pampow Schossin Stralendorf Warsow Wittenförden Zülow Wittenburg Wittenburg Wittenburg Wittendörp Gallin Kogel Lüttow-Valluhn Vellahn Zarrentin am Schaalsee Boizenburg/Elbe Ludwigslust Lübtheen Parchim Parchim Parchim HagenowKarte
Über dieses Bild

Kobrow ist eine Gemeinde im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern. Sie wird vom Amt Sternberger Seenlandschaft mit Sitz in der Stadt Sternberg verwaltet.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kobrow befindet sich zwei Kilometer südlich von Sternberg im Bereich der Sternberger Seenplatte. Die Gemeinde ist umgeben von einer bewaldeten Seelandschaft. Im Gemeindegebiet befinden sich drei größere Seen: Schönfelder See, Dannhuser See und Hofsee. Kobrow selbst liegt am Hofsee. Die Gemeinde grenzt im Norden an die B 192. Die Anhöhen im Gemeindegebiet liegen knapp unter 60 m ü. NHN.

Ortsteile der Gemeinde sind Wamckow, Kobrow I, Dessin, Kobrow II und Stieten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kobrow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kobrow wurde am 5. Mai 1307 erstmals urkundlich erwähnt, als Fürst Heinrich von Mecklenburg dem Sternberger Bürger Heinrich Trendekopp seinen Anteil am Dorfe Kobrow verkaufte. [3] 1325 stiftet Heinrich von Mecklenburg eine Vikarie in der Kirche zu Sternberg und gift II houen in dorp Kobrow. [4] Am 7. April 1333 verpfändete Fürst Albrecht von Mecklenburg dem Kloster Doberan außer der vom König Erich von Dänemark schon verpfändeten Bede noch die Gerechtigkeit in den Dörfern Parkentin und Bartenshagen. Als Zeugen waren auch Arnoldus de Gotland, Thidiricus Horn als Consul in Rostock und Johannes Roekogele als Magister in Wismar anwesend. Dieser bedeutende Rechtsakt unter Anwesenheit zahlreicher politischer Würdenträger fand auf dem Friedhof zu Kobrow statt. [5]

Die Herkunft des Namens Kobrow wird unterschiedlich gedeutet. Auf der einen Seite könnte er vom altslawischen kovru und polnischen kobierzec abgeleitet sein, was Teppich bedeuten würde. Andere sehen eine Ableitung aus dem Wort Koberov, wobei es sich um einen Flur- oder Gewässernamen handeln könnte, der wiederum in dem polabischen Wort kobère seinen Ursprung haben könnte, welches für Klettenort steht. Möglich sind auch die Herleitung vom altslawischen Wort kob für Weissagung, kobyla für Stute oder aus dem Wendischen kobrow für Dillhof, also Hof auf dem Dill angebaut wird.

Der Ort war ursprünglich ein adliges Gut. Ab 1848 wird Kobrow beim Dominal-Amt genannt. 1908 ein Bauerndorf mit acht Erbpachtstellen, fünf Büdnereien, eine Schmiede und 18 Häuslern, eine Schule und ein Chausseehaus. Zwei Bauernstellen waren Kobrow II. Zu DDR-Zeiten war es eine Siedlung des Volkseigenen Gut.

Stieten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

wurde erstmals am 3. März 1255 in Dobbertin erwähnt, als dort Bischof Rudolf I. von Schwerin den Fürsten Pribislaw I. von Parchim-Richenberg mit dem Zehnten wegen der Zehenden im lande Parchem in den Städten Parchim und Plau und den Zehenden im Dorffe Lelekowe und Stitne belehnte. Acta in Dobbertin. [6] 1262 verlieh Johann, Fürst von Mecklenburg, dem Kloster Dobbertin eine Hufe im Dorffe Stitne, welche Hinricus von Rolstede besessen hat. [7] Papst Urban IV. nahm am 28. Januar 1263 in Orvieto das Kloster Dobbertin und seine Güter, darunter auch eine hufe zu Stitne, unter seinen Schutz. [8] 1311 wurde Stiten als achte huuen des dorpe Stitende genannt.[9]

Stieten war bis ins 20. Jahrhundert ein adliges Gut.

Wamckow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

wurde 1256 erstmals erwähnt, als Pribislaw I. seinen Kaplan Jordan die Pfarre zu Wahmkow verleiht. [10] In der folgenden Zeit siedelten im Kirchdorf Wamckow zwölf Bauern sowie Häusler und Handwerker. Neben dem Gut gab es eine kleine Schule, eine Mühle, eine Kalkbrennerei und eine Schmiede mit Krug.

Besitzer

Das um 1810 durch David Anton Kuhfahl umgebaute aus dem 18. Jahrhundert stammende Gutshaus wurde nach Verfall und Vandalismus 1994 abgebrochen.

Dessin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rittergut Wamckow wurde 1870 geteilt und es entstand neben der Ziegelei die Meierei Neu-Wamckow als selbstständiges Gut, das nach den Vorfahren Dessin genannt wurde. [11] Zum Gutshof gehören heute neben dem einstigen Gutshaus ein 0,7 Hektar großer Park mit altem Baumbestand und eine Stallscheune. Das Gutshaus ist ein neunachsiges eingeschossiges Backsteingebäude mit Satteldach. Den Drempel schmückt an beiden Fronten ein Rundbogenfries. In den zwei Rundfenstern im Giebel der Stallscheune aus Backstein befinden sich noch gusseiserne Davidsterne. Die im Gutshaus wohnenden Behinderten werden seit der Wende vom Diakoniewerk Kloster Dobbertin betreut. [12]

Besitzer

  • 1870 Jobst Heinrich von Bülow
  • 1871 Anton von Bülow
  • 1913 Anton von Bülow, Pächter Hugo Balle
  • 1924 Heinrich Strauch, Pächter Hugo Balle
  • 1927 Dr. Ulrich Kluge
  • 1945 Bodenreform
  • 1959 LPG Dessin
  • 1994 Norbert Rethmann

Schönfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

existierte 1332 als ein bewohntes Dorf, welches 1300 als Schoneveltt erstmals erwähnt wurde. Dieses wurde jedoch bald darauf wüst. 1852 hat es erneut zwei Erbpachthufen gegeben, seit 1924 nur noch ein einzelnes Erbpachtgehöft.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Über blauem Wellenschildfuß von Gold und Grün gespalten; vorn eine grüne ausgerissene Klette, hinten eine goldene ausgerissene Fichte.“[13]

Das Wappen wurde wie die Gemeindeflagge anlässlich der 700-Jahr-Feier zum 31. Mai 2007 vom Innenministerium genehmigt und unter Nr. 314 in der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern registriert. Es enthält Motive der Landschaft um Kobrow. Dabei stehen die Klette für den Gemeindenamen, die Waldbestände werden durch die Fichte symbolisiert und der Wellenschildfuß ist Hinweis auf die die Gemeinde umgebenden Seen.

Gestaltet wurde das Wappen vom Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Kobrow

Die Flagge ist gleichmäßig und quer zur Längsachse des Flaggentuches von Grün und Gelb gestreift. In der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils ein Drittel der Länge des grünen und des gelben Streifens übergreifend, das Gemeindewappen. Die Höhe des Flaggentuches verhält sich zur Länge wie 3 zu 5.[13]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Ort verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen und Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedruckte Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Mugay: Wamckow, ein Mecklenburgisches Gutsdorf im Wandel der Zeiten. Selm 2001.
  • Hans-Heinrich Schütt: Auf Schild und Siegel. Schwerin 2002 ISBN 3-933781-21-3 S. 121–122.
  • Karl-Heinz Steinbruch: Kobrow. In: SVZ, Mecklenburg-Magazin 2007, Nr. 49, S.26.
  • Tilo Schöfbeck: Das Land Sternberg im Mittelalter (7.–13. Jh.). Genese einer Kulturlandschaft im Gebiet der Warnower. In: Slawen und Deutsche im Hochmittelalter östlich der Elbe. Band 8, Studien zur Archäologie Europas. Bonn 2008 ISBN 978-3-7749-3485-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kobrow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 8 der Hauptsatzung (PDF; 1,4 MB) der Gemeinde
  3. MUB V. (1869) Nr. 3163.
  4. MUB VII. (1872) Nr. 4582.
  5. MUB VIII. (1873) Nr. 5411.
  6. MUB II. (1864) Nr. 745.
  7. MUB II. (1864) Nr. 935.
  8. MUB II. (1864) Nr. 983.
  9. MUB V. (1869) Nr. 3468, 3469.
  10. MUB II. (1864) Nr. 770.
  11. Anton von Bülow: Leben und Jagen. Dessin. München-Solln 1957, S. 7.
  12. Horst Alsleben: Verbindung zum Kloster bleibt. Im Gutshaus betreut das Diakoniewerk heute die hier lebenden Menschen. SVZ, Anzeiger für Sternberg-Brüel-Warin, 7. Januar 1999.
  13. a b § 1 der Hauptsatzung (PDF; 86,4 kB) der Gemeinde.