Koch Bihar (Distrikt)

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Distrikt Koch Behar
কোচবিহার জেলা
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Westbengalen
Division: Jalpaiguri
Verwaltungssitz: Koch Bihar
Fläche: 3.387 km²
Einwohner: 2.819.086 (Zensus 2011)
Website: Distrikt Koch Behar

Der Distrikt Koch Bihar oder Cooch Bihar (bengalisch কোচবিহার জেলা, Hindi कूचबिहार) ist Teil des indischen Bundesstaats Westbengalen. Die Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Koch Bihar.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zur Tiefebene des Terai gehörende und vom Torsa-River und weiteren Flüssen aus den Himalaya-Bergen wie dem Tista, dem Raidak und dem Jaldhaka durchflossene Distrikt Koch Bihar grenzt im Nordwesten und Norden an die westbengalischen Distrikte Jalpaiguri und Alipurduar, im Osten an den Bundesstaat Assam und im Süden und Westen an Bangladesch.[1] Die durchschnittliche Höhe liegt bei ca. 50 m ü. d. M.; einige Hügel ragen jedoch bis ca. 150 m in die Höhe.[2]; das Klima ist meist schwül und vor allem in den Monaten April bis Oktober wegen des Monsuns auch sehr regenreich.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offizielle Bevölkerungsstatistiken werden erst seit 1991 geführt und veröffentlicht.[4]

Jahr 1991 2001 2011
Einwohner 2.171.145 2.479.155 2.819.086

Hindus dominieren hauptsächlich in den Dörfern auf dem Lande (insgesamt ca. 74 % der Gesamtbevölkerung); in den Städten ist der Anteil von Moslems (insgesamt ca. 25,5 % der Gesamtbevölkerung) ebenfalls bedeutsam. Christen, Buddhisten, Jains und Sikhs bilden Randgruppen. Wie bei Volkszählungen im Norden Indiens üblich, übersteigt der männliche Bevölkerungsanteil den weiblichen um ca. 8 %. Ca. 90 % der Menschen leben in Dörfern auf dem Land und nur ca. 10 % leben in Städten.[5] Gesprochen wird Bengali und Hindi.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Distrikt ist immer noch in hohem Maße landwirtschaftlich orientiert; wobei jedoch in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Abholzung von Wäldern zu Problemen mit der Bodenerosion geführt hat. Angebaut werden hauptsächlich Reis, Weizen und Ölsaaten.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enklaven in Koch Bihar bzw. Bangladesch

Die von mehreren Himalayaflüssen durchzogene ehemals waldreiche Landschaft hat historisch so gut wie nie eine bedeutsame Rolle gespielt – so gibt es auch keine historisch oder kulturell bedeutsamen Bauten. Das seit 1250 bestehende Fürstentum wurde ab 1510 von Maharajas der Koch-Dynastie regiert. Chandan Narayan (1510–1523) vergrößerte das Fürstentum und Nar Narayan (1554–1587) konnte sogar zeitweise Manipur und Tripura erobern. Pran Narayan (1626–1665) kämpfte für Bengalen gegen das Mogulreich und eroberte im Jahr 1661 Dhaka, musste aber 1664 Frieden schließen. Rup Narayan (1693–1714) verlegte die Hauptstadt von Athaokotha nach Guriahati Gram, dem heutigen Bihar. Cooch Behar war in den Jahren 1765 bis 1772 vom Königreich Bhutan besetzt und von 1773 bis 1947 britisches Protektorat.[7] Von 1949 bis 1950 war Koch Bihar ein eigener Bundesstaat (C-Staat), kam dann aber an Westbengalen.

Nach der Unabhängigkeit und der Teilung Indiens (1947) war Koch Bihar ein Grenzdistrikt zu Ostpakistan (ab 1971 Bangladesch). Die Staatsgrenze war in diesem Bereich durch einen noch aus der Kolonialzeit herrührenden, sehr gewundenen Grenzverlauf mit zahlreichen Enklaven gekennzeichnet. Die Grenze wurde mit dem am 1. August 2015 in Kraft getretenen indisch-bangladeschischen Grenzvertrag begradigt; einige Enklaven wurden an Indien angeschlossen, dafür kamen andere zu Bangladesch.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rajbari-Palace

Die Hauptsehenswürdigkeiten des Distrikts sind die kolonialzeitlichen Bauten der Briten bzw. der dem Maharaja gehörende und im indo-europäischen Stil errichtete Rajbari-Palast. Außerhalb der Distriktshauptstadt gibt es kaum eine historisch oder kulturell bedeutsame Architektur – der ca. 8 km westlich von Dinhata stehende und im 17. Jahrhundert neu erbaute Kamteswari temple ist das älteste erhaltene Bauwerk des Distrikts.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

International bekannt wurde die Fürstenprinzessin Gayatri Devi (1919–2009), die als eine der schönsten Frauen ihrer Zeit galt und im Jahr 1940 den Maharaja von Jaipur Man Singh II. heiratete.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Koch Bihar (Distrikt) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Distrikt Koch Bihar – Karte + Infos
  2. Distrikt Koch Bihar – Karte mit Höhenangaben
  3. Distrikt Koch Bihar – Klimatabellen
  4. Distrikt Koch Bihar – Census 1991 bis 2011
  5. Distrikt Koch Bihar – Census 2011
  6. Distrikt Koch Bihar – Landwirtschaft
  7. Distrikt Koch Bihar – Geschichte
  8. Distrikt Koch Bihar – Sehenswürdigkeiten