Burg Kocherburg

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Burg Kocherburg
Alternativname(n): Kochenburg
Entstehungszeit: Um 1200
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Burgstall
Ständische Stellung: Ministerialensitz
Ort: Aalen-Unterkochen-„Schlossbaufeld“
Geographische Lage 48° 48′ 57,1″ N, 10° 8′ 54,2″ OKoordinaten: 48° 48′ 57,1″ N, 10° 8′ 54,2″ O
Höhe: 572,7 m ü. NN
Burg Kocherburg (Baden-Württemberg)
Burg Kocherburg

Die Burg Kocherburg, im Volksmund auch Kochenburg genannt, ist eine abgegangene Höhenburg bei dem Stadtteil Unterkochen der Stadt Aalen im Ostalbkreis (Baden-Württemberg).

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burgstall der Spornburg liegt etwa einen halben Kilometer östlich des Ortsrandes von Unterkochen an der Westspitze eines großflächigen, auf einer Hochfläche, genannt Schlossbaufeld, des Härtsfeldes auf etwa 572,3 m ü. NN zwischen den Quellklingen des Weißen Kochers und seines linken Zuflusses, des Häselbachs. Die Burg liegt etwa 80 Meter über dem Häselbach-Stadion zu seinen Füßen. Etwa 700 bis 800 Meter weiter östlich queren vorgeschichtliche Abschnittswälle den Ansatz des nach Westen merklich einfallenden, etwa 0,3 km² großen Schlossbaufeldes kurz vor einer größeren Geländestufe zur Härtsfeld-Hochebene.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kocherburg wurde in eine vorgeschichtliche Befestigungsanlage eingebaut (1300: Castrum Kochenburch). 1136 werden erstmals die Herren von Kochen erwähnt, die wohl auf der Kocherburg saßen. Ihnen folgten die Ahelfingen, die 1317 die von Öttingen zu Lehen gehende Burg „unter dem Berg zu Kochenberg“ mit Besitz im Dorf Unterkochen an Ellwangen vertauschten. Die Burg war fortan Sitz des Obervogts des ellwangischen Oberamts Kochenburg. In den Jahren 1627 und 1632 kann der Neubau eines Schlosses, von dem noch geringe Mauerreste zwischen den Felsen zeugen, nachgewiesen werden. Im Zuge des Dreißigjährigen Kriegs zerstörten die Schweden das Schloss 1645 vollständig, die Steine verwendete man später zum Bau von Gebäuden im Ort.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1913 ließ der damalige Albvereins­vorsitzende und Papierfabrikant Adolf Palm (1846–1925) Untersuchungen an der Burg durchführen. Die ersten Nachgrabungen fanden unter der Leitung des Burgenmalers und -forschers Konrad Albert Koch (1869–1945) statt und legten einen Teil des Mauerwerks frei. Bei späteren Grabungen 1914 im Auftrag des Geschichts- und Altertumsvereins Ellwangen wurden ein Gewölbekeller sowie die angrenzenden Bereiche des Fluchtgangs und Wehrraums freigelegt.

Der „Geschichts- und Altertumsverein Aalen e. V.“ gründete die Initiative Ruine Kocherburg, genannt INKO. 2008 legte man nach Sicherungsarbeiten die 12 Meter lange, gut erhaltene Ostmauer frei. Die Mauer wurde mit Bohrungen versehen und mit Zement ausgepresst um das Eindringen von Wasser zu verhindern, anschließend wurde das Mauerwerk sandgestrahlt.

Im selben Jahr wurde ein Archäologe mit weiteren Untersuchungen beauftragt. Die INKO legte weitere Wege an und machte weitere Mauern sichtbar. Mitarbeiter der Hochschule für Technik in Stuttgart entwarfen unter Einbeziehung des topographischen Umfelds der Burg ein plastisches 3-D-Modell der Kocherburg und produzierten einen 3-D Animationsfilm. Im Jahre 2010 wurden die neugewonnenen Erkenntnisse als bauarchäologische Bestandsaufnahme im Bischof-Häfele-Haus in Unterkochen vorgetragen. Die Initiative Ruine Kocherburg beschäftigt sich weiterhin mit der Instandhaltung der Burganlage und bereitet weitere Sanierungsarbeiten an der Burg vor.

Heute ist die ehemalige Burganlage ein archäologisches Kulturdenkmal, das einen archäologischen Rundgang durch und um das Burgareal bietet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Schmitt: Burgenführer Schwäbische Alb, Band 6 – Ostalb: Wandern und entdecken zwischen Ulm, Aalen und Donauwörth. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach an der Riß 1995, ISBN 3-924489-74-2, S. 249–254.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Unterkochen bei leo-bw.de