Verwandte Wörter

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Dieser Artikel behandelt Kognat in der Sprachwissenschaft – zur blutsverwandten Person siehe Agnat, zur Abstammung Deszendenzregeln #Kognatische, bilaterale Abstammung.

Verwandte Wörter oder Verwandten, in der Sprachwissenschaft manchmal[1] auch als Kognaten (englisch cognate, von lateinisch cognatus ‚mitgeboren, verwandt‘; Singular: der Kognat) bezeichnet, sind zwei oder mehr Wörter, die sich aus demselben Ursprungswort (Etymon) entwickelt haben. Wortpaare oder größere Wortgruppen, die Verwandten bilden, werden als verwandt, urverwandt oder (in der vergleichenden Sprachwissenschaft) kognat bezeichnet.

Die Kenntnis der Lautgesetze gestattet eine Identifizierung von Verwandten. Es zeigt sich, dass Sprachwandel mit systematischem Lautwandel einhergeht. Der Lautwandel-Prozess erfasst sämtliche Wörter einer Sprache. Sind systematische Lautkorrespondenzen zwischen gleichbedeutenden Wörtern in den verschiedenen Sprachen erkennbar, liegt eine hohe Evidenz dafür vor, dass diese Wörter Verwandten sind und sich vom selben Wort der gemeinsamen Ursprache der verglichenen Sprachgruppe herleiten.[2]

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Wörter derselben Sprache angehören. Die Bedeutung kann gleich geblieben sein oder sich auseinanderentwickelt haben. So sind etwa französisch fils und italienisch figlio Verwandten, da sie beide auf lateinisch filius ‚Sohn‘ zurückgehen. Ebenso sind deutsch selig und englisch silly ‚einfältig, töricht, dumm‘ verwandt, obwohl ihre Bedeutung heute nicht dieselbe ist. Im strengen Sinne können nur Erbwörter Verwandten sein, Lehnwörter und parallele Neubildungen hingegen nicht. Haben sich in einer Sprache aus einem Ursprungswort verschiedene Verwandten entwickelt, wie etwa Keller und Zelle aus lateinisch cella, werden sie als „etymologische Dubletten“ bezeichnet.[3]

Die Untersuchung von Verwandten in Form von Wortgleichungen ist eine wichtige Methode der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boris Paraškevov: Wörter und Namen gleicher Herkunft und Struktur: Lexikon etymologischer Dubletten im Deutschen. Walter de Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-017470-7 (ausführliche Leseprobe in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kognat – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Z.B. nicht in den Standardwerken von Metzler und Bußmann
  2. Gerhard Jäger: Wie die Bioinformatik hilft, Sprachgeschichte zu rekonstruieren. Universität Tübingen, Swedish Collegium for Advanced Study, Seminar für Sprachwissenschaft, S. 1–27
  3. Robert Möller: Wann sind Kognaten erkennbar?Ähnlichkeit und synchrone Transparenz von Kognatenbeziehungen in der germanischen Interkomprehension. Linguistik online 46, 2/11, S. 79–101, ISSN 1615-3014