Kohäsionsmilliarde

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Schweizerische Ostzusammenarbeit
Transitionshilfe   Erweiterungsbeitrag
in Mrd. CHF   in Mrd. CHF
1990–2006   3,45
2007–2011   0,73   2007–2017   1,3
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Die Kohäsionsmilliarde – offiziell Erweiterungsbeitrag (fr. Contribution à l’élargissement, it. Contributo all’allargamento, en. Enlargement contribution), auch Kohäsionsbeitrag – bezeichnet einen Betrag in Schweizer Franken (CHF), welchen die Schweiz gemäss Bundesratsbeschluss vom 31. März 2004 sowie durch Beschluss des Nationalrats und Ständerats vom 24. März 2006 bereit ist, den zehn neuen Staaten der EU (Beitritt per 1. Mai 2004) zukommen zu lassen. Es wurde beschlossen, dass über zehn Jahre der sogenannten Auszahlungsperiode jährlich im Schnitt 100 Millionen Schweizer Franken ausbezahlt werden sollen. Projekte und Programme können während der ersten fünf Jahre der sogenannten Verpflichtungsperiode im Partnerland beantragt werden.

Der Kreis der ursprünglich zehn neuen Mitgliedstaaten der EU hat sich seit 2006 auf gegenwärtig 13 neue EU-Länder erweitert (Stand 2016). Mit der „Sechsten Erweiterung“ (Osterweiterung, Teil II) 2007 sind per 1. Januar 2007 mit Bulgarien und Rumänien zwei weitere Staaten des einstigen Sowjetblocks der EU beigetreten. Die „Siebte Erweiterung“ 2013 schliesslich – die vorderhand vermutlich letzte Erweiterung der EU – betraf die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Kroatien (seit 1991 unabhängig), welche am 1. Juli 2013 als 28. Mitgliedstaat in die EU aufgenommen wurde.

Der Erweiterungsbeitrag soll nicht in den Kohäsionsfonds der EU fliessen, die Schweiz entscheidet selbst, welche Projekte oder Programme unterstützt werden. Es sollen keine zusätzlichen Steuermittel aufgewendet werden, da sie aus den beteiligten Departementen (EVD und EDA) erbracht werden muss. Der Erweiterungsbeitrag ersetzt teilweise die bisherige Schweizer Osthilfe – die Transitionshilfe der Ostzusammenarbeit – im Umfang von 1.2 Milliarden Schweizer Franken, da diese in den Ländern Bulgarien, Rumänien und Russland „gute Früchte getragen hat und nun beendet werden kann“.

Mit dem Erweiterungsbeitrag will sich die Schweiz am „Abbau der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU“ beteiligen. Empfänger sind die 13 Staaten, die seit dem 1. Mai 2004 der Europäischen Union beigetreten sind – die ehemals kommunistischen Länder Mittel- und Südosteuropas (Polen, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Slowenien, Bulgarien, Rumänien, Kroatien) und des Baltikums (die ehemaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland, Litauen) sowie – zusätzlich zu den genannten Staaten des 1989 (9. November – Mauerfall in Berlin) bis 1991 (26. Dezember – Auflösung der Sowjetunion) zerfallenen Ostblocks – die beiden Inselrepubliken Malta und Zypern. Trotz erfolgreichem Systemwandel weisen die bis zur Wende 1989-1991 sozialistischen Länder des europäischen Ostens in manchen Belangen noch immer einen erheblichen Rückstand auf die westeuropäischen Staaten auf. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen der neuen Mitgliedstaaten ist nur etwa halb so gross wie der EU-Durchschnitt.

Rechtliche Grundlage für den Erweiterungsbeitrag ist das Bundesgesetz Ostzusammenarbeit – Bundesgesetz über die Zusammenarbeit mit den Staaten Osteuropas vom 24. März 2006 – das am 26. November 2006 vom Schweizer Stimmvolk gutgeheissen wurde. Die Schweiz beschloss damals eine Milliarde Schweizer Franken verteilt über eine Auszahlungsperiode von zehn Jahren für Projekte in den gemäss damaligem Stand zehn neuen EU-Ländern (EU-10) zur Verfügung zu stellen. Die Umsetzung sollte in enger Zusammenarbeit mit den Partnerstaaten, die die Anträge entgegennehmen erfolgen und begann im Laufe des Jahres 2008.

In den damaligen Verhandlungen mit der EU über den Kohäsionsbeitrag der Schweiz hat sich die Schweiz dagegengestellt, das Bankgeheimnis bei dieser Gelegenheit in Frage zu stellen. Der potentielle Streitpunkt „Bankgeheimnis“ wurde indessen durch die inzwischen erfolgte Entwicklung auf politischer Ebene gegenstandslos.

Verteilschlüssel Erweiterungsbeitrag
 
  in % in Mio. CHF
Polen 37,6 % 489,02
Rumänien 13,9 % 181,00
Ungarn 10,0 % 130,74
Tschechien 8,4 % 109,78
Bulgarien 5,8 % 76,00
Litauen 5,4 % 70,86
Slowakei 5,1 % 66,87
Lettland 4,6 % 59,88
Kroatien 3,5 % 45,00
Estland 3,1 % 39,92
Slowenien 1,7 % 21,96
Zypern 0,5 % 5,99
Malta 0,4 % 4,99
Total 100,0 % 1.302,01

Abwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Finanzierung ist 2008 angelaufen, dabei sehen DEZA / SECO den folgenden Ablauf vor (Quelle: „Grundsätze der Zusammenarbeit“, DEZA / SECO, März 2007):

  • Projekt- und Programmvorschläge nehmen DEZA / SECO nur von der National Coordination Unit (NCU) entgegen
  • DEZA / SECO bewilligen die Finanzierung von Projekten / Programmen
  • Ungebundenheit des Schweizer Beitrags an die erweiterte EU
  • Vergabe von Aufträgen entsprechend WTO / EU Regeln durch die Partnerinstitutionen
  • Delegation der Zahlungsabwicklung an die Partnerstaaten
  • Monitoring / Steuerung / Evaluation sind von zentraler Bedeutung

Erwartete Probleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umstritten war und ist noch immer die teilweise Delegation von Aufgaben an Partnerstaaten (deren NROs eingeschlossen), da diese bei weitem noch nicht frei von Korruption sind.

Beteiligung des Privatsektors[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die aktive Beteiligung des Privatsektors, wie auch diejenige anderer zivilgesellschaftlicher Akteure soll gefördert werden, um die Weiterentwicklung der im Aufbau befindlichen Zivilgesellschaft zu unterstützen.

Thematische Felder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quellen: „Grundsätze der Zusammenarbeit“, DEZA / SECO, März 2007 & 06.100 Botschaft über den Beitrag der Schweiz zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten Europäischen Union vom 15. Dezember 2006)

Sicherheit, Stabilität und Unterstützung der Reformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausbau der Verwaltungskapazitäten auf regionaler und kommunaler Ebene
  • Massnahmen zur Sicherung der Grenzen
  • Verbesserung der Bearbeitung von Einwanderungs- und Asylangelegenheiten
  • Zugang zu Informationssystemen im Bereich des Sicherheitsrechts und Verbesserung der Sicherheit auf rechtlicher Ebene
  • Modernisierung des Justizwesens
  • Ausbau der Institutionen und der Kapazitäten für die Bekämpfung der Korruption und des organisierten Verbrechens
  • nukleare Sicherheit
  • Verhütung und Bewältigung von Naturkatastrophen
  • regionale Entwicklungsinitiativen in Randgebieten oder benachteiligten Regionen

Umwelt und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sanierung und Modernisierung der Basisinfrastruktur (Energieeffizienz, Trinkwasser, Abwasser, Abfallbeseitigung, öffentlicher Verkehr)
  • Verbesserung der Umweltbedingungen, Verringerung des Schadstoffausstosses, Entwicklung und Durchsetzung von Standards und Normen im Bereich der Umweltüberwachung
  • Entsorgung giftiger Abfälle und Sanierung verseuchter Industriegelände
  • regionale, städtische und ländliche Raumordnung und Flächennutzungsplanung, Infrastruktur, Umwelt usw.
  • grenzübergreifende Umweltinitiativen, z. B. „Umwelt für Europa“
  • biologische Vielfalt und Naturschutz

Förderung der Privatwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Entwicklung der Privatwirtschaft und Förderung des Exports unter besonderer Berücksichtigung von kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs)
  • Erleichterung des Zugangs zu Finanzierungsmöglichkeiten, Unterstützung der KMUs im Bereich Unternehmensführung
  • Förderung zertifizierter Erzeugnisse des biologischen Landbaus
  • Förderung von Standards, Normen und Konformitätsbewertung im Bereich der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion; Förderung einer industriellen Produktion, die unter sozialen und ökologischen Gesichtspunkten sowie unter dem Gesichtspunkt der Ökoeffizienz dem Grundsatz der nachhaltigen Entwicklung entspricht
  • Verbesserung der Regulierung des Finanzsektors und Ausbau der Finanzmärkte und -institutionen
  • Schutz des geistigen Eigentums

Menschliche und soziale Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausbau der Kapazitäten in der öffentlichen Verwaltung auf zentraler, regionaler und kommunaler Ebene im Hinblick auf das Erreichen von EU-Standards
  • fachliche und berufliche Ausbildung
  • Forschung und Entwicklung (wissenschaftliche Austauschprogramme, Stipendien, Partnerschaften, Zusammenarbeit in der angewandten Forschung usw.)
  • Gesundheit (Modernisierung von Krankenhäusern, Reform der Krankenversicherungssysteme, vorbeugende Massnahmen usw.)
  • Partnerschaften zwischen Städten und Gemeinden
  • Unterstützung internationaler Entwicklungsinitiativen

Grundsätze und Formen der Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Quelle: DEZA)

Grundsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussenpolitische Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Generelle, aussenpolitische Zielsetzung der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schweiz unterstreicht mit ihrem Beitrag zur Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten in der erweiterten EU, dass sie ihr Interesse an einem sicheren und stabilen Umfeld durch ein solidarisches Engagement zu wahren gewillt ist. Damit will sie zur Sicherheit und Wohlfahrt auf dem europäischen Kontinent beitragen. Der schweizerische Beitrag an die erweiterte EU bezweckt konkret die Verringerung der wirtschaftlichen und sozialen Disparitäten zwischen den alten und den neuen EU-Mitgliedstaaten, namentlich jenen, in denen diese Ungleichheiten unter anderem eine Folge des Spaltung Europas im Kalten Krieg sind. Dies betrifft insbesondere die acht mitteleuropäischen und die drei mittlerweile neu dazu gestossenen südosteuropäischen Beitrittsländer, welche ihre Transformation von planwirtschaftlich organisierten sozialistischen Einparteien-Systemen zu marktwirtschaftlich verfassten pluralistischen Demokratien bereits weitgehend abgeschlossen haben. Dessen ungeachtet weisen die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Indikatoren noch immer einen erheblichen Rückstand auf die 15 alten EU-Staaten auf.

Die fünf aussenpolitischen Hauptziele der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Friedliches Zusammenleben der Völker
  • Achtung der Menschenrechte und Förderung der Demokratie
  • Wahrung der Interessen der schweizerischen Wirtschaft im Ausland
  • Linderung von Not und Armut in der Welt
  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen.

Weitere Grundsätze der Ostzusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Grundsätze der schweizerischen Ostzusammenarbeit sind (BG Ost):

  • Solidarische Mitverantwortung: die Schweiz beteiligt sich aktiv am Aufbau eines sicheren geeinten europäischen Kontinents. Die Ostzusammenarbeit leistet einen solidarischen Beitrag zur Sicherung von Frieden, Stabilität und Prosperität in Europa.
    (BG Ost, Art. 3, Abs. 1)
  • Bedürfnisgerechte, partizipative Projektarbeit: die Ostzusammenarbeit geht von den Bedürfnissen der Partnerländer und deren Bevölkerung aus. Die lokalen Partner werden in die Planung der Projekte miteinbezogen.
    (BG Ost, Art. 3, Abs. 2)
  • In Ergänzung zu Eigenanstrengungen: die Ostzusammenarbeit strebte keine isolierten Lösungen an. Sie wirkt ergänzend zu eigenen Anstrengungen der Partnerländer und bettet sich in die Reformpolitik der Regierungen ein.
    (BG Ost, Art. 3, Abs. 3)

Formen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Technische Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesverwaltung ist für die technische Zusammenarbeit die DEZA zuständig, sie strebt partizipative Problemlösungen an bei zentralen Transitionsdefiziten in folgenden Schwerpunkten:

  • Aufbau von demokratischen Strukturen und bürgernahen Institutionen
  • Einkommensförderung und Reform der wirtschaftlichen Strukturen
  • Nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen
  • Armutsbekämpfung durch Reform und Stärkung der Gesundheits- und Bildungsbereiche

Dabei arbeitet sie mit zivilgesellschaftlichen, privaten oder staatlichen Projektpartnern von der Planung bis zur Umsetzung zusammen, fördert Eigeninitiativen und Stärkung von lokalen Kapazitäten und Institutionen.

Finanzielle Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bundesverwaltung ist für die finanzielle Zusammenarbeit das Staatssekretariat für Wirtschaft zuständig, es unterstützt die Schaffung marktwirtschaftlicher Strukturen, fördert die Entwicklung des Privatsektors, den Aus- und Umbau von Grundinfrastrukturen und leistet einen Beitrag zur Integration der Transitionsländer in die Weltwirtschaft. Ihre wichtigsten Finanzinstrumente und Instrumente sind:

  • Finanzierungszuschüsse für Infrastrukturfinanzierungen
  • Kreditgarantien
  • Zahlungs- und Budgethilfe
  • Handels- und Investitionsförderung

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Finanzierung werden gemäss Entscheid des Bundesrates vom 16. Juni 2006:

  • 60 % der Erweiterungshilfe durch Kürzungen bei der traditionellen Osthilfe kompensiert (die Unterstützung der beiden 2007 als neue Mitglieder zu EU stossenden und damit vom Erweiterungsbeitrag begünstigten Ostländer Rumänien und Bulgarien sowie Russlands wird eingestellt)

und

  • 40 % durch Minderausgaben und/oder Mehreinnahmen aus dem Bundeshaushalt refinanziert.

Die Finanzierung des Erweiterungsbeitrags erfolgt somit budgetneutral.

Für die Mehreinnahmen sieht der Bundesrat vor, die Erträge des Zinsbesteuerungsabkommens mit der EU (Bilaterale II) beizuziehen – zurzeit ca. 50 Millionen Schweizer Franken pro Jahr., die Hälfte des jährlichen Budgets der Erweiterungshilfe (bei Auszahlung über 10 Jahre, oder bei 5 Jahren ein Viertel).

Die Kürzungen bei der traditionellen Osthilfe werden zum grossen Teil bei Ländern vorgenommen, die der Bund, im Einklang mit internationalen Organisationen (OECD) nicht (mehr) zur Kategorie der Entwicklungsländer zählt (Bulgarien, Rumänien, Russland). Das Gesamtvolumen der öffentlichen Entwicklungshilfe der Schweiz beträgt jährlich 2.2 Milliarden Schweizer Franken (2005), die Reduktion wird also weniger als 1 % betragen.

Referendum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Schweiz wurde heftig um diesen Betrag gestritten. Die Rechte pochte darauf, dass in den bilateralen Verträgen nichts von einem finanziellen Beitrag steht und hat Angst vor einer zu grossen Belastung der Bundeskasse, auch weil sie weitere Forderungen der EU fürchtet. Die Linke störte sich vor allem an der Tatsache, dass der Betrag auf Kosten der Entwicklungshilfe bereitgestellt wird.

Die konservative SVP sowie die AUNS haben gegen das Osthilfegesetz (Bundesgesetz Ost, Bundesgesetz Osthilfe) das Referendum ergriffen. Das Schweizer Stimmvolk hat am 26. November 2006 mit einer Mehrheit von 53,4 % das Osthilfegesetz angenommen.

Ausdehnung des Erweiterungsbeitrags auf neue EU-Mitgliedsländer ab 2007[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumitglieder Rumänien und Bulgarien (seit 2007; EU-12)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang Februar 2007 ersuchte die EU-Kommission die Schweiz, die Osthilfe auch auf die beiden neuen EU-Länder Rumänien und Bulgarien (Beitritt per 1. Januar 2007) auszudehnen. Gemäss EU-Aussenkommissarin Benita Ferrero-Waldner ginge es um ungefähr 300 Millionen Schweizer Franken über den Zeitraum von 10 Jahren.

In den vergangenen Jahren hat die Schweiz Bulgarien und Rumänien mit jährlich rund 25 Millionen Franken unterstützt. Diese Transitionshilfe lief mit deren EU-Beitritt Anfang 2007 aus, wird jedoch in anderen Länder fortgesetzt.

Neumitglied Kroatien (seit 2013; EU-13)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem am 1. Juli 2013 erfolgten Beitritt Kroatiens als 28. Mitglied der Union hat sich der Kreis der vom Erweiterungsbeitrag begünstigten Länder des Ostens und des Südens abermals, aber vermutlich für absehbare Zeit zum letzten Mal erweitert. Am 30. Juni 2015 haben die Schweiz und Kroatien das bilaterale Rahmenabkommen unterzeichnet. Das Abkommen regelt die Umsetzung des Schweizer Erweiterungsbeitrags an Kroatien. Bis zum 31. Mai 2017 werden die gesamten Mittel (45 Mio. CHF) definitiv für die ausgewählten Projekte verpflichtet. Die Projekte müssen bis Mitte Dezember 2024 abgeschlossen sein.

Durch den Erweiterungsbeitrag finanzierte Projekte (Beispiele)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachstehend werden einige durch den Erweiterungsbeitrag finanzierte Projekte, geordnet nach den jeweils begünstigten Ländern aufgelistet.[1]

Polen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Know-how aus den Alpen für die Karpaten (Województwo podkarpackie)

Unterstützung von lokalen Initiativen in den Bereichen ländlicher Tourismus, Vermarktung von traditionellen Produkten und Engagement der lokalen Zivilgesellschaft

Themenfeld: „Förderung des Wirtschaftswachstums, Verbesserung der Arbeitsbedingungen; regionale Entwicklung“

Periode 2011-2017

Budget CHF 4'818'388

Rumänien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eigene Kompetenzen einschätzen und die rumänische Arbeitswelt kennen lernen

Programm „Job Orientation Training in Businesses and Schools (JOBS)“

Themenfeld: „Förderung des Wirtschaftswachstums, Verbesserung der Arbeitsbedingungen; regionale Entwicklung“

Periode 2012-2017

Budget CHF 2'116'280

Ungarn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trinkwasserversorgung im Komitat Borsod-Abaúj-Zemplén

Sanierung des Trinkwasserverteilnetzes in 11 Gemeinden im nordostungarischen Verwaltungsbezirk Borsod-Abaúj-Zemplén

Themenfeld: „Umweltschutz; Trinkwasserversorgung“

Periode 2010-2016

Budget CHF 7'803'000

Tschechien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbesserte soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung von Straftätern

Projekt zur Modernisierung des Justizsystems und zur sozialen und wirtschaftlichen Wiedereingliederung von Straftätern

Themenfeld: „Erhöhung der öffentlichen Sicherheit; Modernisierung des Gerichtswesens“

Periode 2011-2016 (Projekt abgeschlossen)

Budget CHF 1'438'266

Bulgarien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Home Care Services

Projekt „Spitex“ – spitalexterne Hilfe und Pflege in vier Gemeinden im Oblast Vratsa

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; Sozialdienste für bestimmte Zielgruppen“

Periode 2011-2017

Budget CHF 2'418'187

Litauen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gesundheit von Mutter und Kind

Förderung der Weiterbildung des Gesundheitspersonals und Modernisierung veralteter Spitalinfrastruktur in 27 litauischen Spitälern

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; Modernisierung von Spitälern“

Periode 2011-2017

Budget CHF 26'600'000

Slowakei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bessere Lebensbedingungen für Roma in der Slowakei (Region Košice/Prešov)

Soziale Dienstleistungen und Bildungsangebote, Verbesserung der Arbeitsfähigkeiten und Unterstützung bei der Stellensuche

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; Sozialdienste für bestimmte Zielgruppen“

Periode 2012-2017

Budget CHF 1'410'000

Lettland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erleichterter Zugang zu Bildung für 9'000 lettische Schülerinnen und Schüler

Lieferung von insgesamt 110 Schulbussen nach Lettland; Aufbau eines Schultransportsystems in ländlichen, benachteiligten Gebieten

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; verschiedene soziale Dienstleistungen“

Periode 2009-2011 (Projekt abgeschlossen)

Budget CHF 13'769'767

Kroatien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung Ravna Gora, Gorski kotar (Primorsko-goranska županija)

Rehabilitation der bestehenden, schadhaften Trinkwasserversorgung und Erstellung eines Abwasserkanalisationsnetzes inklusive Kläranlage

Themenfeld: „Umweltschutz; Abwasserreinigung“

Periode 2017-2020

Budget CHF 3'885'714

Estland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Technologische Optimierung der Einsatzzentralen und Rettungsdienste (Ambulanzsystem)

Finanzierung zweier aufeinander abgestimmter Projekte zur technologischen Optimierung der Einsatzzentralen und Rettungsdienste in Estland

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; verschiedene soziale Dienstleistungen“

Periode 2009-2014 (Projekt abgeschlossen)

Budget CHF 1'280'000

Slowenien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderung erneuerbarer Energien in Primorska Slovenija

Fotovoltaik: längste Solar-Lärmschutzwand Sloweniens (648 m); Installation von Biomasse-Heizungsanlagen für 29 öffentliche Gebäude

Themenfeld: „Umweltschutz; Energieeffizienz und erneuerbare Energie“

Periode 2009-2015 (Projekt abgeschlossen)

Budget CHF 3'680'000

Zypern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Abwasserreinigungsanlage für häusliche und industrielle Abwässer in Vati

Finanzierung der Planung, des Baus samt Ausrüstung sowie der Sicherung eines Jahres Betrieb einer Abwasserreinigungsanlage in Vati nördlich von Limassol; Massnahme zum Schutz des Polemidia-Stausees als Trinkwasser-Reservoir

Themenfeld: „Umweltschutz; Abwasserreinigung“

Periode 2012-2017

Budget CHF 3'935'150

Malta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verbesserung der Krebsdiagnostik

Installation eines modernen Tomographen im öffentlichen Spital in Malta

Themenfeld: „Erhöhung der sozialen Sicherheit; Modernisierung von Spitälern“

Periode 2010-2013 (Projekt abgeschlossen)

Budget CHF 2'794'000

Quellen, Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • IB EDA/EVD: Der Schweizer Erweiterungsbeitrag
  • IB/DEZA/SECO: Präsentation Beitrag der Schweiz an die erweiterte EU, 20. März 2007
  • IB/DEZA/SECO: Informationsblatt Bundesgesetz Ostzusammenarbeit – Transitionshilfe und Erweiterungsbeitrag, Dezember 2005, Februar/Mai 2006
  1. Kurzporträt Erweiterungsbeitrag. In: EDA/DEZA/WBF/SECO. 31. Oktober 2016, abgerufen am 28. November 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]