Kanonenofen

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Ein Kanonenofen ist ein kleiner gusseiserner zylinderförmiger Ofen. Der Abzug für das Rauchgas ist meist seitlich am oberen Teil, seltener senkrecht angebracht. Aufgrund der Konstruktion sind solche Öfen für die Verfeuerung von Kohle ausgelegt, es können aber auch andere feste Stoffe wie Holz oder Torf verbrannt werden.[1] In diesem Zylinder befindet sich der Feuerungsraum für die Kohle mit dem Ascherost und dem darunter befindlichen Aschekasten, die während des Brennvorgangs mit entsprechenden Türen verschlossen werden.

Dekorativer Kanonenofen im Couven-Museum in Aachen
Verkleideter Kanonenofen als Heizung im Personenwagen C4 171 der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft, hier 2011 bei der Museumsbahn Blonay–Chamby
Kanonenofen in einem ehemaligen Gefängnis in Belgien

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ähnliche gusseiserne Öfen von größerem Ausmaß gab es bereits im 18. Jahrhundert. Namensgebend waren die zylindrische Form und die daraus resultierende Ähnlichkeit mit Kanonen. Besonders stark verbreitet waren diese Öfen in Mitteleuropa seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Heizleistung reichte meist nur für ein einzelnes Zimmer aus, entsprechend wurden unterschiedliche Größen angeboten. Neben seiner Funktion als Wärmequelle diente der Kanonenofen auch als dekoratives Element. So entstanden im Laufe der Zeit abgewandelte Formen dieses Ofens, die fälschlicherweise auch als Kanonenofen bezeichnet werden.[2]

Anordnungen unter Pfalzgraf Karl IV. aus dem Jahr 1772 dienten auch der Verhütung eines Brandes im Zusammenhang mit häuslichen Feuerstätten. Nach gleichzeitigen Bauvorschriften durften keine Holzschornsteine mehr errichtet, keine hölzernen Schläuche mehr eingebaut werden, die den Rauch der Feuerstätte zum Kamin zu leiten hatten, wie es auch untersagt wurde, Ofenrohre zum Fenster hinauszuführen.[3]

Umweltschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund der inzwischen in vielen Ländern Europas geltenden strengeren Regelungen für die Luftreinhaltung, wie z. B. in Deutschland die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, sind solche Öfen in der Regel nicht mehr zulässig und daher auf dem Markt kaum noch zu finden.[4] Alte Kanonenöfen dürfen daher streng genommen nicht mehr benutzt werden; dies ist aber ohnehin nicht sinnvoll, da sie wegen ihrer geringen Größe zur Beheizung heutiger Wohnräume in der Regel nicht ausreichen. Auch die Gefahr von Bränden oder austretenden giftigen Rauchgasen bei beschädigten oder nicht ordnungsgemäß gewarteten Exemplaren ist nicht zu unterschätzen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allgemeines zum Kanonenofen bei www.ofenmuseum.de
  2. Geschichte des Kanonenofens bei www.kaminholz-wissen.de
  3. Franz-Josef Sehr: Das Feuerlöschwesen in Obertiefenbach aus früherer Zeit. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 1994. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 1993, S. 151–153.
  4. Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes