Kohlmottenschildlaus

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Kohlmottenschildlaus
Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella)

Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella)

Systematik
Unterordnung: Pflanzenläuse (Sternorrhyncha)
Überfamilie: Mottenschildläuse (Aleyrodoidea)
Familie: Aleyrodidae
Unterfamilie: Aleyrodinae
Gattung: Aleyrodes
Art: Kohlmottenschildlaus
Wissenschaftlicher Name
Aleyrodes proletella
(Linnaeus, 1758)
Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) – Imago mit Puppen

Die Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella), auch als Weiße Fliege am Kohl bekannt, ist eine Pflanzenlaus aus der Familie Aleyrodidae.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kohlmottenschildlaus ist etwa 1,5 mm lang.[1][2] Die weiße Pflanzenlaus besitzt rote Augen. Auf ihren Flügeln befindet sich eine dunkle Musterung.[2]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kohlmottenschildlaus ist in Teilen Eurasiens und Afrikas heimisch.[2] Die Art breitet sich weltweit aus. Sie hat sich in Nord- und Südamerika sowie in Australien und Neuseeland als Neozoon etabliert.[2][1] Im Nordosten der Vereinigten Staaten wurde sie 1993, in Kalifornien 2001 nachgewiesen.[1]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kohlmottenschildläuse findet man sowohl in Wäldern als auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die polyphagen Pflanzenläuse haben eine Vielzahl von Wirts- und Futterpflanzen wie Luzerne oder Klee, insbesondere aber Kreuzblütler (Cruciferae).[1] Abhängig von den klimatischen Verhältnissen (insbesondere der Temperatur) gibt es zwischen zwei und sechs Generationen pro Jahr.[1][2] Die Nymphen schlüpfen 12 Tage nach der Eiablage.[1] Es gibt drei Nymphenstadien. Das anschließende Puppenstadium dauert 10 Tage.[1] Die Imagines überwintern auf der Unterseite von Blättern.[1][2] Zu den natürlichen Feinden der Kohlmottenschildlaus zählen Netzflügler, Marienkäfer, Spinnen und Insekten, die als generalistische Prädatoren wirken.[2]

Schadwirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kohlmottenschildlaus gilt als minderer Schädling an Weißkohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli und Grünkohl.[1] Sie gilt nicht als Überträger von Pflanzenkrankheitserregern.[1] Sie verursacht jedoch durch ihre Eier, Nymphen, Wachsablagerungen und Ausscheidungen eine Qualitätsminderung der betroffenen Gemüse. Ein Massenbefall kann zu einem Welken der Blätter führen. Insektizide wirken meist nur auf erwachsene Läuse und junge Nymphen.[2]

Nützlingswirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) gehören im Gegensatz zur Gewächshaus-Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) nicht zu den Wirts- und Futterpflanzen der Kohlmottenschildlaus. Zur Bekämpfung der Gewächshaus-Weiße Fliege wird die Erzwespe Encarsia formosa als Parasitoid eingesetzt, die als Brutreservoir auch Kohlmottenschildläuse nutzt.[2] Somit finden Kohlmottenschildläuse auch als „Nützlinge“ Verwendung.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i j Pest Alert: Cabbage Whitefly Aleyrodes proletella (PDF 1,7 MB) Oregon Dept. of Agriculture. Abgerufen am 8. März 2017.
  2. a b c d e f g h i N.A. Martin: Interesting Insects & other Invertebrates: Cabbage whitefly - Aleyrodes proletella. Landcare Research. Abgerufen am 8. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kohlmottenschildlaus (Aleyrodes proletella) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien