Kohlscheid

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Koordinaten: 50° 50′ 5″ N, 6° 5′ 15″ O

Kohlscheid
Wappen von Kohlscheid
Höhe: 180 m
Fläche: 9,5 km²
Einwohner: 19.008 (2016)
Bevölkerungsdichte: 2.001 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1972
Postleitzahl: 52134
Vorwahl: 02407

Kohlscheid ist ein Stadtteil von Herzogenrath in der Städteregion Aachen. Kohlscheid hat aktuell ca. 19.008[1] Einwohner (Stand 01.01.2016).

Wurm bei Kohlscheid

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlscheid teilt sich weiter auf in die Ortsteile mit den alten Flurnamen

  • Pannesheide
  • Schützenheide
  • Schweyerhof
  • Roland
  • Spidell
  • Kessels
  • Klinkheide
  • Kämpchen
  • Vorscheid
  • Bank
  • Rumpen
  • Dornkaul
  • Berensberg
  • Hasenwald
  • Mitteluersfeld
  • Mühlenbach
  • Kircheich
  • Forensberg
  • Neu-Forensberg
  • Feld
  • Wilsberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ortsgebiet von Kohlscheid war wahrscheinlich schon um die Zeitenwende besiedelt. 1113 wurden erstmals die reichen Steinkohlevorkommen (siehe auch Aachener Revier) erwähnt. Eine Grube in Kohlscheid war die Grube Laurweg.

Den namentlichen Ursprung hat Kohlscheid vermutlich dem Kohlscheider Dialekt zu verdanken, nämlich Kohl-Scheet (Op d'r Scheet, Scheet steht hierbei für SCHEITEL, kleiner Hügel oder Erhebung). Wenn man in Kohlscheid auf dem Marktplatz steht und sich in alle vier Himmelsrichtungen umsieht, dann stellt man fest, dass es zu allen Seiten bergab geht: die Nordstraße führt hinab nach Klinkheide, die Oststraße ins Wurmtal, die Südstraße nach Kämpchen und die Weststraße nach Bank. Aus Scheet hat sich mit der Zeit der Name Scheid entwickelt. Durch den Einfluss der reichen Kohlevorkommen entstand dann der Ortsname Kohlscheid.

Am 29. September 1908 und 22. Oktober 1908 wurde die Gemeinde Pannesheide in Kohlscheid umbenannt. 1913 zogen die Hauptverwaltung und das Zentralbüro des Eschweiler Bergwerksvereins (EBV) von Eschweiler-Pumpe nach Kohlscheid um, da sich der Schwerpunkt der Kohleförderung des EBV vom Inderevier ins Wurmrevier verlagert hatte.

Von 1962 an hatte Kohlscheid die Postleitzahl 5122 Kohlscheid (Kr Aachen). Seit 1993 lautet die Postleitzahl für Herzogenrath, Merkstein und Kohlscheid 52134.

Am 1. Januar 1972 wurde Kohlscheid mit Herzogenrath und Merkstein zur neuen Stadt Herzogenrath zusammengeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Kohlscheid

Blasonierung:„In Silber (weiß) geteilt durch einen schwarzen Balken, oben zwei, unten ein schwarzer aufrechter Hammer.“

Der Gemeinde Kohlscheid wurde 1936 durch den Oberpräsidenten des Rheinlandes in Koblenz ein Wappen verliehen. Es zeigt drei Schlägel als Symbole des Bergbaus. Der schwarze Balken ist abgeleitet vom Wappen der Herren von Broich, welche früher großen Einfluss in der Gegend hatten.

Indoor-Soccer- und Badmintonhalle in Kohlscheid

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die denkmalgeschützte Pfarrkirche St. Katharina.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kohlscheid sind auch einige Fußballvereine ansässig. Diese sind im Einzelnen der Kohlscheider BC, der SV Kohlscheid und Grenzwacht Pannesheide. Im Bereich der Leichtathletik hat der Verein DJK Elmar Kohlscheid schon eine Reihe von Talenten hervorgebracht. Der Schwimmsport wird ebenfalls in Kohlscheid großgeschrieben. Der Kohlscheider Schwimmclub 1973 bietet eine Reihe von Angeboten für die verschiedensten Leistungs- und Altersklassen an. Der Poolbillardverein Schwarz-Weiß Kohlscheid spielt seit 2010 in der 2. Bundesliga.

St. Martinus Bogenschützen- Gesellschaft 1885 e.V.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahre 1885 gibt es im Kohlscheider Ortsteil Klinkheide einen Schützenverein, in dem die Mitglieder mit einer historischen Armbrust auf eine 30 Meter hohe Stange schießen. Der Schützenverein hat zu den Weltkriegszeiten bereits eine eigene Vereinsgeschichte. Noch heute sind die St. Martinus Bogenschützen aktiv und auf der Suche nach neuen Vereinsmitgliedern. Traditionell findet jedes Jahr der Königsvogelschuss statt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Kohlscheid

Fernstraßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Aachen-Laurensberg an der A 4.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kohlscheids Busknotenpunkt ist Kohlscheid Weststraße, welcher von den AVV-Linien HZ2, WÜ1, 34, 47, 80 und 147 bedient wird. Des Weiteren durchfahren die ASEAG-Buslinien 17 und 27 den Kohlscheider Ortsteil Bank. Die ASEAG-Buslinie 57 durchquert Kohlscheid über die Südstraße und den Kohlscheider Markt. Diese Buslinien verbinden Kohlscheid mit Aachen, Herzogenrath, Laurensberg, Richterich und Würselen.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Kohlscheid[2] ist heute ein Bahnhof der Kategorie 6 an der Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach. Früher zweigte die Bahnstrecke Stolberg–Kohlscheid im Bahnhof ab, sie ist aber seit Jahren stillgelegt und abgebaut. Das Empfangsgebäude wurde 1976 abgerissen. Der Bahnhof hat vier Gleise; die beiden Außenbahnsteige liegen an den durchgehenden Hauptgleisen hinter den Ausfahrsignalen Richtung Herzogenrath. Das Fahrdienstleiterstellwerk Kf des Bahnhofs wird vom Fahrdienstleiterstellwerk Hf des Bahnhofs Herzogenrath ferngesteuert.

Der Bahnhof wird im Regionalverkehr von folgenden Linien angefahren:

Linie Linienverlauf Takt
RB 20 euregiobahn:
Stolberg (Rheinl) Hbf – Eschweiler-St. Jöris – Alsdorf-Poststraße – Alsdorf-Mariadorf – Alsdorf-Kellersberg – Alsdorf-Annapark – Alsdorf-Busch – Herzogenrath August-Schmidt-Platz – Herzogenrath-Alt-Merkstein – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf – Aachen-Rothe Erde – Eilendorf – Stolberg (Rheinl) Hbf hier Flügelung; Zugteil 1:Eschweiler-West – Eschweiler Talbahnhof/Raiffeisenplatz – Eschweiler-Nothberg – Eschweiler-Weisweiler – Langerwehe – Düren Zugteil 2:Stolberg (Rheinl) Hbf (Gleis 27) – Stolberg-Schneidmühle – Stolberg Mühlener Bahnhof – Stolberg-Rathaus – Stolberg-Altstadt
Stand: Fahrplanwechsel Juni 2016
60 min (Stolberg Hbf – Alsdorf-Annapark)
30 min
60 min (Langerwehe – Düren)
RB 33 Rhein-Niers-Bahn:
Zugteil 1: Duisburg Hbf – Duisburg-Hochfeld Süd – Rheinhausen Ost – Rheinhausen – Krefeld-Hohenbudberg Chempark – Krefeld-Uerdingen – Krefeld-Linn – Krefeld-Oppum – Krefeld Hbf – Forsthaus – Anrath – Viersen – Mönchengladbach Hbf – Rheydt Hbf – Wickrath – Herrath – Erkelenz – Hückelhoven-Baal – Brachelen – Lindern
Zugteil 2: Heinsberg (Rheinl) – Heinsberg Kreishaus – Heinsberg-Oberbruch – Heinsberg-Dremmen – Heinsberg-Porselen – Heinsberg-Horst – Heinsberg-Randerath – Lindern
Flügelung bzw. Zusammenführung: Lindern – Geilenkirchen – Übach-Palenberg – Herzogenrath – Kohlscheid – Aachen West – Aachen Schanz – Aachen Hbf
Stand: Fahrplanwechsel Dezember 2015
60 min

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Wilhelm Ross (* 1838–1901), bekannt wurde er für seine Berechnung der Alterswertminderung
  • Eduard Linse (1848–1902), Architekt des Historismus
  • Robert Brenner (1862–1935), Manager im deutschen Steinkohlenbergbau
  • Franz Brenner (1863–1928), Manager im deutschen Steinkohlenbergbau
  • Heinrich-Josef Nelis (1894–1945), Hochschullehrer und SS-Funktionär
  • Wilhelm Schultheis (1923–2010), ehemaliger Bürgermeister der Gemeinde Kohlscheid und der Stadt Herzogenrath
  • Jacob Kremer (1924–2010), römisch-katholischer Priester, Theologe und Neutestamentler
  • Kaspar Vallot (* 1925), ehemaliger Chefredakteur der Aachener Nachrichten
  • Hubert Hammers (1925–2012), Politiker und Ehrenvorsitzender des Kohlscheider BC 1913 e.V.
  • Josef Martinelli (* 1936), ehemaliger Spieler bei Alemannia Aachen, Mitglied der Vizemeister-Mannschaft 1968/69 der 1. Bundesliga
  • Raymund Havenith (1947–1993), Pianist und Hochschullehrer
  • Cornel Bücken (* 1951), Bildhauer, von 1968 bis 1975 Fahrer im Nationalkader des Deutschen Radsportbundes
  • Gerard Kever (* 1956), Maler und Grafiker

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Polz: Kohlscheid. Beiträge zu seiner Geschichte und Entwicklung, Beuels, 1971[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über Kohlscheid | Kohlscheid.de. In: kohlscheid.de. Abgerufen am 13. Juli 2016.
  2. Informationen zum Bahnhof Kohlscheid
  3. Kohlscheid. Beiträge zu seiner Geschichte und Entwicklung